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Vorspeisen und der Garten sind die großen Trümpfe.

Gastro-Tipp

Ouzeri Meraki - Ein Garten wie ein Urlaub

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Feine griechische Küche in Frankfurt-Bockenheim.

Wer im Garten der Ouzeri Meraki in Bockenheim keine Urlaubsgefühle bekommt, der war noch nie in Griechenland. Der erstaunlich große Garten wird von hohen Bäumen und zwei Olivenbäumen beherrscht, die Gäste sitzen auf weißen und blauen Holzstühlen. Für den ersten Durst gibt es bei Bedarf ein „Mythos“-Bier aus der Flasche. In der Basaltstraße am Hesseneck haben sich schon viele Gastronomen unterschiedlichster Stilrichtungen versucht – mit der Ouzeri Meraki scheinen Garten und Restaurant ihre Bestimmung gefunden zu haben.

Auf der Speisekarte findet sich vor allem eine große Auswahl an Vorspeisen (sechs bis zehn Euro). Bei einem solch reichhaltigen Angebot an gegrilltem Gemüse, pikantem Feta im Tontopf, selbstgemachter Bauernbratwurst oder Oktopus schaffen es viele gar nicht bis zu den Hauptspeisen.

Mutter backt das Brot

Steckbrief

Küche: Griechisch Geöffnet: Mo. - Fr. 14 -23, Sa 17 -23 Uhr Ruhetag: Sonntag Plätze: 45/60 Anreise: U6, U7, Leipziger Straße Adresse: Basaltstraße 13a Telefon: 069-21001728 www.ouzeria-meraki.de Die FR möchte Sie wieder regelmäßig mit gastronomischen Tipps versorgen. Bei Fragen und Anregungen erreichen Sie uns unter gastro@fr.de.

„Das ist auch unser Konzept“, verrät Chefin Megki Pechlivanidou. Ursprünglich wollte sie nur auf Meze setzen, doch für das deutsche Publikum wollte sie dann auch ein paar Hauptspeisen (12 bis 20 Euro) mit auf die Karte nehmen. Die sind dann aber mehr als nur Posten zum Auffüllen. Der Oktopus mit Gemüse ist ein Gedicht, die Dorade kommt ebenso gut an wie die Fleischgerichte. „Bei uns ist nichts fertig und wir würzen nur mit Salz, Pfeffer und Oregano“, betont die 42-Jährige.

Als junges Mädchen half Pechlivanidou im elterlichen Restaurant in Karben mit. Der Betrieb musste 2001 wegen der Pleite des Vermieters schließen, doch der Traum vom eigenen Restaurant blieb – auch während ihrer Arbeit als Buchhalterin in einem Bauunternehmen. Ein Bekannter, der selbst in der Frankfurter Gastronomie arbeitet, gab ihr dann den Tipp, dass in Bockenheim ein guter Grieche fehlen würde.

Die Planung für das eigene Restaurant geriet dann zu einer Art Familienzusammenführung. Für die Küche konnte Megki nicht nur ihre Mutter gewinnen, die quasi in der „Frühschicht“ Brot backt, sondern auch ihre Jugendfreundin Viktoria Savvidi, die eigens aus Griechenland nach Bockenheim kam und die für die vielen leckeren Vorspeisen verantwortlich ist. Megkis Vater kauft den Fisch ein und kümmert sich um Haus und Garten, ihr 16-jähriger Sohn hilft teilweise ebenso im Service aus wie eine weitere Freundin, die aus London kam, um das Projekt Meraki – zu Deutsch etwa Flamme der Leidenschaft – zu unterstützen.

Mit dem Corona-Lockdown geriet das Projekt erst mal ins Trudeln. Doch nach der Wiedereröffnung setzte der Erfolg ein. „Und das ohne Werbung“, betont die Chefin, die nebenher noch immer als Buchhalterin arbeitet. Damit soll bald Schluss sein. „Meine Laune bessert sich sofort, wenn ich über das Restaurant sprechen kann“, gesteht Megki. Im Oktober soll dann auch die Website endlich so weit sein. Von dem Erfolg etwas überrumpelt, will die 42-Jährige sich auch eine Lösung für den Garten überlegen, damit dieser auch in der kälteren Jahreszeit genutzt werden kann.

So etwas wie eine Pergola aus Glas schwebt ihr vor. Zwar ist das geschmackvolle Interieur der Ouzeri auch nicht zu verachten, doch Urlaub unter freiem Himmel ist doch was anderes.

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