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Frankfurt: Polytechnik-Preis für Lernroboter

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Von: Steven Micksch

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Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft prämiert MINT-Bildungskonzepte mit 77000 Euro. Die besten sollen nach Frankfurt transferiert werden.

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft hat im Rahmen des Polytechnik-Preises 2022 insgesamt 77 000 Euro an vier fachdidaktische Konzepte in der MINT-Bildung (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) vergeben. Der Hauptpreis ging diesmal in die Schweiz.

Wie die Stiftung in einer Pressemitteilung erklärt, überzeugte die Jury am meisten die Idee von Francesco Mondada von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne. Sein lebensbegleitender Lernroboter Thymio fördere ein besseres MINT-Bewusstsein, indem die Vorteile der Robotik mit informatischem Denken auf spielerische Art und Weise miteinander verbunden werden.

Sein interdisziplinärer Charakter unter Abdeckung aller MINT-Fächer, das einfach zu bedienende physische Objekt, die Interaktion mit der realen Welt durch Sensoren und Aktuatoren (Bauelemente, die elektrische Signale in mechanische Bewegung oder in andere physikalische Größen umsetzen, Anm. d. Red.) sowie die Möglichkeit unmittelbaren Feedbacks zu Designentscheidungen, Berechnungen und Hypothesen hätten den Ausschlag gegeben. Damit würden bei Schülerinnen und Schülern Freiräume für kreative Lösungswege geöffnet und das Lernen von Grundkonzepten der Informatik unterstützt.

Der zweite Platz ging an die Philipps-Universität Marburg. Jorge Groß, Lehrstuhlinhaber für Didaktik der Naturwissenschaften, entwickelte die Lehr-Lern-Plattform „ID-LOGICS“, ein digitales System zur Bestimmung von Tier- und Pflanzenarten für Jugendliche.

Rang drei ging an Jochen Kuhn in München. Der Leiter des Lehrstuhls für Didaktik der Physik an der dortigen Ludwig-Maximilians-Universität hat das Konzept „Digitale Schweizer Taschenmesser“ entwickelt, das die Verwendung mobiler Medien zum Experimentieren in MINT-Fächern zum Gegenstand hat.

Zusätzlich gab es noch einen Sonderpreis für Nadja Belova, Akademische Rätin am Institut für Didaktik der Naturwissenschaften, Abteilung Chemiedidaktik, Universität Bremen, und Moritz Krause, Lehrer für Chemie und Biologie am Schulzentrum Geschwister Scholl Gymnasiale Oberstufe Bremerhaven und teilabgeordnete Lehrkraft am Institut für Didaktik der Naturwissenschaften an der Universität Bremen. Ihr Konzept „HIQO – Das Wasser mit Leitfähigkeitsextrakt“ beschäftigt sich mit der Entlarvung falscher wissenschaftlicher Behauptungen in sozialen Medien.

Der Polytechnik-Preis wird seit 2011 verliehen. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft will nun die ausgezeichneten und praktisch erprobten Preisträgerkonzepte nach Frankfurt transferieren, sodass möglichst viele Kinder und Jugendliche der Stadt von den innovativen, wirksamen MINT-Vermittlungskonzepten profitieren können.

Mehr Infos zu den nominierten Konzepten unter www.polytechnik-preis.de

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