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Die „Oskar Residence“ von Architekt Stefan Forster ist auf dem früheren Sudfass-Gelände am nördlichen Frankfurter Mainufer entstanden.
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Die „Oskar Residence“ von Architekt Stefan Forster ist auf dem früheren Sudfass-Gelände am nördlichen Frankfurter Mainufer entstanden.

Wohnungsbau

Frankfurt: Plädoyer für eine Alltagsarchitektur

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Die Wohnhäuser des Frankfurter Architekten Stefan Forster sind jetzt in einer Monografie zu sehen. Sie wollen nicht für Aufsehen sorgen, haben aber einen hohen Wiedererkennungswert.

Wenn Stefan Forsters Wohngebäude eines nicht sollen, so ist es blenden. Nichts liegt dem Frankfurter Architekten ferner, als Häuser zu bauen, die den Menschen laut zuzurufen scheinen: „Schau mich an!“. Eine Architektur, die in erster Linie Aufsehen erregen soll, ist dem gebürtigen Pfälzer ein Graus. Und das äußert er auch gern sehr deutlich.

Sein 1989 gegründetes Büro, das Forster seit 2013 gemeinsam mit Florian Kraft führt, steht und wirbt für das genaue Gegenteil: für eine „qualitätsvolle Alltagsarchitektur“, die robust und wertig ist. Dabei haben Forsters Häuser einen gewaltigen Wiedererkennungswert. Wer durch Frankfurt läuft, erkennt sie etwa an den Klinkerfassaden und den großen Loggien und Balkonen mit ihren abgerundeten Ecken.

Das Buch

 Stefan Forster Architekten. Wohnungsbau 1989-2019.

 Park Books, 342 Seiten, 364 Abbildungen, 48 Euro.

Nun widmet sich erstmals eine Monografie ausführlich dem Schaffen des Büros, das sich ganz auf Wohnungsbau spezialisiert hat. Dreißig Projekte werden darin ausführlich vorgestellt, mit sehr vielen Fotografien, aber auch Grundrissen, Schnitten, Lageplänen, Dokumenten und Zeitungsartikeln. Mehr als die Hälfte der präsentierten Vorhaben steht in Frankfurt. Das Buch widmet sich etwa der Nachverdichtung der Ginnheimer Platensiedlung, dem Umbau des früheren Philosophicums auf dem Campus Bockenheim und den großen Wohngebäuden, die Forster am Westhafen, „auf Naxos“ im Ostend oder an der Adickesallee schuf.

Die Häuser sollen ihre Bewohnerinnen und Bewohner überdauern

Architekturkritiker Michael Mönninger zeigt in seinem Aufsatz in der Monografie auf, wie es Forsters Büro immer wieder gelingt, Häuser zu bauen, die einen Déja-vu-Effekt erzeugen, beim ersten Anblick vertraut wirken. Er weist aber auch darauf hin, welche Bedeutung Nachhaltigkeit im Sinne von Dauerhaftigkeit für Forsters Schaffen hat. Für diesen sei ein Gebäude gelungen, wenn es ohne den „Widmungsterror von speziellen Nutzungszuschreibungen“ auskomme, für 90 Prozent der Bevölkerung brauchbar sei und seine Bewohnerinnen und Bewohner überdauere, schreibt der Architekturkritiker.

Schon dieser Nachhaltigkeitsgedanke lasse Forster auf robuste Materialien bestehen. So greife sein Team die Tradition expressionistischer Klinkerfassaden nicht nur als ausdrucksstarke Schmuckform auf, sondern weil diese so langlebig seien. Heutige Wärmedämmfassaden verschmutzten oft rasch, müssten neu gemacht werden, landeten schließlich auf der Sondermülldeponie. Die Fugen bei Klinkerfassaden dagegen würden frühestens nach 80 Jahren erneuert.

Ohnehin sieht Moninger bei Forster die ökologische Nachhaltigkeit und eine ästhetische Nachhaltigkeit untrennbar verbunden. Und das aus einer naheliegenden Erwägung: Schöne und angenehme Häuser würden schlicht weniger schnell abgerissen als unansehnliche.

„Wohnen auf Naxos“: Ein kammartiger Riegel mit großen Vorgartenbereichen von Architekt Stefan Forster an der Wingertstraße im Frankfurter Ostend.

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