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Frankfurt: Platz auf Straßen für Kinder statt für Autos

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Von: Florian Leclerc

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Eine Kidical Mass führte im September aus der Innenstadt in die Kiesstraße, die zur Sommerstraße umfunktioniert worden war. Foto: Rolf Oeser
Eine Kidical Mass führte im September aus der Innenstadt in die Kiesstraße, die zur Sommerstraße umfunktioniert worden war. © Rolf Oeser

In Frankfurt soll es in diesem Sommer 15 Nachbarschaftsstraßen geben, auf denen kleine Straßenfeste stattfinden könnten. Die Straßen sollen weitgehend für den Verkehr gesperrt werden.

Die Initiative Bockenheim außer Haus hat es im vergangenen Jahr vorgemacht. An zwei Samstagen, zunächst im Juli, dann im September, wurde die Kiesstraße in Bockenheim nachmittags für den Verkehr gesperrt und zu einer Sommerstraße mit Straßenfestcharakter umfunktioniert. Kinder spielten, Seifenblasen stiegen in die Luft, Holzmöbel wurden gestrichen, es gab einen kleinen Flohmarkt.

In diesem Jahr soll es weitere Sommerstraßen beziehungsweise Nachbarschaftsstraßen geben – so der Wille der Koalition im Römer.

Patinnen und Paten für Nachbarschaftsstraßen finden

Der Magistrat soll im Auftrag der Koalition prüfen, wo im Sommer 15 Nachbarschaftsstraßen umgesetzt werden könnten, in der Innenstadt und auch in den äußeren Stadtteilen. Dabei sollen die Ortsbeiräte einbezogen werden. Auf den Straßenabschnitten sollen an jeweils einem Sonntagnachmittag keine Autos parken und fahren dürfen.

Rettungsfahrzeuge und Fahrzeuge für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen sollen weiterhin über die Straßen fahren dürfen – die Zahl der Autos dürfte aber überschaubar bleiben.

Bei der Findung soll der Magistrat berücksichtigen, wo viele Kinder wohnen, es wenig Grünanlagen in der Nachbarschaft gibt und es verkehrlich möglich ist.

Für die Nachbarschaftsstraßen sollen Patinnen und Paten gesucht werden, die sich um die Betreuung kümmern. Sie sollen im Wesentlichen dafür sorgen, dass Rettungskräfte und Fahrzeuge für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen passieren können, während die Straße für den übrigen motorisierten Verkehr gesperrt bleibt. Denkbar sei auch, dass sich die Patinnen und Paten bei der Bewerbung der Nachbarschaftsstraße im Quartier oder bei der Bespielung der Straße einbringen. Der Magistrat soll sie unterstützen.

„Zahlreiche Frankfurter Bürger:inneninitiativen und Anträge der Ortsbeiräte führten vor Augen, dass der Wunsch nach sicherem Begegnungs- und Bewegungsraum in den Quartieren gestiegen ist. Diesem Wunsch möchten wir in einem ersten Schritt mit temporären Nachbarschaftsstraßen in den Sommermonaten nachkommen“, teilte die Koalition mit.

Als Vorbild wird auch Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin genannt. Dort gibt es seit zwei Jahren das Modell der temporär gesperrten Straßen an Sonntagnachmittagen mit Betreuung von lokalen Patinnen und Paten.

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