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Rund 50 Exil-Iranerinnen und Iraner versammelten sich vor dem iranischen Konsulat.

Demonstration

Protest gegen Hinrichtung des iranischen Ringers Navid Afkari

Exil-Iranerinnen und -Iraner demonstrieren in Frankfurt vor dem iranischen Konsulat, Sie fordern ein Ende der Beschwichtigungspolitik gegenüber dem iranischen Regime.

Rund 50 Exil-Iraner haben gestern vor dem iranischen Konsulat in der Raimundstraße gegen die Hinrichtung des iranischen Ringers Navid Afkari protestiert. Das Urteil gegen den 27-Jährigen wurde am Samstag trotz internationaler Solidaritätskampagnen von der iranischen Regierung exekutiert.

Er soll bei einer Demonstration im August 2018 gegen die wirtschaftliche und politische Lage einen Beamten erstochen haben. Der Ringer hatte die Tat laut Justiz gestanden, nach Informationen von Menschenrechtsorganisationen wurde das Geständnis aber unter Folter erzwungen. Afkaris Brüder Vahid und Habib waren nach der Teilnahme an der Demo zu 54 und 27 Jahren Gefängnis und je 74 Peitschenhieben verurteilt worden.

Sahar Sanaie vom Internationalen Widerstandsrat (NWRI) vermutet hinter den Folterungen eine Taktik des iranischen Regimes. „Sie versuchen, die Gefangenen zu Falschaussagen zu zwingen, damit die Hinrichtung legitim ist und die Insassen nicht als politische Gefangene jahrelang inhaftiert werden.“ Darüberhinaus habe Afkari noch aus dem Gefängnis heraus Anrufe getätigt, Briefe verfasst und dabei immer wieder seine Unschuld beteuert, sagt Sanaie.

In den nächsten Wochen ist ein Treffen der Außenminister von Deutschland, Italien und Großbritannien mit dem iranischen Chefdiplomaten Mohammed Dschawad Sarif geplant. „Er sollte erst gar nicht in Europa einreisen dürfen“, sagt Sanaie. „Diese Beschwichtigungspolitik muss endlich ein Ende haben“, sagt sie, während die rund 50 Teilnehmenden des Protestes vor dem Konsulat immer wieder lautstark rufen: „Keine Geschäfte mit den Mullahs“. Oder: „Weg, weg, die Mullahs müssen weg“.

„Für viele Exil-Iraner ist das Mullah-Regime schlimmer als der IS. Sie verstehen nicht, warum die westlichen Regierungen weiter politische Geschäfte mit der iranischen Regierung machen“, sagt Sanaie.

Afkari ist längst nicht der einzige Sportler in einer langen Liste an Hinrichtungen durch die iranische Regierung. Darunter zählen etwa die frühere Volleyballspielerin Forouzan Abdi, Fußballnationalspieler Ala Kooshali, der frühere Kapitän der iranischen Nationalmannschaft Habib Khabiri oder Basketballspieler Manouchehr Zangouee. Was all sie einte, war, dass sie sich nicht länger dem Regime unterwerfen wollten.

Vor dem Protest gegen die Hinrichtung von Navid Afkari fand am Montagvormittag ebenfalls vor dem iranischen Generalkonsulat eine Mahnwache der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte für die iranische Frauenrechtlerin Nasrin Sotoudeh statt. Die Sacharow-Preisträgerin Sotoudeh ist seit über zwei Jahren im Evin-Gefängnis in Teheran in Haft. Am 11. August war sie aus Protest gegen die „Gesetzlosigkeit in iranischen Gefängnissen“ und gegen die menschenunwürdigen Haftbedingungen in dem überfüllten Evin-Frauen-Trakt unter den Bedingungen der Corona-Pandemie in einen Hungerstreik getreten. 

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