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Frankfurt: Plakataktion gegen Feldmann

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Von: Florian Leclerc

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Anti-Feldmann-Plakat an der Messe.
Anti-Feldmann-Plakat an der Messe. © Renate Hoyer

Unbekannte setzen Oberbürgermeister Peter Feldmann in Frankfurt auf Plakaten mit Müll gleich. Die Stadt lässt die Plakate entfernen und kündigt juristische Schritte an.

Eine negative Kampagne im öffentlichen Raum richtet sich gegen Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Die Plakate sind in der Nacht zu Montag aufgetaucht. Unter dem Hashtag #cleanffm steht auf grünem Hintergrund: „Feldmann entsorgen. Jetzt“. Auf den Plakaten ist außerdem zu lesen „Für ein sauberes Frankfurt.“ Die Plakate hängen unter anderem an der Senckenberganlage nahe der Messe Frankfurt sowie auf der Leipziger Straße.

Neben Feldmanns Gesicht sind Geldscheine abgedruckt, das Wort Hormone, ein Logo der SPD und der Europapokal. Ein geschwungener Pfeil deutet Richtung Mülleimer.

In der Gestaltung greifen die Urheber, die unbekannt sind, die Kampagne #cleanffm der städtischen Stabsstelle Sauberes Frankfurt auf. Die schwarze Schrift, weiß hinterlegt, sowie das Wort „Jetzt“ erinnern an Plakate der Linken im Bundestagswahlkampf. Negativkampagnen hatte es auch schon im Bundestagswahlkampf 2021 gegeben, damals gegen CDU und Grüne.

„Wir haben mit der Plakataktion nichts zu tun“, betonte Michael Müller, der Fraktionsvorsitzende der Linken im Römer. Menschen mit Müll gleichzusetzen sei ein absolutes No-Go. Bei aller berechtigten Kritik an Peter Feldmann gehe die Plakataktion weit über das Ziel hinaus, sagte er.

„Menschen mit Abfall zu vergleichen, geht gar nicht“, sagte der CDU-Stadtverordnete Yannick Schwander. „Das sind Äußerungen, die von menschenverachtenden Diktatoren gemacht wurden und werden, einfach widerlich und durch rein gar nichts zu entschuldigen. Solche Eskalationen schaden der gesamten politischen Kultur“, betonte er.

Peter Feldmann selbst sprach von „entmenschlichender Hetze“, die ihn zutiefst verletze und „an die schlimmsten Zeiten“ erinnere. „Hier wurden Grenzen überschritten.“

Die Grünen-Stadtverordnete Julia Eberz teilte mit: „OB Feldmann kritisieren – ja. Widerliche, menschenverachtende Plakate, bei denen zudem noch der Hashtag von #cleanffm missbraucht wird, das geht gar nicht“, sagte Eberz.

Die Stabsstelle Sauberes Frankfurt kündigte rechtliche Schritte gegen die Urheber:innen an. „Wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit von diesem Statement und sind nicht der Veranlasser. Unser Kampagnenname wurde widerrechtlich genutzt“, teilte die Stabsstelle mit. Die Plakate würden schnellstmöglich entsorgt. Der Kommunikationsunternehmer Jürgen Aha, der in sozialen Medien als Urheber genannt worden war, sagte auf Nachfrage, er habe mit der Aktion nichts zu tun. Auch die Satirepartei „Die Partei“ in Frankfurt distanzierte sich: „Von uns sind die Plakate nicht, sonst wären sie lustiger.“

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