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Starten mit einer kleinen Kollektion: Hannah Peper (l.) und Ramona Eßlinger. sonho stories (2)
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Starten mit einer kleinen Kollektion: Hannah Peper (l.) und Ramona Eßlinger. sonho stories (2)

Modeserie

Frankfurt: Per Crowdfunding zum eigenen Modelabel

  • Helen Schindler
    VonHelen Schindler
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Hannah Peper war früher selbst in der Fast Fashion-Branche tätig, heute setzt sie auf Nachhaltigkeit. Mit Romana Eßlinger hat sie das Modelabel Sonho Stories gegründet.

Nachhaltigkeit ist kein Verzicht. Wir wollen deutlich machen, dass man trotzdem stylisch aussehen kann“, sagt Hannah Peper. Die in Frankfurt lebende 28-Jährige hat gemeinsam mit Romana Eßlinger (30) aus Stuttgart das nachhaltige Modelabel Sonho Stories gegründet. Die beiden jungen Frauen wollen zeigen, dass sich Nachhaltigkeit und Style nicht ausschließen.

Für ihre Kleidung verwenden sie nach eigenen Angaben ausschließlich natürliche Materialien. Auf Synthetik wird verzichtet, auch bei Knöpfen, Etiketten und Garn. „Bei einer Materialangabe ‚100 Prozent Baumwolle‘ ist es Textilunternehmen erlaubt, einen Synthetik-Anteil von drei Prozent unterzumischen. Wir wollen konsequent sein und achten auch auf die Details. 100 Prozent sind bei uns wirklich 100 Prozent“, versichern die Gründerinnen. Ihre Kleidungsstücke bestehen aus Bio-Baumwolle und Bio-Wolle, die Nähte aus Tencel, einem Faserstoff, der aus Holz gewonnen wird, und die Knöpfe aus Steinnüssen. Produziert wird im Norden Portugals in zwei familiengeführten Unternehmen. „Wir machen unsere Lieferkette transparent“, sagt Hannah. „Wir wollen in Balance mit der Natur sein, aber nicht nur hier, sondern auch dort, wo wir produzieren. Das ist unsere Art, sozial und fair vorzugehen.“

Kennengelernt haben sich Hannah Peper und Romana Eßlinger 2019 über Freunde in einer Bar in Freiburg. Durch Reisen in den globalen Süden sei Eßlinger auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam geworden. Eindrücke wie die enorme Plastikverschmutzung im Meer hätten sie versuchen lassen, ihr Leben grüner zu gestalten, sagt sie. Hannah Peper war früher selbst Teil der Fast-Fashion-Branche. Sie hat im Verkauf eines großen Modekonzerns gearbeitet. „Es hat mich erschreckt, wie verrückt unser Überkonsum ist“, sagt sie. „Die Saisons sind so schnell, große Konzerne wollen immer etwas Neues verkaufen, Stücke werden schnell wieder wertlos.“

Ab September zu kaufen

Modeserie

Vom 5. bis 9. Juli 2021 findet die erste Frankfurt Fashion Week statt – pandemiebedingt allerdings als rein digitale Veranstaltung.

Im Januar 2022 sollen dann erstmals die Messen Premium, Seek, Neonyt und The Ground sowie die Laufstegpräsentationen in der Mainmetropole ausgerichtet werden. Aber kann Frankfurt Mode?

In unserer Serie stellen wir regelmäßig lokale Designerinnen, Modemacher und Ladenbesitzerinnen vor. Sportmarkengründer, Handtaschendesignerinnen und Schuhmacher sind ebenso dabei wie Fashion-Influencer-innen. jkö/rose/hsr

Mit Sonho Stories wollen sie Mode schaffen, die lange getragen wird und die in Einklang mit der Natur steht. Alle Teile sollen recycelt oder biologisch abgebaut werden können. Das Ziel der beiden: die Kreislaufwirtschaft. „Da liegt der Kern, wieso wir das Ganze machen“, sagt Peper. Noch würde die Kleidung aufgrund der Färbung Rückstände hinterlassen, weshalb sie noch nicht kompostierbar sei. „Um das ausbessern zu können, müssen wir größer werden“, sagt sie. „Aber wir haben eine sehr gute Grundlage geschaffen.“

Im August 2020 haben die beiden jungen Frauen ihr Fair-Fashion-Label gegründet, Mitte April dieses Jahres ihre erste Kollektion auf der Crowdfunding-Plattform Startnext.com. gelauncht. Die Plattform funktioniert wie folgt: Gründer:innen stellen ihr Projekt vor und setzen sich ein individuelles Spendenziel. Nur wenn dieses erreicht wird, wird der Betrag auch ausgezahlt. Unterstützerinnen und Unterstützer können auf der Plattform entweder spenden, oder sich ein „Dankeschön“ – in dem Fall ein Kleidungsstück – sichern.

Hannah Peper und Romana Eßlinger haben ihr Spendenziel von 18 000 Euro erreicht und können ihre Produkte nun produzieren lassen. Im September soll es die erste Kollektion zu kaufen geben, die aus einem T-Shirt, einem Top, einer Bluse und einem Strickpullover für Frauen sowie einem Unisex-Sweatshirt besteht. Zunächst soll es pro Modell jeweils zwischen 150 und 200 Stücke geben.

„Uns ist wichtig, dass die Teile gut kombinierbar sind – sowohl untereinander als auch mit den Kleidungsstücken, die man schon zu Hause im Schrank hat“, sagt Hannah Peper. Damit die Kleidung möglichst lange getragen wird, setzen die Gründerinnen auf einen zeitlosen Stil. „Wir orientieren uns an Modeklassikern und bringen da einen modernen Touch rein.“

www.sonhostories.com

Ein Teil der Kollektion.

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