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Frankfurt: Protest gegen „Querdenken“ angekündigt

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Von: Hanning Voigts

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Die Polizei setzt im November 2020 den Wasserwerfer gegen linke Aktivisten ein, die gegen eine „Querdenken“-Demo protestieren. Foto: dpa
Die Polizei setzt im November 2020 den Wasserwerfer gegen linke Aktivisten ein, die gegen eine „Querdenken“-Demo protestieren. © Boris Roessler/dpa

Am Wochenende will die sogenannte Querdenken-Bewegung erneut in Frankfurt auf die Straße geben. Ein Antifa-Bündnis macht gegen die Demonstration mobil.

Frankfurt steht ein turbulentes Demo-Wochenende bevor. Mitten in der sich verschärfenden Pandemielage wollen Anhänger:innen der sogenannten Querdenken-Bewegung am Samstag in der Innenstadt gegen die verschärften Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus protestieren. Auch Gegenproteste sind bereits angekündigt.

Im Internet und über unterschiedliche Telegram-Chats mobilisieren die Frankfurter Gruppe „Querdenken 69“ und „Querdenken 615“ aus Darmstadt für 14.30 Uhr zur Alten Oper. Ab 15.15 Uhr soll es einen Demozug durch die Innenstadt geben, dabei wollen die Maßnahmengegner:innen zum australischen Konsulat in der Neuen Mainzer Straße und zum österreichischen Konsulat im Reuterweg ziehen. In Österreich gilt seit Ende November ein bundesweiter Lockdown zur Bekämpfung der Pandemie, auch Australien verfolgt eine strenge Corona-Politik. „Querdenken“ rechnet offenbar mit Hunderten Protestierenden und spricht von „großen Solidaritätsprotesten“. Auch an den vergangenen Samstagen waren teils mehr als 2000 Gegner:innen der aktuellen Corona-Politik auf die Straße gegangen.

Das Bündnis „Aufklärung statt Verschwörungsideologien“, das aus der Antifa-Szene kommt und schon im vergangenen Jahr immer wieder gegen Demonstrationen von Impfgegner:innen und Anhänger:innen von Verschwörungsmythen protestiert hatte, kündigt für Samstag Gegenprotest an. Unter dem Motto „Schluss mit den Demos von Corona-Leugner:innen und Rechten“ ruft das Bündnis dazu auf, ab 13 Uhr in die Frankfurter Innenstadt zu kommen.

Nicht zuletzt die Ereignisse in Idar-Oberstein, wo ein Maskengegner einen Mitarbeiter einer Tankstelle erschossen hatte, zeige, „dass unter dem Label ,Querdenken‘ extrem rechte und antisemitische Positionen in die Öffentlichkeit getragen werden und tödlich enden können“, schreibt das Bündnis auf seiner Webseite. Man rufe dazu auf, „den ,Querdenker‘-Aufmarsch zum Desaster zu machen“.

Ein Sprecher des Frankfurter Ordnungsamtes sagte der Frankfurter Rundschau, für das Wochenende lägen zahlreiche Anmeldungen von Versammlungen vor, teils gebe es mit den Verantwortlichen noch Gespräche. Einen exakten Überblick über das zu erwartende Demonstrationsgeschehen werde es erst am Freitag geben. Die Frankfurter Polizei warnt derweil schon vor Beeinträchtigungen im Straßenverkehr und im öffentlichen Nahverkehr. Man rufe alle Bürger:innen dazu auf, „die Innenstadt weiträumig zu umfahren“.

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