1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Parkausweise sollen teurer werden

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Leclerc

Kommentare

Das kostenlose Parken soll in Frankfurt nach und nach wegfallen. Foto: Christoph Boeckheler
Das kostenlose Parken soll in Frankfurt nach und nach wegfallen. © Christoph Boeckheler

In Frankfurt wird über die Gebührenhöhe und die soziale Verträglichkeit der Bewohnerparkausweise diskutiert. Das zuständige Dezernat kündigt eine ganzheitliche Regelung an.

Nachdem das Land Hessen den Kommunen seit Ende Januar freistellt, die Gebühren für Parkausweise nach oben zu öffnen, will die Stadt Frankfurt davon nun Gebrauch machen.

Im Laufe des Jahres soll ein Antrag der Römer-Koalition vorliegen, der neben dem Bewohnerparken unter anderem auch den Gewerbeparkausweis und die Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt und den Stadtteilen ganzheitlich regelt, kündigte Katharina Knacker, die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Römer, an. „Über die Jahrzehnte hat sich beim Parkraum ein gewisser Wildwuchs breit gemacht“, sagte sie. Den gelte es einzudämmen.

Bisher lag die Gebührenspanne für Bewohnerparkausweise in Deutschland von 10,20 bis 30,70 Euro pro Jahr; die krummen Summen gingen auf 20 D-Mark beziehungsweise 60 D-Mark zurück.

Die Frankfurterinnen und Frankfurter zahlen seit langem 50 Euro für einen Bewohnerparkausweis, der zwei Jahre lang gilt; also 25 Euro im Jahr. In Wiesbaden wird derzeit über eine Gebührenerhöhung für den Parkausweis von 11,75 Euro auf 120 Euro im Jahr diskutiert. Tübingen führte zum Jahresbeginn eine Gebühr von 120 Euro und ermäßigt 60 Euro ein; für schwere SUV werden 180 Euro fällig. In Freiburg sollen die Parkausweise 360 Euro im Jahr kosten.

In Frankfurt hat das Verkehrsdezernat bereits der Römer-Koalition einen Vorschlag zur Erhöhung der Gebühren für die Parkausweise vorgelegt. Dort sind auch Preise genannt, die aber noch nicht öffentlich kommuniziert werden. „Wir wollen eine verständliche Regelung für alle Parkarten in Frankfurt entwickeln“, kündigte Wolfgang Siefert, der persönliche Referent von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne), an.

Nachbesserung erwünscht

Derzeit beraten die Fraktionen von Grünen, SPD, FDP und Volt über die Vorschläge aus dem Dezernat. Kristina Luxen, verkehrspolitische Sprecherin der SPD im Römer, betonte, dass die Gebühren sozial verträglich gestaltet werden sollten. „Auch eine Mieterin in einer Sozialwohnung muss sich die Gebühren noch leisten können.“

Uwe Schulz, verkehrspolitischer Sprecher der FDP im Römer, sieht Nachbesserungsbedarf etwa bei der Regelung für die Handwerksbetriebe.

Ein Handwerkerparkausweis kostet 305 Euro im Jahr, jeder weitere 161 Euro im Jahr für das Unternehmen. Der Gewerbeparkausweis kostet 355 Euro im Jahr, weitere Ausweise können derzeit von Unternehmen nicht beantragt werden. Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) hatte angekündigt, die Regelung überarbeiten zu wollen.

In Frankfurt soll das kostenlose Parken in den kommenden Jahren weitgehend abgeschafft werden. Zuletzt kamen Bewohnerparkzonen im Holzhausenviertel, in Bornheim, im Nordend und im Westend hinzu. Die Parkgebühren liegen innenstadtnah bei vier Euro pro Stunde und bei zwei Euro pro Stunde außerhalb der Kernstadt. In städtischen Parkhäusern kostet eine Stunde Parken bis zu 2,50 pro Stunde, beim Betreiber Apcoa liegen die Preise bei bis zu 3,90 pro Stunde.

Auch interessant

Kommentare