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Unverhältnismäßige Polizeieinsätze

Frankfurt: Polizei trifft sich mit türkischen Vereinen

  • Helen Schindler
    VonHelen Schindler
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Zwei Fälle, in denen die Frankfurter Polizei unverhältnismäßig hart gegen zwei Männer vorgegangen sein soll, sorgen für Unmut. Nun soll eine Aussprache die Wogen glätten.

Nach zwei Einsätzen, bei denen der Frankfurter Polizei unverhältnismäßiges Vorgehen gegen zwei Männer vorgeworfen wird, haben sich Vertreter der Frankfurter Polizei und der türkischen Vereine in Hessen getroffen. Das vonseiten der türkischen Vereine initiierte Zusammenkommen habe am vergangenen Mittwoch stattgefunden, teilte die Polizei am gestrigen Montag mit.

Die Frankfurter Rundschau hatte über den Fall eines Mannes geschrieben, der von einer erniedrigenden Behandlung bei einer Polizeikontrolle im Hotel „Altes Zollhaus“ in der Hanauer Landstraße berichtet hatte. Am 7. April habe der 43-jährige Unternehmer Y. nach eigenen Angaben der Polizei bei einer nächtlichen Kontrolle im Hotel helfen wollen. Daraufhin sei er von einem Polizisten aufgefordert worden, mit ihm auf die Toilette zu gehen und dort Hose und Unterhose auszuziehen.

Bei einem Einsatz am 15. Mai in der Mainzer Landstraße im Gallus sollen Beamte zu hart gegen einen 34-Jährigen vorgegangen sein. Der offenbar psychisch kranke Mann sei brutal festgenommen worden. Gegen die Beamten liegt eine Strafanzeige wegen Körperverletzung im Amt vor.

Hintergrund des nun stattgefundenen Treffens sei die Verunsicherung bei türkischen Mitbürgerinnen und -bürgern aufgrund der Zunahme an Vorwürfen gegenüber der Polizei gewesen. Die Vertreter der türkischen Vereine hätten dargelegt, dass Ereignisse wie NSU, NSU 2.0 und der rechte Terror in Hanau zu einem großen Vertrauensverlust in die Sicherheitsbehörden bei Bürgerinnen und Bürgern mit türkischen Wurzeln geführt habe. Sie machten die Polizei auf einen „Entfremdungsprozess bei gesellschaftlichen Gruppen“ aufmerksam und rieten dazu, künftig „noch schneller auch die Opferbelange zu berücksichtigen beziehungsweise in Kontakt mit den Opfern zu treten“, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.

Das Treffen habe in „einer sehr offenen und konstruktiven Atmosphäre“ stattgefunden, urteilt die Polizei. Beide Seiten hegten demnach den Wunsch, die Vorwürfe schnellstmöglich aufzuklären und seien sich einig, „dass sich solche Bilder nicht wiederholen sollten“. Beide Ereignisse würden derzeit juristisch überprüft.

Polizeivizepräsident Björn Gutzeit habe betont, dass die Polizei unmittelbar nach dem Vorfall im Gallus das Gespräch mit einem regionalen Vereinsvorsitzenden sowie dem Vorsitzenden der Kommunalen Ausländervertretung in Frankfurt gesucht habe. Bald soll es ein Treffen in der für das Gallus zuständigen Moscheegemeinde mit der Familie des betroffenen Mannes geben, was die Vertreter der türkischen Vereine begrüßten.

Gespräche der Polizei und der türkischen Gemeinde soll es nun in regelmäßigen Abständen geben.

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