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Gala Montero und Rodrigo Alfonso Vidal beim Schnitt ihres Musicals. Renate Hoyer
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Gala Montero und Rodrigo Alfonso Vidal beim Schnitt ihres Musicals. Renate Hoyer

Kultur

Frankfurt: Premiere von „El Chabacano“ aus Frankfurt

  • VonAlina Hanss
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Am Freitag ist Premiere des lateinamerikanischen Musicals „El Chabacano“ aus Frankfurt.

Das Restaurant „El Chabacano“ steht kurz vor der Schließung. In all den Jahren ist es zum Treffpunkt der lateinamerikanischen Gemeinschaft in Frankfurt geworden. Nach Feierabend tauschen die Mitarbeiter:innen dort ihre Sorgen und Nöte aus. Sie sind fest entschlossen, alles dafür zu geben, das Restaurant zu erhalten.

Am Freitag ist die Premiere des gleichnamigen lateinamerikanischen Musicals aus Frankfurt. Die Charaktere, die aus unterschiedlichen Gründen nach Deutschland eingewandert sind, werden von Schauspieler:innen und Musiker:innen aus verschiedenen Ländern dargestellt. Im Restaurant „El Chabacano“ haben die Charaktere einen Ort gefunden, an dem sie sich über ihr neues Leben und ihre alte Heimat austauschen können. Das Musical behandelt das Gefühl, in genau diesen zwei Welten zu leben.

„El Chabacano“ – der Name des fiktiven Restaurants ist Programm. Gala Montero, künstlerische Leiterin und Regisseurin, erklärt die Bedeutungen. Der Begriff steht in Mexiko für eine Frucht, die einer Aprikose ähnelt. Chilen:innen beschreiben damit hingegen etwas Ordinäres oder Grobes. „Und zuletzt handelt es sich dabei auch um den Überbegriff spanischbasierter Sprachen, die man durch die Kolonialisierung auf den Philippen sprach.“ Die unterschiedlichen Bedeutungen fänden sich auch im Drehbuch wieder, erläutert sie.

Die Kompositionen wurden von dem chilenischen Musiker Rodrigo Alfonso geschrieben, wobei sie den typischen Stil der lateinamerikanischen Musik und deren Instrumente beinhalten. Unter den Stilen befinden sich Tango aus Argentinien, Mariachi aus Mexiko, Andenmusik aus Peru, Chile, Bolivien, Ecuador und Argentinien, Salsa aus Kuba und der Karibik sowie peruanischer Walzer. Die Musikstücke werden von Instrumenten wie der mexikanischen Vihuela, Guitarrón, Gitarre, Charango, Quena, peruanischem Cajón und lateinamerikanischen Percussions vertont. Unterstützt wird das Ensemble unter anderem von dem Violinisten Victor Daniel Bustamante, Mitglied des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz. Dazu Komponist Alfonso: „Musikalisch nehmen wir die Zuschauer:innen auf eine Reise quer durch Süd- und Mittelamerika.“

Aufführung

Das lateinamerikanische Musical „El Chabacano“ wird komplett online zu sehen sein.

Die Aufführung wird ab Freitag von 19 Uhr an auf der Internetseite rodrigoalfonso.com gestreamt werden. Zusätzlich wird das Musical auch am 26. und 27. Juni 2021 verfügbar sein.

Das Preissystem ist solidarisch gestaltet. Das günstige Streaming-Ticket kostet nur 5 Euro, ein Solidaritätsticket 10 Euro und ein Support-Ticket 20 Euro. Die Zuschauer:innen können wählen, welchen Preis sie derzeit zahlen können und möchten. prah

Das Musical ist in spanischer Sprache, die Aufführung ist mit deutschen Untertiteln versehen. „Wir haben das Stück für Menschen geschrieben, die in Deutschland aufgewachsen sind, und die daher wenig Bezug zur lateinamerikanischen Kultur haben. Trotzdem ist es auch für lateinamerikanische Zuschauer:innen schön, sich mit den unterschiedlichen Charakteren zu identifizieren“, erklärt Montero. Es gehe darum, den Menschen in Deutschland mehr über die Gefühle und Geschichten von Menschen mit Migrationshintergrund beizubringen.

Internationale Musicaldarsteller:innen, lokale Produktion – das fiktive Frankfurter Restaurant El Chabacano macht deutlich, welche Rolle die Mainmetropole für viele Lateinamerikaner:innen spielt. Rodrigo Alfonso und Gala Montero sind beide in Chile geboren und dann nach Frankfurt gekommen. „Jetzt arbeite ich in Frankfurt als Theatermacherin und bin glücklich darüber, Teil der lateinamerikanischen Szene zu sein“, sagt Montero. Die Produktion ist in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Instituto Cervantes entstanden, das spanischsprachige Kultur fördert.

Die Regisseurin und der Komponist verarbeiten mit dem Musical auch ihre eigenen persönlichen Erfahrungen. „Wir möchten darstellen, was für ein großes Ereignis es bedeutet, ein neues Leben in Deutschland anzufangen und das alte erst mal hinter sich zu lassen. So eine Veränderung ist mit vielen Gefühlen verbunden, positiven wie negativen“, macht die Regisseurin deutlich. Freude und Ängste, aber auch Nostalgie und Sehnsucht – ein neues Leben in einem anderen Land bringe alles auf einmal mit sich.

Frankfurt verfüge über eine große lateinamerikanische Gemeinschaft. Neben dem Instituto Cervantes erwähnt die Regisseurin Gala Montero auch das Filmfestival oder die Themenwoche an der Goethe-Universität. „Der kulturelle Austausch bietet einen Platz des Zusammenkommens für Menschen aus vielen Ländern“, sagt sie. „Mit unserem Musical stellen wir der lateinamerikanischen Community eine Bühne zur Verfügung.“ Die Proben für das Musical sind bereits abgeschlossen, auch der Dreh ist beendet. Gerade sitzen Gala Montero und Rodrigo Alfonso an den letzten Schnitten, um das Stück für die Online-Premiere am Freitag vorzubereiten. Der Pandemie wegen hatten sich die beiden in Absprache mit dem Instituto Cervantes bereits im März dafür entschieden, das Musical online und damit ohne Publikum aufzuführen.

Nach der Premiere wird das Musical noch das ganze Wochenende zu sehen sein. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir das Stück im Sommer noch mal aufführen werden“, sagt die Regisseurin. Die Gruppe plant zudem, „El Chabacano“ im nächsten und übernächsten Jahr auch in Mexiko und Chile zu spielen.

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