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Die Friedensbewegung ist wetterfest. Hier auf dem Frankfurter Römerberg. Foto: Monika Müller
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Die Friedensbewegung ist wetterfest. Hier auf dem Frankfurter Römerberg.

Demonstration

Ostermarsch in Frankfurt: Friedensbewegung demonstriert im Regen gegen Rüstungsexporte

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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In Frankfurt hat der Regen die Ostermarschierenden nicht davon abgehalten auf dem Römerberg Aufrüstung und Rüstungs-Exporte der Bundesrepublik zu kritisieren.

Frankfurt – Die Ostermarschierenden haben es wahrlich nicht leicht. Im vergangenen Jahr wurde die Friedensbewegung durch den harten Lockdown ausgebremst, in diesem Jahr spielte ausgerechnet am Ostermontag das Wetter nicht mit. Doch die Bewegung hätte nicht all die Jahrzehnte überdauert, wenn sie sich von ein bisschen Regen ausbremsen lassen würde. Rund 50 Frauen und Männer hatten es sich gar nicht nehmen lassen und waren mit den Fahrrädern aus Darmstadt und Langen nach Frankfurt angereist.

So versammelten sich dann gut 300 Menschen auf dem Römerberg zu einer Abschlusskundgebung. Mit all den Bannern, Fahnen und Regenschirmen wirkte der Römerberg damit schon recht gut besucht. Etwas getrödelt hatte die Abordnung, die in Rödelheim Richtung Römerberg losgegangen war, deswegen begann das Programm ein bisschen später.

Frankfurt: Regen bei Friedensmärschen an Ostern – „Abrüsten statt Aufrüsten“ war das Motto

Das Motto der diesjährigen Osteraktionen lautete „Abrüsten statt Aufrüsten“ und die Gruppierungen, die diese Forderungen unterstützten, sind so bunt wie die Fahnen der Friedensbewegung. Von Verdi bis zum Motorradclub, von Greenpeace bis zur radikalen Linken, für die das Bündnis „Rheinmetall entwaffnen“ an diesem Ostermontag steht. Die Gruppierung hatte früher am Tag schon in Eschborn vor dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen demonstriert.

Die Behörde würde „still und leise“ ihre Arbeit machen und dafür sorgen, dass es immer noch viel zu viele Waffenexporte aus Deutschland gebe, kritisierte Cora Mohr von „Rheinmetall entwaffnen“ auf der Bühne vor dem Römer. Es sei einfach unglaublich, dass die Bundesregierung aktuell 47 Milliarden Euro in Rüstung, aber nur 24,3 Milliarden Euro in das marode Gesundheitswesen investiere.

Özgün Önal von der Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF) wies darauf hin, dass ein Großteil der deutschen Waffenexporte noch immer „an das Erdogan-Regime“ geliefert werde, und kritisierte die Scheinheiligkeit der Politik.

Theologe Eugen Drewermann virtuell am Frankfurter Römer: Kritik an Rüstungs- und Flüchtlingspolitik

So ein bisschen wurden die Ostermärsche auch in diesem Jahr wieder ausgebremst. So konnte Alain Rouy von der französischen Friedensbewegung „Mouvement de la Paix“ wegen der Einreisebestimmungen nicht in Frankfurt dabei sein und der Theologe Eugen Drewermann fehlte „aus Altersgründen“, wie Moderator Philipp Jacks, der Vorsitzende des DGB Frankfurt, wenig charmant ausführte. Wegen seines hohen Alters sei der Auftritt in Zeiten der Corona-Pandemie zu gefährlich.

Immerhin wurde ein Audiomitschnitt des 80-Jährigen eingespielt, der dafür warb, die Bundesrepublik möge sich nicht länger als 51. Bundesstaat der USA „gleich hinter Hawaii“ begreifen. Unter der Führung der USA seien in den vergangenen Jahrzehnten „sieben islamische Staaten zerbombt“ worden und Europa wolle dann nicht mal die Flüchtlinge aus den gepeinigten Ländern aufnehmen.

Für den Frieden: Viele junge Frauen bei Ostermarsch am Frankfurter Römerberg

Wenn ein 80-Jähriger vom Band ertönt, könnten böse Zungen wieder behaupten, die Osterdemonstrationen seien ein wenig in die Jahre gekommen. Doch es sind auch einige junge Menschen nach Frankfurt gekommen, etwa von der Linken des Kreisverbands Wetterau. Die überwiegend jungen Frauen halten Schilder hoch, die eindrücklich an die vielen Kriege auf der Welt und die darunter leidenden Kinder erinnern. „So verzweifelt wie Mali“ oder „so erschöpft wie Syrien“ steht auf den Schildern.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte unter anderem Gabriele Kentrup, die den Evergreen „Kriminaltango“ mit einem neuen Text versah, der gut zum diesjährigen Motto der Friedensbewegung passt. „Kriminaltango der Rüstungskonzerne … Gewinne leuchten wie Sterne … Kriege sind immer nur in der Ferne“, schallte es über den Römerberg, der sich zu diesem Zeitpunkt schon deutlich gelichtet hatte. (Oliver Teutsch)

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