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Gruppenbild mit Reiterstaffel: Party in Corona-Zeiten im Güntersburgpark.

Polizeieinsatz

Frankfurt: Reiterstaffel sprengt die Party im Günthersburgpark

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Die Polizei war am Wochenende erstmals hoch zu Ross unterwegs, als sie den Günthersburgpark in Frankfurt räumte.

  • Anwohner klagen in Frankfurt über laute Partys.
  • Lärm und Müll sind zusätzlich Anstoß des Ärgers.
  • Die Polizei erhöht die Kontrollen.

Die Polizei erhöht den Einsatz. Seit Wochen klagen Anwohner des Günthersburgparks über nächtliche Partys, über Lärm und Müll. Fünfmal hat die Staatsgewalt die Grünanlage in den zurückliegenden Monaten räumen müssen. Am Wochenende war nun erstmals die Frankfurter Reiterstaffel im Einsatz. Außerdem leuchtete die Polizei die Parkfläche im Norden mit Scheinwerfern hell aus.

Es war eine skurrile Szene, erzählt eine Mutter aus dem Nordend. „Bürschchen und Mädels“ zwischen 14 und 16 Jahren habe sie gesehen. Manche hätten sich mit den Pferden fotografieren lassen. Andere hätten sich verzogen. Anders also als sonst oft zu beobachten sei, hätten sich weniger Grüppchen mit Decken und kleinen Lichtern gemütlich auf die Wiese gelegt. „Und jetzt liegen überall Pferdeäppel.“

Polizei in Frankfurt verstärkt Präsenz

Von einem Strategiewechsel möchte die Polizei indes nicht sprechen. „Das sind Einsatzmittel, die uns zur Verfügung stehen“, sagt ein Sprecher des Frankfurter Polizeipräsidiums lapidar. Keineswegs gehe es darum, den Parkbesuchern mit Licht und Autorität hoch zu Ross den Aufenthalt zu vergällen. Beide Instrumente erleichterten den Beamten lediglich die Arbeit.

Die Polizei hat stadtweit ihre Präsenz auf Plätzen und in Grünanlagen in der Innenstadt verstärkt. Verständnis habe er für die besondere Situation der Jugendlichen, sagt der Sprecher. „Das öffentliche Leben unterliegt Einschränkungen, viele Lokalitäten sind noch geschlossen.“ Deshalb träfen sich die Jugendlichen eben auf öffentlichen Plätzen. „Nur müssen sie dabei die Hygieneregeln einhalten, und ab einer gewissen Uhrzeit dürfen sie auch nicht mehr laut sein.“

 Reiterstaffel der Polizei gegen Partylärm eingesetzt

Am Wochenende schalteten die Beamten den Lichtmast um 22 Uhr ein. „Es war recht laut“, sagt der Polizeisprecher, die Musik habe geschallt, Anwohner hätten sich beschwert. Den Bereich habe die Polizei ausgeleuchtet, um sich einen Überblick zu verschaffen, wie viele Menschen vor Ort gewesen seien. Polizisten hätten dann zur Ruhe ermahnt, die Reiterstaffel habe das Gespräch gesucht. „Die Ruhe war bald hergestellt.“ Ohne größere Vorkommnisse.

Zwei Schwerpunkte habe die Reiterstaffel, ergänzt ein Sprecher des Präsidiums der hessischen Bereitschaftspolizei in Wiesbaden, das für die berittenen Beamten zuständig ist. „Tiere wirken deeskalierend und beruhigend.“ Jemand, der sich schnell aufrege, wenn er einem Polizisten gegenüberstehe, bleibe entspannter, wenn Reiter und Pferd vor ihm stünden. Hinzu komme, dass die Polizisten aus dem Sattel heraus einen guten Überblick über das Geschehen hätten. „Sehen und gesehen werden“, sagt der Sprecher. Rabauken und Störer seien aus der erhöhten Spähposition heraus besser ausfindig zu machen. Zu ihren Einsätzen reise die Staffel mit Pferdehängern an; die Tiere müssen nicht schon über Saalburgstraße galoppieren.

Lärm und Müll von abendlichen Partygästen gibt es an vielen Stellen im Frankfurter Nordend. Immerhin tue sich dort auch einiges, berichtet Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne). Die Stadtpolizei des Ordnungsamts sei verstärkt im Einsatz.

Der Ortsbeirat trifft sich demnächst mit Anwohnern und dem Betreiber der Pizzeria am Luisenplatz. Dabei soll es um Wege gehen, die Freitagabende zu entspannen, wenn Besucher den Friedberger Platz verlassen und am Luisenplatz einkehren.

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