Paulskirche Frankfurt

Frankfurt: Pläne für Bebauung des Paulsplatzes in Koalition umstritten

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I deen, das Demokratiezentrum, das die Frankfurter Paulskirche ergänzen soll, auf dem Paulsplatz zu errichten, sind im städtischen Planungsausschuss auf Skepsis gestoßen.

Ideen, das Demokratiezentrum, das die Frankfurter Paulskirche ergänzen soll, auf dem Paulsplatz zu errichten, sind im städtischen Planungsausschuss auf Skepsis gestoßen. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) wies am Montagabend auf die lange Grundsatzdebatte hin, nach der im Jahr 2014 als Teil des Innenstadtkonzepts beschlossen wurde, dass der zentrale Platz nicht bebaut werden soll. Sieghard Pawlik (SPD) wollte von Baudezernent Jan Schneider (CDU) wissen, auf welcher rechtlichen Grundlage dieser überhaupt das Frankfurter Architekturbüro Meixner Schlüter Wendt mit einer Machbarkeitsstudie zum Demokratiezentrum beauftragt habe. Das Büro hatte zwei Vorschläge erarbeitet, die jeweils Eingriffe in den Paulsplatz vorsehen.

„Wir dachten, wir tun gut daran, schon ein bisschen vorzuarbeiten“, sagte Schneider, der zuvor dem Ausschuss die Aufgaben und die Leiterin der neuen Stabstelle für die Sanierung der Paulskirche vorgestellt hatte. Seit Beschluss des Innenstadtkonzepts hätte sich zudem die Situation verändert. Damals habe es schließlich die Idee für ein Haus der Demokratie noch nicht gegeben.

Zugleich räumte Schneider ein, die Vorstellung der Studie von Meixner Schlüter Wendt sei eine „gewisse Übergriffigkeit“ gewesen und bat, die architektonischen Entwürfe nicht überzubewerten. Diese seien reine „Platzhalter“ gewesen. Sobald die Stadtverordneten Vorgaben für einen Standort des Demokratiezentrum gemacht haben, werde man sicher einen geordneten Architekturwettbewerb ausloben, sagte Schneider.

CDU-Fraktionschef Nils Kößler riet, erst über Gestaltung und Standort des Demokratiezentrums zu entscheiden, sobald klar sei, was genau darin stattfinden solle. Auch über den Paulsplatz zu sprechen, schade dabei nichts. Elke Tafel-Stein (FDP) warb dafür, einen Architekturwettbewerb auszuschreiben, ohne vorher einen Standort für das Zentrum festzulegen. Die Frankfurter Gruppe des Bundes Deutscher Architekten forderte jüngst, nach Klärung der inhaltlichen Aufgaben und Funktionen, einen offenen Wettbewerb für das Demokratiezentrum und das gesamte städtebauliche Umfeld der Paulskirche auszuloben.

Paulskirche 2026 saniert?

Für die Linke im Römer kritisierte Michael Müller die „massive Zeitverzögerung“ bei der Sanierung der Paulskirche. Schneider hatte Ende Januar klar gemacht, dass er einen Beginn der Arbeiten erst nach der 175-Jahr-Feier am 18. Mai 2023 für möglich hält. Auf Nachfrage führte er im Ausschuss aus, die nötige grundhafte Sanierung werde sicher drei Jahre dauern. „Wäre es nicht sinnvoller gewesen, sich auf die Sanierung der Paulskirche zu konzentrieren, statt ein Haus der Demokratie mitzuplanen?“, fragte Müller. Das beste Haus der Demokratie sei schließlich die Paulskirche selbst.

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