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Frankfurt: Polizei verstärkt im queeren Viertel unterwegs

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Von: Kathrin Rosendorff

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Manuel Irlbeck wurde Anfang Juli unweit des Regenbogenkreisels der Kiefer gebrochen nachdem er homophob beleidigt wurde.
Manuel Irlbeck wurde Anfang Juli unweit des Regenbogenkreisels der Kiefer gebrochen nachdem er homophob beleidigt wurde. © Michael Schick

Nach den queerfeindlichen Angriffen in der Innenstadt sollen mehr Kräfte eingesetzt werden. Außerdem sollen diese Straftaten nun beim Staatsschutzkommissariat der Frankfurter Kriminalpolizei bearbeitet werden, da in den meisten Fällen Hass ein Tatmotiv sei.

Nach mehreren queerfeindlichen Übergriffen in der Innenstadt will die Polizei unweit der Konstablerwache, wo viele Bars für die LGBTIQ-Community sind, jetzt mehr Präsenz zeigen. Auch Zivilbeamt:innen sollen zum Einsatz kommen, das kündigte die Polizei am Mittwoch an.

In ihrer öffentlichen Pressemitteilung schreibt sie: „Null Toleranz bei queerfeindlichen Übergriffen.“ Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen und andere, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren. „Es ist vollkommen inakzeptabel, dass sich Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und ihrer äußeren Erscheinung in bestimmten Straßen nicht mehr sicher fühlen“, betont die Polizei.

Seit März häufen sich die Übergriffe: So wurde unter anderem die Frankfurter Dragqueen Electra Pain an der Konstablerwache mit Pfefferspray angegriffen. Manuel Irlbeck wurde Anfang Juli unweit des Regenbogenkreisels erst homophob beleidigt, dann der Kiefer gebrochen. Beide sowie weitere Menschen aus der Community forderten mehr Polizeischutz vor Ort.

Die Polizei will nun mit einem verstärkten Präsenz- und Schutzkonzept reagieren. Innerhalb des Präsidiums seien zudem die Meldewege verbessert worden, um bei Hinweisen auf queerfeindliche Übergriffe rascher und gezielter reagieren zu können. Außerdem sollen solche Straftaten nun beim Staatsschutzkommissariat der Frankfurter Kriminalpolizei bearbeitet werden, da in den meisten Fällen Hass ein Tatmotiv sei.

Am kommenden Wochenende wird in Frankfurt der Christopher Street Day der queeren Community gefeiert. Dafür hat die Polizei ihr Einsatzkonzept den Angaben zufolge noch einmal angepasst. So würde die Zahl an eingesetzten Polizistinnen und Polizisten erhöht. Dazu werden mobile Sicherheitskameras im Bereich der Konstablerwache installiert.

„Uns liegen keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung des CSD in Frankfurt vor“, hieß es in einer Erklärung von Vizepräsident Björn Gutzeit und des designierten Polizeipräsidenten Stefan Müller.

„Die Frankfurter Polizei wird aber zum Schutz der Veranstaltung und der feiernden Menschen mit starken Kräften Präsenz zeigen. Unsere Botschaft ist eindeutig: Für Hass und Gewalt ist in Frankfurt kein Platz.“

Im Stadtparlament soll an diesem Donnerstag ein Antrag unter dem Titel „Akzeptanz und Sichtbarkeit queerer Menschen erhöhen“ diskutiert und beschlossen werden. Dabei geht es vor allem um präventive Maßnahmen. Dragqueen Electra Pain zeigte sich erfreut, dass die Polizei mehr Präsenz zeigen will. Die Community werde auf die Umsetzung ein Auge haben, sagte sie der FR. (mit dpa)

Manuel Irlbeck hat einen Film über den Angriff auf ihn auf Youtube, veröffentlicht. Ihm wurde der Kiefer gebrochen.

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