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Frankfurt: Ottilia Altmann lehnt Bürgermedaille ab

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Keine Ehrung für langjährige Vorsitzende der AWO Sachsenhausen

Ottilia Altmann, langjährige Vorsitzende des Ortsvereins Sachsenhausen der Arbeiterwohlfahrt (AWO), verzichtet auf die Bürgermedaille der Stadt Frankfurt. „Ich habe mich sehr gefreut, dass ein Gremium der Stadt meine über 20 Jahre geleistete ehrenamtliche Arbeit mit der Verleihung der Bürgermedaille gewürdigt hat“, sagte die 85-Jährige gegenüber dieser Zeitung. „Für mich ist es aber schwer erträglich, dass diese Ehrung dazu benutzt wird, weiterhin Stimmung gegen den Oberbürgermeister zu machen. Für mich wäre diese ehrende Feierstunde ein Spießrutenlauf.“

Der Sprecher von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Olaf Schiel, bestätigte am Montag, dass Ottilia Altmann „in dieser Angelegenheit“ an die Stadt herangetreten sei. Die für den 10. Oktober geplante Veranstaltung wird nun abgesagt.

Die Verleihung der Bürgermedaille hatte in den vergangenen Tagen für Wirbel gesorgt. Altmann saß nämlich auch im Aufsichtsrat der AWO-Tochtergesellschaft Somacon, die eine zumindest fragwürdige Rolle in der Affäre gespielt haben soll, in der es um Betrug in Millionenhöhe geht. Der Fraktionschef der FDP im Römer, Yanki Pürsün, hatte Feldmann deshalb aufgefordert, „seine Entscheidung zu überdenken“. Allerdings entscheidet nicht der OB alleine darüber, wer die Bürgermedaille erhält, sondern der Magistrat auf Vorschlag einer sechsköpfigen Ehrungskommission. Der Beschluss, Altmann zu ehren, war im Juli 2019 gefasst worden.

Laut Ehrungsordnung der Stadt wird die Bürgermedaille an Ehrenamtliche verliehen, „wenn sie entweder durch ihr Wirken einen herausgehobenen Beitrag für das Gemeinwohl geleistet oder sich langjährig in besonderer Weise in der Vereinsarbeit engagiert haben“. jlo

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