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Am Gerechtigkeitsbrunnen wird Selbige eingefordert.
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Am Gerechtigkeitsbrunnen wird Selbige eingefordert.

Protest

Frankfurt: Protest gegen Bolsonaros Politik

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Am Römer in Frankfurt protestieren etwa 60 Menschen gegen Bolsonaro und seine Politik. Die Themen reichen von Corona bis zum Erhalt des Regenwalds.

Die Zahl der Todesopfer ist mit Kugelschreiber auf dem Manifest eingetragen, das von einer Sprecherin und einem Sprecher auf Portugiesisch und Deutsch vorgelesen wird. „Brasilien hat bis heute 498 621 Menschenleben durch Covid-19 verloren“, liest der Sprecher vor und weiter: „Sie sind Opfer der schrecklichen Administration der Regierung Bolsonaro“. Am Samstag sind auf dem Römerberg zu einer Kundgebung gegen Brasiliens Präsidenten unter dem Motto „Bolsonaro Raus/Stop Bolsonaro“ etwa 60 Protestierende zusammengekommen. Die meisten haben sich wegen der starken Nachmittagssonne in den Schatten vor den Römer gestellt.

Auf dem Boden vor dem Gerechtigkeitsbrunnen stehen Grabkerzen. Daneben liegen weiße, hölzerne Kreuze und ein langes, weißes Plakat mit zahlreichen Namen. Caroline Schmitt und ihr Partner Diogo Marinho aus Kelkheim knien sich vor das Transparent. Sie schreibt den Namen ihres verstorbenen Onkels darauf. Erst vor drei Wochen sei er an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. „Ich habe gemischte Gefühle“, sagt die 36-Jährige mit Tränen in den Augen auf Englisch. „Traurig und gleichzeitig sehr böse“, sei sie. „Er wurde von der Regierung ermordet“, fügt Schmitt hinzu. Die habe auf ein Angebot vom Impfstoff-Hersteller Pfizer nicht reagiert, sonst könnte ihr Onkel noch leben, ist sich Schmitt sicher. Marinho ruft auf Portugiesisch: „Genozid“ und einige andere Wörter, die seine Partnerin nicht übersetzen möchte. „Er versucht die Leute umzubringen und bringt sie dazu, sich mit dem Virus zu infizieren“, sagt der 38-Jährige. „Von der Krankheit sind vor allem die Schwächsten, Arme, Kranke und Ureinwohner betroffen“, berichtet ein Sprecher.

Patricia Sunderhus hat ebenfalls keine guten Worte für den brasilianischen Regierungschef übrig. Auch aus ihrem Bekanntenkreis sei eine Frau an Covid-19 gestorben, im Alter von 40 Jahren, Mutter eines sechsjährigen Sohnes. „Die Politik in Brasilien ist sehr korrupt“, sagt die 52-Jährige. Sie glaube jedoch an einen politischen Wechsel. Neben der miserablen Corona-Politik in Brasilien kritisieren die Demonstrierenden vor allem den Raubbau an der Natur. „Seit Bolsonaros Amtsantritt wird Amazonas-Regenwald illegal abgeholzt“, so ein Sprecher. Ein Mann hält ein Schild hoch mit einem aufgemalten Totenkopf und der Aufschrift: „Bolsonaro Umweltverbrecher“. Alexis Passadakis, der für die Partei Die Linke spricht, hebt die Verantwortung der Europäischen Union hervor und tadelt das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten. „Wenn wir Amazonien retten wollen, müssen wir dieses Freihandelsabkommen stoppen“, sagt er. Auf Portugiesisch sowie Deutsch skandieren und singen die Protestierenden zwischendurch immer wieder „Fora Bolsonaro“ und „Bolsonaro raus“.

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