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Bei einer Podiumsdiskussion über ein mögliches Kopftuch-Verbot in Deutschland kam es in der Goethe-Universität Frankfurt zu einer Protestaktion und Ausschreitungen, bei denen jedoch niemand verletzt wurde. (Symbolbild)

Goethe-Universität Frankfurt 

Protest und Ausschreitung bei Podiumsdiskussion über Kopftuch-Verbot

Während einer Veranstaltung zu einem Kopftuch-Verbot in der Goethe-Universität Frankfurt kommt es zu einer Protestaktion der Gruppe „Studis gegen rechte Hetze“. Es folgen Ausschreitungen und ein Polizeieinsatz. 

  • Protestaktion der Gruppe „Studis gegen rechte Hetze“ während Podiumsdiskussion
  • Während der Veranstaltung kommt es zu Ausschreitungen
  • Es sollte über ein Kopftuch-Verbot in Deutschland diskutiert werden

Frankfurt -  Am Donnerstagabend (16.01.2020) wurde in der Goethe-Universität Frankfurt während einer Podiumsdiskussion über ein mögliches Kopftuch-Verbot in Deutschland protestiert. Laut Aussage der Polizei vom Freitag (17.01.2020) kam es dabei zu Handgreiflichkeiten. Es soll jedoch niemand verletzt worden sein.

Ein aktueller Hintergrund der Veranstaltung: Während des CDU-Parteitags in Leipzig stand im November 2019 unter anderem dieses Thema auf der Agenda: ein mögliches Kopftuch-Verbot für Mädchen in Grundschulen und Kitas.

Goethe-Universität Frankfurt - Gruppe „Studis gegen rechte Hetze“ demonstriert

Die Gruppe „Studis gegen rechte Hetze“ bekannte sich auf ihrer Facebook-Seite zu der Protest-Aktion. Im Rahmen einer dort veröffentlichten Pressemitteilung teilten sie die Gründe für ihr Handeln mit. Mit der Protest-Aktion sollte „auf die Gefährlichkeit und Funktion der sogenannten Kopftuch-Debatte aufmerksam“ gemacht werden. Die an der Protest-Aktion beteiligten Mitglieder der Gruppe hielten bereits vor Beginn der Veranstaltung Protest-Plakate in die Höhe und verteilten Flyer. Darüber hinaus beschreibt die Gruppe in ihrer Pressemitteilung, zu welchen Handgreiflichkeiten es während der Veranstaltung gekommen sein soll und wer daran beteiligt gewesen sei. Von der Polizei gibt es hierzu keine genauen Angaben. 

Diskussion im Studierendenhaus der Goethe-Universität 

Die Veranstaltung mit dem Titel „Die Verschleierung; Modeaccessoire, ein religiöses Symbol oder ein politisches Instrument?“ fand im Festsaal des Studierendenhauses der Goethe-Universität statt und wurde von „Terre des Femmes Städtegruppe Rhein-Main“, dem  AStA der Goethe-Universität Frankfurt und den „Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung“ organisiert. Im Informationstext der Veranstaltung wird die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashion“, die zwischen dem  5. April und 30. August 2019 im Museum für Angewandte Kunst zu sehen war, kritisiert. Die Podiumsdisksussion in der Goethe-Universität solle laut Informationstext  „unabhängig vom Museum für Angewandte Kunst [...] gedacht werden und drei neue Perspektiven der Frankfurter Stadtgesellschaft“ aufzeigen. Über den Fall berichteten zuletzt verschiedene Medien.

Offenbach: Der ehemalige Antidiskriminierungsbeauftragte und ehrenamtliche Stadtrat der Grünen, Wilfried Jungbluth, kritisiert weiterhin den Umgang der Stadt mit dem Thema Kopftuchtragen im öffentlichen Dienst.* 

dpa/Astrid Theil

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