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Frankfurt: Pläne für solidarisches Quartier am Günthersburgpark

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Von: Christoph Manus

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Mehrere Initiativen haben erfolgreich gegen den Bau des Quartiers Günthersburghöfe im Frankfurter Nordend gekämpft. Nach ihren Vorstellungen entstehen dort stattdessen nur günstige Wohnungen - und die nur auf schon versiegelten Flächen.
Mehrere Initiativen haben erfolgreich gegen den Bau des Quartiers Günthersburghöfe im Frankfurter Nordend gekämpft. Nach ihren Vorstellungen entstehen dort stattdessen nur günstige Wohnungen - und die nur auf schon versiegelten Flächen. © Michael Schick

Initiativen fordern die Stadt Frankfurt auf, Flächen in der „Grünen Lunge“ im Nordend zu kaufen. Sie wollen, dass am Günthersburgpark ein ökologisch und sozial vorbildliches Viertel entsteht.

Vier Initiativen, die erfolgreich gegen den Bau der Günthersburghöfe im Frankfurter Nordend gekämpft haben, werben dafür, in dem von Gärten geprägten Areal am Günthersburgpark ein „solidarisches“ Quartier zu errichten, das „konsequent vom Grün her gedacht wird“. Ihr Anspruch ist es dabei, dass ökologische und soziale Fragen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern gemeinsam im Mittelpunkt der Planung stehen.

So sollen auf den bereits versiegelten Flächen im Areal östlich der Friedberger Landstraße nur langfristig bezahlbare Wohnungen entstehen. Die Neubauten werden so flächensparend und ökologisch wie möglich errichtet, der Erhalt der Bestandsgebäude im Areal soll geprüft werden. Die Biodiversität in der „Grünen Lunge“ soll erhalten und langfristig geschützt werden.

Pläne von ABG und Instone für die Günthersburghöfe in Frankfurt sind geplatzt

Zur Frage, ob in dem Areal ein Gymnasium entstehen könnte, äußern sich die Gruppen nicht. Sie haben sich, wie es auf Anfrage hieß, noch auf keine endgültige Position verständigt. Klar ist für sie aber, dass es im Viertel Raum für soziale Initiativen und Zusammenkünfte geben sollte.

Eigentlich wollten der Projektentwickler Instone und die städtische Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding in dem Areal etwa 1500 Wohnungen errichten. Bei 30 Prozent sollte es sich um geförderte Mietwohnungen handeln. 15 Prozent der Wohnbaufläche sollten für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Projekte reserviert werden. Der Bebauungsplan könnte längst beschlossen sein. Doch seitdem die Grünen, die die ursprünglichen Pläne inzwischen ablehnen, die Kommunalwahl klar gewonnen haben, sind diese so gut wie vom Tisch. Die neue Koalition von Grünen, SPD, FDP und Volt hat vereinbart, dass nur noch die versiegelten Flächen bebaut werden sollen. Passiert ist seitdem nichts.

Die Initiativen fordern einen breiten Beteiligungsprozess für das Areal im Frankfurter Nordend

Die „Bürgerinitiative für den Erhalt der Grünen Lunge am Günthersburgpark“, die Initiativen „Eine Stadt für Alle“ und „Instone stoppen – Grüne Lunge bleibt!“ sowie Klimattac fordern die Römer-Koalition auf, die Arbeit am Bebauungsplan endgültig einzustellen und die Flächen im Areal in Gemeineigentum zu überführen. Sie schlagen vor, dass die Stadt selbst oder ein zu gründender gemeinnütziger demokratisch kontrollierter Akteur die Grundstücke erwerben.

Die Entwicklung der Flächen soll nach Vorstellung der Gruppen in einem breiten Partizipationsprozess erfolgen. Die Ideen für die Gestaltung des Quartiers müssten gemeinsam mit Anwohner:innen, sozialen Initiativen, lokalen Verein und Akteur:innen sowie den Gärtner:innen im Areal entwickelt werden, heißt es. Ohnehin soll die „Grüne Lunge“ nach Vorstellung der Gruppen ein Ort werden, „an dem gemeinsam mit vielen über gerechte Formen zukünftiger Stadtentwicklung diskutiert wird“.

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