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Die Parkscheibe reicht in Bornheim zukünftig nicht mehr.

Bornheim

Knöllchen drohen - Parken in Bornheim wird teuer

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Seit Montag kann in einem ersten Quartier nicht mehr kostenlos geparkt werden. Autofahrer müssen ein Ticket ziehen - oder einen Bewohnerausweis beantragen.

In einem Teil Bornheims kann seit dem gestrigen Montag tagsüber nur noch kostenpflichtig geparkt werden. Die Stadt hat damit den ersten Abschnitt der für den Stadtteil geplanten Bewirtschaftung des Parkraums in Kraft gesetzt. Im Laufe des Jahres sollen die restlichen drei Quartiere folgen, sagt Hans Preißl, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

Bornheimer, die in dem Bereich ihren Erstwohnsitz haben, können einen Ausweis für Bewohnerparken beantragen.

In den vergangenen Monaten hat die Stadt in dem Bereich 40, der von Dortelweiler Straße, Seckbacher Landstraße und Weidenbornstraße begrenzt wird, Schilder und Fahrscheinautomaten aufgestellt, sagt Preißl. Wer jetzt dort sein Fahrzeug abstellt, muss ein Ticket ziehen, sonst gibt’s ein Knöllchen. In den ersten Tagen werde jedoch noch nicht kontrolliert. „Wir wollen die Leute nicht abzocken.“

Bornheimer, die in dem Bereich ihren Erstwohnsitz haben, können einen Ausweis für Bewohnerparken beantragen – der kostet 50 Euro für zwei Jahre. Innerhalb ihres Bereichs können sie nahezu überall kostenfrei und ohne zeitliche Beschränkung parken. Bislang habe es jedoch noch keine verstärkte Anfrage wegen der Ausweise gegeben, sagt der Referent.

Bornheim: Weniger Ticketautomaten als in der Innenstadt

Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne) ist irritiert. Er habe das Quartier mehrfach abgelaufen. Schilder habe er gefunden, Automaten dagegen kaum. Doch das hat seine Richtigkeit, sagt Preißl. Die Stadt habe die Ticketautomaten nicht so dicht wie etwa in der Innenstadt montiert, „das war von vornherein so geplant“. Steht im Zentrum alle 160 Meter ein Automat, sind es in Bornheim weniger. Die Bürger müssten jedoch „nicht kilometerweit“ laufen, so der Dezernatssprecher, „das ist zumutbar“. Die restlichen drei Bornheimer Quartiere werde die Stadt ähnlich mit Schildern und Automaten bestücken. Wann, stehe derzeit noch nicht fest, „aber noch in diesem Jahr.

Mit dem Konzept zur Bewirtschaftung des Parkraums möchte die Stadt vor allem gegen Pendler vorgehen. Auch der Ortsbeirat 4 hatte das seit Jahren gefordert. In Frankfurt sollen die öffentlichen Parkplätze zwischen Anlagen- und Alleenring künftig komplett bewirtschaftet werden. Betroffen sind die Stadtteile Westend, Nordend, Ostend und Teile Sachsenhausens. Im nördlichen Bornheim hat die Stadt das Konzept nun gestartet.

Viele Anwohnern und Beschäftigten im Stadtteil hatten die Pläne kritisiert. Das Bethanienkrankenhaus etwa fürchtet, dass sich seine Mitarbeiter ein Parkticket für 1,50 Euro pro Stunde nicht leisten können. Der Ortsbeirat hatte gefordert, dass es für gewerblich genutzte Fahrzeuge eine Ausnahme gibt, wie für Handwerker und Pflegedienste.

Parken in Bornheim

Das Parkraumbewirtschaftungskonzeptgilt für das Areal zwischen Günthersburgpark und Bornheimer Hang, Saalburgstraße/-allee und A661. Es betrifft etwa 4000 Stellplätze. Bis Ende 2020 sollen vier Bereiche für Bewohnerparken eingerichtet werden. Ein Bewohnerparkausweis gilt für ein Gebiet.

Kunden und Besuchermüssen in dem Quartier ein Ticket ziehen (50 Cent für 20 Minuten), montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr; an der Kettelerallee an sieben Tagen von 7 bis 21 Uhr. Es gibt keine zeitliche Beschränkung. 

Ausnahmengibt es am Bornheimer Hang („rote“ Strecken). Dort dürfen nur Bewohner parken. Auf Teilen der Berger Straße sowie vor der Post auf der Saalburgallee („blaue“ Strecken) muss immer ein Ticket gezogen werden. 

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