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Frankfurt-Pass: Das Neun-Euro-Ticket für Bedürftige

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Von: Florian Leclerc

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Junge und alte Menschen mit Frankfurt-Pass zahlen künftig umgerechnet nur noch etwa neun Euro im Monat für Bus und Bahn. Die Stadt hat vor, ihre Zuschüsse zu verdoppeln.

Frankfurt - Junge und alte Menschen mit Frankfurt-Pass sollen künftig nur noch etwa neun Euro im Monat für Fahrscheine zahlen. Das geht aus einem Vortrag des Magistrats hervor, den die Stadtverordneten noch beschließen müssen. Konkret sollen das Schülerticket Hessen und die Seniorenkarte in Hessen, beide mit Frankfurt-Pass, von 1. Januar 2023 an 109,50 Euro im Jahr kosten (2022: 239,00 Euro). 109,50 Euro im Jahr entsprechen 9,12 Euro im Monat. Erwachsene mit Frankfurt-Pass zahlen für eine Neun-Uhr-Jahreskarte künftig 199,35 Euro im Jahr.

Die neuen Preise entsprechen 30 Prozent der regulären Kosten für die Tickets. Im Umkehrschluss heißt das: Der Magistrat will den Zuschuss bei den Zeitkarten des RMV für Frankfurt-Pass-Inhaber:innen auf einheitlich 70 Prozent des Regelpreises erhöhen. Derzeit beträgt das Budget der Stadt für den Frankfurt-Pass 5,7 Millionen Euro. Durch die Reform wird sich die Summe im Jahr 2023 auf voraussichtlich 9,8 Millionen Euro erhöhen. Vor Corona wurden noch etwa 3,2 Millionen Euro für die Bezuschussung von RMV-Zeitkarten verwendet.

Neun-Euro-Ticket in Frankfurt: Reaktion auf steigende Lebenshaltungskosten

„Mobilität muss für alle bezahlbar sein. Mit dem jetzt von uns vorgeschlagenen Schritt kann die Stadt Frankfurt sowohl sozial als auch ökologisch einen wesentlichen Beitrag leisten“, teilten Sozialdezernentin Elke Voitl und Verkehrsdezernent Stefan Majer (beide Grüne) gemeinsam mit.

Den Frankfurt-Pass erhalten Menschen, die über ein geringes Einkommen verfügen. Die Einkommensgrenze für eine Person im Haushalt liegt bei 976 Euro netto, für zwei Personen bei 1264 Euro netto, bei drei Personen sind es 1550 Euro netto. Die Einkommensgrenze steigt mit jeder Person im Haushalt weiter an. Miete, Heizkosten, Kredite werden dabei nicht berücksichtigt.

Voitl und Majer begründeten ihren Vorschlag mit den massiv steigenden Lebenshaltungskosten. Sie stellten Singles und Familien mit geringem Einkommen vor enorme Herausforderungen. Mobilität trage zur sozialen Teilhabe bei. Mit den günstigen Tickets würden Fahrten zur Arbeit, zum Einkaufen oder zu Freunden weiterhin ermöglicht.

Für Menschen mit geringem Verdienst wird der Nahverkehr günstiger. Monika Müller
Für Menschen mit geringem Verdienst wird der Nahverkehr günstiger. Monika Müller © Monika Müller

Ohne Frankfurt-Pass werden die Fahrpreise von 2023 an teurer

PREISE AB 2023 MIT FRANKFURT-PASS

Monatskarte für Erwachsene: 26,95 Euro

Monatskarte für Erwachsene ab 9 Uhr: 21,05 Euro

Monatskarte 65 plus: 23,00 Euro

Monatskarte Azubi: 23,20 Euro

Wochenkarte Azubi: 6,65 Euro

Jahreskarte für Erwachsene: 254,90 Euro

Jahreskarte für Erwachsene ab 9 Uhr: 199,35 Euro

Seniorenkarte Hessen Komfort: 187,50 Euro

Seniorenkarte Hessen: 109,50 Euro

Schülerticket Hessen: 109,50 Euro

Für Erwachsene ohne Frankfurt-Pass werden die Fahrpreise von 2023 an hingegen teurer: Eine RMV-Monatskarte im Tarifgebiet der Stadt kostet für Erwachsene künftig 97,90 Euro (2022: 97,10 Euro). Das Schülerticket und die Seniorenkarte, die beide zu Fahrten in ganz Hessen berechtigen, kosten weiterhin 365 Euro.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hatte die Fahrpreise im Juli zuletzt um durchschnittlich 3,9 Prozent erhöht. Schon im Januar waren die Ticketpreise im Schnitt um 1,5 Prozent teurer geworden. Von 2023 an will der RMV ein Rabattsystem für Kurzstrecken-, Einzel- und Tagesfahrkarten einführen. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, die Preise im Fernverkehr 2023 um durchschnittlich 4,9 Prozent zu erhöhen. (Florian Leclerc)

Der Frankfurt-Pass entlastet nur Menschen mit geringen Einkommen. Unser Autor fordert beim Nahverkehr alle zu entlasten.

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