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Die Polizei war am Samstag mit einer sehr großen Zahl von Einsatzkräften und zwei Wasserwerfern in Frankfurt präsent.
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Die Polizei war am Samstag mit einer sehr großen Zahl von Einsatzkräften und zwei Wasserwerfern in Frankfurt präsent.

Polizei im Einsatz

„Querdenken“-Demo in Frankfurt: Polizei stoppt Corona-Proteste - „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Die Polizei hat am Samstag einen Aufmarsch gegen die Corona-Politik in Frankfurt schon kurz nach Beginn aufgelöst. Sie sah zu viele Verstöße gegen die Auflagen.

Frankfurt - Die Polizei hat am Samstagnachmittag zwei große Versammlungen der „Querdenken“-Szene in Frankfurt wegen Verstößen gegen die von der Stadt Frankfurt erlassenen Auflagen aufgelöst. Etwa 1500 Gegner:innen der Corona-Politik waren laut Polizei gegen 15 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Opernplatz gekommen. Zeitgleich begann am Reuterweg, nicht weit davon, die Auftaktkundgebung für einen Demonstrationszug, zu dem nach Polizeiangaben rund 700 Menschen kamen. Vom ebenfalls angekündigten Autokorso der „Impfgegner“ war dagegen nichts zu sehen.

Schon an den vergangenen Samstagen waren teilweise mehr als 2000 Menschen aus dem „Querdenken“-Umfeld in der Frankfurter Innenstadt auf die Straße gegangen – und hatten dabei größtenteils trotz der Pandemie weder Abstand gehalten noch Maske getragen, was auf sehr viel Kritik gestoßen war. Vor den neuen Demonstrationen hatte die Stadt klare Auflagen gemacht und die Polizei angekündigt, die Verstöße konsequent zu ahnden.

Corona-Proteste: Polizei nimmt in Frankfurt einen Mann mit gelbem Stern fest, auf dem „ungeimpft“ stand

Tatsächlich wies die Polizei, die mit einer sehr großen Zahl an Einsatzkräften in der Frankfurter Innenstadt präsent war, diesmal an beiden Orten jeweils rasch und mehrfach auf Verstöße gegen die Hygieneauflagen wie die Maskenpflicht und die Abstandsregeln hin. Schon um 14.40 Uhr nahm sie einen Mann vorläufig fest, der auf seiner Jacke einen gelben Stern trug, auf dem „ungeimpft“ stand – also die Situation der nicht geimpften Menschen mit der der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus verglich.

Die Anmelder:innen der Kundgebungen zeigten sich nach Angaben der Polizei alles andere als kooperativ. „Die Versammlungsleitung am Opernplatz weigert sich, für die Einhaltung der Auflagen zu sorgen“, teilte die Polizei gegen 15.30 Uhr via Twitter mit. Schon kurz darauf erklärte sie beide Versammlung für beendet, forderte alle Demonstrant:innen auf, die Orte zu verlassen und begann schließlich, diese zu räumen. Am Reuterweg fuhren zwei Wasserwerfer auf, die jedoch nicht zum Einsatz kamen.

Corona-Proteste: Impfgegner ziehen durch Frankfurt und brüllen „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“

Nach der Auflösung der Demonstration und der Kundgebung und des Verbots, Versammlungen thematisch gleichen Inhalts abzuhalten, war die Lage bis in den Abend hinein unübersichtlich. Kleine und größere Gruppen aus dem „Querdenken“-Umfeld liefen mit Schildern gegen die Corona-Impfung durch die Innenstadt, brüllten Slogans wie „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“, versuchten, sich neu zu sammeln. Und stießen dabei, etwa am Rathenauplatz immer wieder auf Polizeikräfte, die das zu verhindern suchten. Zugleich waren diesmal, anders als in den Wochen zuvor, viele Menschen unterwegs, die gegen die „Impfkritiker“ und „Querdenker“ auf die Straße gingen. Die Polizei schätzte am Sonntag, es sei eine mittlere dreistellige Zahl an Gegendemonstrant:innen in der Stadt gewesen.

Trotz des Verbots, neue Versammlungen zu bilden, formierte sich nach Angaben der Polizei am Eschenheimer Tor und im Bahnhofsviertel jeweils eine niedrige dreistellige Zahl an Gegner:innen der Corona-Politik. Der Polizei gelang es dabei, wie sie am Samstagabend mitteilte, überall zu verhindern, dass sich erneut dauerhafte Versammlung bildeten. Im Bahnhofsviertel kam es laut Polizei kurz vor 17 Uhr zu Gerangel und Angriffen auf die Einsatzkräften. Diese setzte, wie sie über Twitter mitteilte, Pfefferspray und Schlagstöcke ein.

Polizei berichtet von Flaschenwurf auf Polizeibeamten bei Corona-Protesten in Frankfurt

Die Polizei berichtet auch von weiteren vereinzelten Angriffen auf Polizeikräfte. So habe eine Person eine Flasche auf einen Polizeibeamten geworfen, der allerdings nicht verletzt worden sei. Der Angreifer sei identifiziert und festgenommen worden, hieß es. Insgesamt sei es zu elf Festnahmen gekommen. Die Polizei habe zudem die Identität von 89 Personen festgestellt. Näheres zu begangenen Straftaten im Umfeld der Demonstrationen teilte die Polizei am Sonntag auch auf Nachfrage nicht mit. (Christoph Manus)

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