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Frankfurt: Parks werden zu nächtlichen Party-Spots

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Von: Oliver Teutsch

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Die Polizei zeigt nach einem Vorfall im Grüneburgpark Präsenz und Licht. Foto: Rainer Rüffer
Die Polizei zeigt nach einem Vorfall im Grüneburgpark Präsenz und Licht. © Rainer Rüffer

Die Polizei fahndet wegen Messerstichen nach Tätern im Frankfurter Grüneburgpark. Ein Ausleuchten der Anlagen ist wegen des Artenschutzes politisch nicht erwünscht.

Nach einer Messerstecherei im Grüneburgpark fahndet die Polizei noch immer nach dem oder den Tätern. Zwei 18-Jährige waren am späten Freitagabend durch Messerstiche schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden.

Eine Pressemitteilung der Polizei vom Freitag könnte im Nachhinein als düstere Vorahnung gedeutet werden. Darin hieß es, bei Menschenansammlungen im Freien könne es „in Verbindung mit Alkoholkonsum und gruppendynamischen Prozessen“ zu Diebstahl, Körperverletzung, Raubstraftaten und Sexualdelikten kommen. Auch ruhestörender Lärm, das Urinieren im öffentlichen Raum sowie das Zurücklassen von Müll verursache immer wieder Probleme.

Die Polizei wies darauf hin, dass sie seit Anfang Mai ihre Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Kriminalitätsbekämpfung an stark genutzten Plätzen mit einem „erweiterten Einsatzkonzept“ verstärke. Auf konkrete Nachfrage der FR hieß es, die Polizei werde an Wochenenden und vor Feiertagen „einen besonderen Fokus auf die Örtlichkeiten legen, an denen erfahrungsgemäß größere Menschengruppen zusammenkommen“. Die Polizei werde dort mehr Präsenz zeigen und nötigenfalls frühzeitig eingreifen, „um die ungestörte Zusammenkunft friedlicher Personen in Frankfurt zu gewährleisten“.

In der Vergangenheit waren etwa der Friedberger Platz im Nordend freitags oder das Mainufer am Wochenende solche Orte, an denen regelmäßig viele Menschen zusammenkamen. Während der Pandemie, als Clubs und Diskotheken monatelang geschlossen waren, kamen weitere Plätze hinzu. Zunächst der Opernplatz, später der Hafenpark. Der Grüneburgpark war bislang noch nicht als bevorzugter Treffpunkt der Partyszene aufgefallen. Daher blieb zunächst unklar, ob die Polizei dort am Freitagabend bereits erhöhte Präsenz gezeigt hatte. Diese zeigte die Polizei dann aber am Samstag nach der Messerstecherei, als sie durch den Park mit starken Scheinwerfern patrouillierte und Ausweise kontrollierte.

Vorfälle wie am Freitag sind bei großen Menschenansammlungen in dem weitläufigen, dunklen Park aber kaum zu unterbinden. „Es wäre sinnvoll, wenn es Laternen gäbe“, sagte ein Polizeibeamter am Samstag. Doch Anlagen wie den Grüneburg- oder den Günthersburgpark nachts auszuleuchten, ist nicht vorgesehen. „Die Parks sind nachts bewusst nicht beleuchtet, da das dem Artenschutz dient", erklärt Sandra Rosenkranz von Grünflächenamt. Christian Dienst, Leiter der Grünflächenunterhaltung, erinnert daran, dass es die Forderung nach einer nächtlichen Beleuchtung auch schon beim Hafenpark gegeben habe. „Das ist aber nicht unsere politische Haltung“, so Dienst.

Die Hoffnung, dass die Parks in naher Zukunft nachts wieder Vögeln und Insekten gehören, hat die Polizei trotz Aufhebung der Hygieneschutzmaßnahmen nicht. Sie geht davon aus, dass „der Trend zum Aufenthalt im öffentlichen Raum trotz der nun wieder bestehenden Alternativangebote in Gaststätten und Clubs weiter anhält“.

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