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Es war trotz Corona eine gute Saison für die Freibäder. In Hausen hat Bademeister Andrei Dragomir noch zu tun.

Freizeit

Positive Bilanz in Freibädern

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Trotz der Corona-Pandemie sind fast eine halbe Million Menschen in Frankfurt baden gegangen. Am Online-Verkauf der Tickets will man auch über die Krise hinaus festhalten.

Die Sonne brennt vom Himmel, als Bäderchef Boris Zielinski die Freibadsaison zumindest größtenteils für beendet erklärt. „Das war schon eine turbulente Sommersaison“, sagt Zielinski und schiebt dann nach: „Aber wir sind ja noch mittendrin.“ Allerdings haben die drei großen Freibäder Eschersheim, Brentano und Stadion nun geschlossen und da hielten es Zielinski und Sportdezernent Markus Frank (CDU) am Montag für angebracht, schon mal eine Bilanz zu ziehen.

Seit der Eröffnung der Saison am 15. Juni seien 467 000 Besucher in die sieben Freibäder gekommen. „Das ist eine gigantische Zahl, mit der wir vor der Eröffnung nicht gerechnet hätten“, so Zielinski. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison waren ab dem 15. Juni 608 000 Menschen in die Frankfurter Freibäder gekommen. Da durften allerdings in einem heißen Sommer an Spitzentagen bis zu 10 000 Menschen in die großen Freibäder - eine undenkbare Zahl während der Corona-Pandemie. Die Zahl könnte aber auch deshalb recht hoch sein, weil stolze 120 000 Kinder unter 15 Jahren in dieser verkürzten Saison kostenlos in die Freibäder kamen.

Noch offene Freibäder

Das Riedbad in Bergen-Enkheim hat wegen des schönnen Wetters noch bis einschließlich Sonntag, 20. September auf. Das Silobad in Höchst hat sogar noch bis zum 27. September auf. Das beheizte Freibad Hausen beschließt traditionell als letztes Bad die Frankfurter Freibadsaison und schließt dieses Jahr am Sonntag, den 4. Oktober. ote

Dass dennoch etwa 70 Prozent der sonst üblichen Besucherzahlen erreicht wurden, lag an dem Schichtbetrieb, den Sportdezernent Frank im Überschwang als „genial“ einstufte. Das dürfte nicht jeder Badegast unterschreiben, der das Freibad an einem heißen Tag um 14 Uhr räumen musste, weil dann eine einstündige Putz- und Desinfektionspause folgte. Die Badegäste, die ab 15 Uhr kamen, dürften sich indes gefreut haben, ein in den Umkleide- und Toilettenbereichen sauberes Bad vorzufinden.

Die Einschätzung Franks beruht auf der Tatsache, dass zu Beginn der Pandemie an eine Freibadsaison niemand glauben konnte. Frank erinnerte daran, dass Frankfurt seine Schwimmbäder im März zunächst mal auf Druck aus Wiesbaden schließen musste. Die Bäderbetriebe erarbeiteten daraufhin ein Hygienekonzept, dass die Landesregierung nach anfänglichem Zögern für so gut befand, dass es auch für die Freibäder anderer Kommunen als maßgeblich erachtet wurde.

Die Pandemie hat laut Frank nicht nur negative Aspekte gehabt, sondern auch positive Entwicklungen beschleunigt. „Wenn mir von einem Jahr jemand gesagt hätte, dass wir dieses Jahr alle Tickets für die Schwimmbäder online verkaufen können, hätte ich das nicht geglaubt“, gestand Frank. Der Onlineverkauf habe sich als Service derart bewährt, dass man ihn „den Menschen nicht mehr wegnehmen kann“, so Frank. Ein positiver Nebeneffekt des registrierten Onlineverkaufs sei, dass es zudem noch nie so wenig Ärger mit Jugendlichen gegeben hätte. Offenbar zügeln Halbstarke ihr Temperament und benehmen sich, wenn sie wissen, dass ihre Personalien bekannt sind.

Am Montagvormittag vermeldete das Freibad Hausen übrigens mit 540 Personen „ausverkauft“, die Saison läuft also wirklich noch.

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