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Philip Sackey kann nicht nachvollziehen, warum die Filiale dicht gemacht wird.

Preungesheim

Unmut über Schließung: Postbank-Filiale in Preungesheim macht zu

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Die Bürger in Preungesheim bedauern die Schließung der Postbank-Filiale in der Jaspertstraße. Für Pakete muss man jetzt zum Gravensteiner Platz.

In der Postbank-Filiale in Preungesheim herrscht reger Betrieb am Montagvormittag. Ein Kunde nach dem nächsten betritt die Stelle, um Briefmarken zu kaufen, Pakete abzugeben, Geld abzuheben oder Briefe ins Ausland zu verschicken. Zum letzten Mal wohl, zumindest in der Jaspertstraße 5. Denn die Filiale hatte gestern ihren letzten Betriebstag.

„Ich kann nicht verstehen, warum die Poststelle zu macht“, sagt Philip Sackey. Oft suche der Preungesheimer vor seiner Arbeit die Geschäftsstelle auf, um seine Erledigungen abzuwickeln. Dass die Postbank, seit 2015 hundertprozentige Tochter der Deutschen Bank, die Niederlassung aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit schließt, wie die Konzernzentrale in der Vergangenheit verlautete, könne er nicht nachvollziehen. „Hier ist immer viel los“, sagt er. Vom Frankfurter Bogen im Osten des Stadtteils bis zum Marbachweg an der südlichen Quartiersgrenze: Bewohner im ganzen Viertel nähmen die Dienstleistungen in der Jaspertstraße in Anspruch.

Anwohner in Preungesheim sind frustriert

Mit seinem Unmut über die Filialschließung ist Sackey im Stadtteil in bester Gesellschaft. Insbesondere für ältere Menschen sei der Verlust der Stelle „eine Katastrophe“, sagt eine Anwohnerin im Vorbeigehen. „Sehr schlecht für die Menschen in Preungesheim“, findet Kunde Henrik Ordel den Wegfall des Geschäfts. Auch Anwohner El Hassane Aanouz ist frustriert: „Denen geht es nur ums Sparen“.

Der Preungesheimer wohnt im Haus direkt gegenüber der Niederlassung. Für ihn stellen andere Postbankstandorte, wie etwa in der Hügelstraße im Dornbusch, keine Alternative dar. „Wegen einer Gehbehinderung kann ich nicht mehr richtig laufen“, erklärt Aanouz. Er habe sich an der Unterschriftenaktion beteiligt, die der Nachbarschaftsverein im letzten Jahr gegen die Schließung organisiert hat (die FR berichtete). Sogar an den Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann habe man sich direkt gewandt – ohne Erfolg. Der Anwohner ist sichtlich enttäuscht: „Wir werden nicht gehört. Für uns Bürger ist das sehr, sehr traurig“.

Ortsbeirat 10 bemühte sich vergebens um den Standorterhalt

Auch der Ortsbeirat 10 bemühte sich vergebens um den Standorterhalt. In mehreren Anträgen forderte das Stadtteilgremium den Magistrat im vergangenen Jahr dazu auf, sich für den Verbleib der Postbank im Stadtteil einzusetzen. „Auf Großkonzerne wie die Deutsche Bank hat die Kommunalpolitik keinen wirklichen Einfluss“, sagt Ortsvorsteher Robert Lange (CDU). Natürlich bedauere man, dass das Geschäft schließt. Angesichts der Digitalisierung vieler Dienstleistungen sei das leider der aktuelle Trend.

Ein kleiner Lichtblick am Horizont sei jedoch der Fortbestand zumindest des Postgeschäfts im Stadtteil, so Lange. Ab sofort könnten Kunden in einem Post-Shop im Supermarkt Tegut am Gravensteiner Platz ihre Pakete aufgeben. Um Geld abzuheben müssen Bankkunden zukünftig jedoch in die Hügelstraße 181 ausweichen.

Was mit dem Grundstück an der Jaspertstraße in Zukunft geschehen wird, darüber konnte die Postbank gegenüber der FR keine Auskunft geben. Die Räumlichkeiten in der Jaspertstraße seien lediglich gemietet, sagte ein Postbank-Sprecher auf Anfrage. Über den Vermieter könne man keine Details bekanntgeben.

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