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Ende 2019 protestierten Menschen aus Eckenheim vor dem Hauptsitz der Frankfurter Sparkasse gegen die Schließung der Filiale in ihrem Stadtteil. Foto: Renate Hoyer
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Ende 2019 protestierten Menschen aus Eckenheim vor dem Hauptsitz der Frankfurter Sparkasse gegen die Schließung der Filiale in ihrem Stadtteil.

Banken

Frankfurt: Protest gegen Filialsterben

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Knapp 30 Bankfilialen stehen in Frankfurt vor der Schließung. Eine neue Initiative kämpft für den Erhalt von Zweigstellen in den Stadtteilen und wirbt für alternative Lösungen.

Eine parteiübergreifende Initiative kündigt Widerstand gegen die Pläne mehrerer Banken an, ihr Filialnetz in Frankfurt weiter auszudünnen. Yannick Schwander (CDU), Ortsvorsteher von Nieder-Erlenbach und Stadtverordneter, Kristina Luxen (SPD), Stadtverordnete aus Harheim, und Renate Sterzel aus Nieder-Eschbach, die für die FDP erneut als ehrenamtliche Stadträtin fungieren soll, wollen für den Erhalt von Bankstandorten insbesondere am Stadtrand kämpfen – und werben um Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Unterschriften sollen zeigen, wie viele Menschen in den Stadtteilen unglücklich über die Schließung der Standorte sind. Sterzel, Luxen und Schwander planen zudem politische Anträge und Anfragen und wollen den Banken Alternativen zum Aus der Filialen vorschlagen.

Die Frankfurter Sparkasse streicht ihr Filialnetz massiv zusammen

Allein die Frankfurter Sparkasse will in den kommenden Jahren 17 Filialen im Stadtgebiet schließen, darunter die Zweigstellen in Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach. Die Commerzbank plant, fünf Filialen dichtzumachen. Die Deutsche Bank hat das Aus für vier Standorte angekündigt. Die Institute argumentieren mit ihrem Kostendruck und dem sich ändernden Kundenverhalten.

Die Frankfurter Volksbank fährt einen etwas anderen Kurs. Sie kündigte jüngst an, die „Präsenz beim Kunden“ zu verstärken und in die Filialen zu investieren. In Nieder-Erlenbach finden ihre Kund:innen allerdings schon seit Frühjahr 2020 nur noch einen Geldautomaten und ein SB-Terminal vor. Daran wird sich, wie die Bank auf FR-Anfrage bestätigt, nichts mehr ändern. Die Zweigstelle sei zu klein, um die in der Pandemie notwendigen Regeln einzuhalten, heißt es. Die Beschäftigten der Filiale seien weiterhin telefonisch, per E-Mail, per Video und vor Ort in den Geschäftsstellen Karben und Bad Vilbel erreichbar. Menschen, die diese etwa wegen eines Handicaps nicht anders erreichen könnten, zahle die Bank das Taxi.

Politiker:innen aus Norden Frankfurts wollen Bankstandorte in Stadtteilen erhalten

Die drei Politiker:innen aus dem Norden der Stadt kritisieren den Rückzug der Banken scharf. Sterzel sieht etwa große Nachteile für Seniorinnen und Senioren. Diese könnten oft nicht so einfach in den nächsten Stadtteil oder die Nachbarstadt fahren, um ihre Bankgeschäfte abzuwickeln. Luxen sieht auch eine soziale Frage. Schließlich falle auf, dass gerade Filialen in Stadtteilen wegfielen, in den viele Menschen mit wenig Geld wohnten. Schwander beklagt einen Verlust an Infrastruktur. Bankangebote gehörten zu einem lebendigen Stadtteil wie Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Vereine, sagt er.

Luxen, Sterzel und Schwander fordern die Banken auf, alternative Konzepte für den Verbleib in den Stadtteilen zu prüfen. Sie weisen etwa auf die „Finanzpunkte“ hin, die die Frankfurter Volksbank und die Taunus-Sparkasse in mehreren Taunus-Kommunen gemeinsam betreiben. Auf jeden Fall müsse es in jedem Stadtteil wenigstens einen Ort geben, an dem man Geld abheben und im besten Fall auch Geld einzahlen und Kontoauszüge drucken könne, fordern sie. Für andere Bankgeschäften könnten die Institute ein Bankenmobil einrichten, das regelmäßig in den Stadtteilen haltmache.

Die Schließungspläne stoßen auch im Westen der Stadt auf Protest. Dort fordert die SPD Nied, dass das Aus für die Sparkassenfiliale zurückgenommen werde. Auch die Linke im Römer hat den Kurs der Sparkasse kritisiert und ihr mangelnde soziale Verantwortung vorgeworfen.

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