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Die Turnhalle beim Richtfest von innen.

Frankfurt

Frankfurt: Pause auf dem Dach

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Die neue Turnhalle der Schillerschule ist zur Hälfte im Boden eingegraben.

Über einige Treppen nach unten erreicht man den großen Raum. Grauer Beton auf Decke und Boden, Gerüste stehen an den Wänden. Der Rohbau der neuen Sporthalle der Schillerschule ist fertig. Im Herbst sollen die Kinder und Jugendlichen hier endlich spielen, toben und trainieren können. Das Besondere an der Halle: Sie ist zum Teil eingegraben, sodass das Dach als Pausenfläche genutzt werden kann.

Denn schließlich brauchen die Schülerinnen und Schüler beides, einen Hof und Räume für den Sportunterricht. „Trotz der beengten Platzverhältnisse ist es dank eines innovativen Konzepts gelungen, bei dem Neubau die verschiedenen Interessen der Schule zu berücksichtigen“, sagte Jan Schneider (CDU), Dezernent für Bau und Immobilien, auf dem Richtfest am Dienstag.

Das Gymnasium in Sachsenhausen teile sein Schicksal mit vielen Innenstadt-Schulen in Frankfurt. Die Flächen sind klein, einfach anzubauen ist meist unmöglich. Dieser neue Weg sei richtungsweisend für andere Schulbauprojekte in der wachsenden Stadt, so Schneider. Die Halle komplett unter die Erde zu bringen, wäre sehr kompliziert und teuer geworden.

Freisitz und Spielflächen

Auf dem Dach können die Schüler bald 600 Quadratmeter Fläche nutzen. Ganz oben sind neben einem beschatteten Freisitz verschiedene Spiel- und Bewegungsflächen vorgesehen. Dort soll es auch die Möglichkeit geben, in einem Grünen Klassenzimmer Unterricht im Freien anzubieten. Ein barrierefreier Zugang ist geplant, ein Aufzug und Rampen sollen nach oben führen.

Bisher verfügte das Gymnasium mit rund 1200 Schülern nur über eine kleine Gymnastikhalle im Untergeschoss und nutzt zu bestimmten Zeiten eine angemietete Vereinshalle. Da diese Räume nicht erweitert werden konnten, wurde der Neubau der Einfeld-Sporthalle geplant. Wegen der beengten Platzverhältnisse war der Planungsprozess ungewöhnlich aufwendig.

Schulleiterin Claudia Wolff freut sich, dass die Halle bald fertig ist. Der Bau begleite sie schon seit ihrem Arbeitsbeginn 2016. Ihre Vorgängerin stellte bereits 2007 einen Antrag auf Erweiterung der Halle. Viele Widrigkeiten und Auflagen der Stadt ließen das Vorhaben stocken. „Aber die Stadt hilft der Schule aus einem langjährigen Dilemma.“ Nur die geplante goldene Fassade gefalle ihr nicht. Einfacher Putz hätte es auch getan, sagt sie. Denn der Bau wird mit goldenen Kupferblechen verkleidet. Wolff macht sich Sorgen, dass es im Sommer sehr heiß werden könnte. Die Sonne knalle jetzt schon auf das Gebäude.

Dirk Landwehr, Architekt des Hamburger Büros Trapez, das die Halle entwarf, steht zur Fassade. „Die macht doch gute Laune und strahlt Wärme aus.“ Und sie werde in der Sonne funkeln, sagt er. Teurer sei das Projekt dadurch nicht geworden.

Mit dem Bau der 15 mal 27 Meter großen Halle im energiesparenden Passivhausstandard wurde 2018 begonnen. Derzeit wird das Dach gedeckt und die Gebäudetechnik eingebaut. Während der Bauzeit kann der Schulhof nicht genutzt werden, darum ist die Morgensternstraße zum Teil gesperrt. Den Schülern dient sie als provisorische Außenfläche. Die Stadt investiert rund 7,5 Millionen Euro in das Projekt.

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