Sascha Euler und seine Kollegen beleben das Gebäude am Opernplatz 2 temporär.
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Sascha Euler und seine Kollegen beleben das Gebäude am Opernplatz 2 temporär.

Gastronomie

Frankfurt: Pop-Up-Gastronomien eröffnen am Opernplatz

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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Verschiedene Frankfurter Gastronomen bespielen das bekannte leerstehende Gebäude am Opernplatz 2. Sechs Monate lang gibt es hier vor dem Abriss des Gebäudes Pizza bis Poké Bowl.

Nicht nur so einen Hipsterkram soll es hier am Opernplatz 2 zu essen geben. Das betont Sascha Euler gleich zu Anfang. Er ist einer der Frankfurter Gastronomen, die bis Ende des Jahres Frankfurts neueste Pop-up-Location bespielen werden. Wenige Tage zuvor ist alles noch hinter einer weißen Trennwand versteckt, alles noch ein bisschen geheim, alles noch ein bisschen Baustelle. Der Spielort ist das seit vier Jahren leerstehende Gebäude, in dem einst Juweliere und Ärzte ihre Adressen hatten. Lange war hier auch das Mövenpick-Restaurant.

Ab dieser Woche soll es hier nun Pizza, Craftbier, Kaffeespezialitäten, Eiscreme, hausgemachte Pasta, Poké Bowls und Drinks geben. Alles zum Mitnehmen. Denn zum Drinsitzen reicht der Platz nicht. Aber die Außenfläche ist groß. „Wir stellen Stühle und Tische auf, so dass die Leute draußen sitzen und essen können. Mit Mindestabstand reicht der Platz für 200 bis 300 Gäste“, sagt Euler, Betreiber des „Naiv“ in der Innenstadt.

Auch wollen er und seine Kollegen auf der angrenzenden Grünfläche Sand aufschütten, um ein bisschen Strandurlaubsgefühl aufkommen zu lassen. Mit viel Liebe haben er und sein Team die Verkaufsfläche im Erdgeschoss für das „Naiv-Pizza“ knallgelb gestrichen und hergerichtet. „Denn die Räume waren schon sehr ’runtergekommen“, sagt Tobias Sauerbier.

Der Frankfurter ist Vorstandsmitglied der Signa Prime Selection, die das Grundstück im März von der Allianz gekauft hat. Die Signa Prime Selection ist Teil der Signa-Gruppe – zu diesem Immobilien- und Handelsunternehmen gehört auch Galeria Karstadt-Kaufhof. „Im Januar 2021 planen wir das Gebäude abzureißen und dann einen Neubau mit einer Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie und Büros zu errichten“, sagt Sauerbier.

„Aber bis dahin wollen wir die Location gerne Gastronomen anbieten, die gerade in der Corona-Zeit mit Umsatzeinbußen zu kämpfen hatten. Wir stellen ihnen nicht nur das Gebäude zur Verfügung, sondern auch gleichzeitig diese einmalige Lage am Opernplatz.“ 500 der 12 000 Quadratmeter des Gebäudes würden für das Pop-up genutzt.

Jeder Gastronom hat seine eigene Verkaufsfläche im Erdgeschoss. Sauerbier schaut vor der Eröffnung vorbei, macht Fotos mit dem Smartphone, als gerade die Surferwelle auf das Dach des Pop-up-Zuhauses von Kahuna Poké gesprayt wird. Hier gibt es diese angesagten Schalen auf Fleisch-, Lachs- oder Tofu-Basis mit Reis, Quinoa und Salat. Das eigentliche Kahuna-Poké-Restaurant befindet sich in der Hanauer Landstraße.

Euler hat das Pop-up-Konzept am Opernplatz erstellt. Zu seinem Restaurant „Naiv“ in der Fahrgasse gehören noch ein Craftbier-Laden, ein Tasting-Raum und eine Pizzeria.

„Dass wir jetzt auch in einer solchen Lage mit unserer Pizza und Craftbier präsent sind, ist eine einmalige Chance“, sagt er. „Auf diese Weise können wir verlorene Einnahmen wieder ’reinholen. Wir als ,Naiv‘ hatten gerade 2019 eine riesige Baustelle und mussten einen hohen Kredit aufnehmen, um uns zu vergrößern. Zwei Monate nach der Eröffnung der beiden neuen Räume kam Corona.“

Miete müssen die Gastronomen für ihr Pop-up-Angebot nicht zahlen. Euler war wichtig, dass die Gastro-Kollegen ebenfalls mit Herz und Engagement dabei sind. Wie zum Beispiel die etablierte Kaffeerösterei Hoppenworth & Ploch. „Unsere Kuchen sind bereits in aller Munde, hier wollen wir noch einen Schritt weiter gehen mit einer eigenen Konditorin“, erzählt Matthias Hoppenworth.

Auch Teil des Projekts sind das italienische Restaurant Vini da Sabatini mit frischer Pasta, das Eislabor Cortina 2.0 mit klassischem italienischem Eis und die Bar „The Parlour“, die am Opernplatz neben Drinks auch Tacos anbieten will.

Haben die Gastronomen eigentlich keine Angst, dass der ohnehin gerade sehr beliebte Opernplatz noch mehr überlaufen wird? „Wir wissen, dass die Leute heißlaufen, aber wir werden alles tun, um das zu steuern“, sagt Sascha Euler. Ob mit Einlassbeschränkungen oder nicht, müssten sie erst noch ausprobieren. „Denn eigentlich ist unser Platz groß genug.“ Und eigene Mülleimer hätten sie auch.

Die Pop-up-Locationam Opernplatz 2 öffnet in dieser Woche und ist dann täglich von 11 bis 24 Uhr geöffnet.

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