Eine Packstation.
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Eine Packstation.

Riedberg

Frankfurt: Paket-Frust am Riedberg

  • vonJonas Wagner
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Seit Jahren fordern Bürger und Stadtteilpolitiker eine Packstation in Frankfurt-Riedberg. Doch die Post findet keinen geeigneten Standort.

Auf dem Riedberg ist in den letzten Jahrzehnten viel passiert, und doch scheint die Zeit in manchen Belangen stillzustehen. Etwa, was die postalische Versorgung angeht. „Wir haben nach wie vor die Situation wie 2011“, berichtet Winfried Lampe, der für die CDU im Ortsbeirat 12 sitzt.

Nicht zustellbare Pakete etwa können nirgendwo auf dem Riedberg aufbewahrt werden – obwohl die Lokalpolitiker sich seit nunmehr neun Jahren dafür einsetzen. Zwar gibt es im Riedbergzentrum eine Postfiliale, doch diese sei zu klein, um Pakete und Päckchen zu lagern. „Es ärgert uns, eine Postagentur zu haben, die einfach keinen Platz hat“, befindet Lampe.

Bereits 2011 hat der Ortsbeirat in einem Antrag vorgeschlagen, die Aufstellung einer Packstation in Erwägung zu ziehen. Die Antwort der Deutschen Post AG machte Hoffnung: Man suche nach einem Standort. „Die Realisierung erfolgt voraussichtlich im Jahr 2012.“

Weitere Briefkästen

Heute, etliche Jahre und Anträge später, gibt es immerhin einige weitere Briefkästen im Stadtteil – ebenfalls eine Forderung des Ortsbeirats. Doch eine Packstation? Fehlanzeige. „Obwohl hier etwa 15 000 Menschen wohnen, hat die Post es noch nicht geschafft, eine vollständige Leistung anzubieten“, ärgert sich Lampe.

Laut dem Unternehmen fehlt es an geeigneten Standorten. Aktuell warte man auf Rückmeldung eines Discounters, auf dessen Gelände man eine Packstation aufstellen könnte, teilte die Post im Februar mit. Und: „Die Deutsche Post AG bittet um weitere Standortvorschläge.“ „Das haben wir etliche Male gemacht, aber passiert ist nichts“, erklärt Lampe. Stattdessen habe es immer wieder Zusagen gegeben, die nicht eingehalten worden seien. „Jetzt haben wir 2020 und kriegen gesagt, wir sollen noch mehr Standorte vorschlagen.“

Stefan Heß, Sprecher der Pressestelle Frankfurt der Deutschen Post AG, stellt das auf Anfrage der FR anders dar: „Nachdem wir zunächst selbst aktiv gesucht haben, sind wir unsererseits mehrfach auf die Ortspolitik zugegangen und haben um konkrete Vorschläge für mögliche Packstations-Standorte gebeten. Leider haben wir bislang keine Vorschläge erhalten.“ Nichtsdestotrotz bemühe man sich weiterhin um die Aufstellung und spreche derzeit mit möglichen Partnern.

Nicht nur auf dem Riedberg, auch im benachbarten Kalbach sind Bürger und der Ortsbeirat 12 unzufrieden mit der Post. „Es sind ganz schlimme Zustände“, findet Stadtteilpolitikerin Filiz Akbas (Linke). Auch Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (CDU) hat von Problemen mit den Betreibern der dortigen Filiale gehört. Pakete werden hier zwar angenommen und gelagert, allerdings müsse man sich sein Päckchen aus Hunderten von Sendungen selbst heraussuchen, so Akbas. „Da sind richtige Paketberge entstanden.“ Zudem sei das Personal unfreundlich, und häufig bekomme man keine Benachrichtigung über nicht zustellbare Pakete. Akbas prangert überdies die ausbeuterischen Subunternehmer-Strukturen im Paketgewerbe an.

Post-Sprecher Heß ist von den Beschwerden nichts bekannt: „Unserem regionalen Politikbeauftragten liegen weder Reklamationen noch Anfragen aus der Politik vor.“ Er verweist auf die geringe Beschwerdenanzahl, die bei der Bundesnetzagentur über die Deutsche Post AG eingingen. Dennoch, so Heß weiter, werde man „konkreten Sachverhalten selbstverständlich und im eigenen Interesse nachgehen und etwaige Mängel beheben“.

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