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Koch Jochim Busch (r.) überraschte die Eltern und zwei ihrer Töchter Isatou (10) und Mariam (5 ).
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Koch Jochim Busch (r.) überraschte die Eltern und zwei ihrer Töchter Isatou (10) und Mariam (5 ).

Arche

Frankfurt: Oster-Überraschung für bedürftige Familien vom Zwei-Sterne-Koch

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Die Griesheimer Arche verteilt Bio-Zutaten und Rezepte an bedürftige Familien als Oster-Überraschung. 120 Kochtüten gehen an die Familien.

Die Kochanleitung zum Rezept des Sternekochs ist bebildert – und liegt in der roten Tüte mit weißen Punkten zusammen mit frischem Gemüse wie Karotten und der Pasta, Soße sowie Gewürzen. Seit dem Morgen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Griesheimer Arche am Gründonnerstag die Kochtüten für 120 bedürftige Familien gepackt. Eine Osterüberraschung, die sie gleich zusammen mit dem Frankfurter Spitzenkoch Jochim Busch in ihre Autos packen und bei den Familien persönlich abgeben wollen.

„Es ist eine wichtige Aktion. Gerade jetzt in der Coronapandemie haben viele der Eltern ihren Job verloren oder sind in Kurzarbeit. Und dann müssen sie mit noch weniger Geld zudem noch öfter kochen, weil die Kinder nur noch an jedem zweiten Tag in die Schule gehen, und so auch an weniger Tagen bei uns in der Arche zu Mittag essen kommen können“, sagt Stephanie Kiefer, Leiterin der Arche in Griesheim. Oft sei das Mittagessen in der Arche auch schon in Vor-Corona-Zeiten die erste Mahlzeit des Tages für die Kinder. Der Inhalt der Kochtüten soll bis Sonntag haltbar sein und auch für Eltern und Geschwister reichen. „Es sind meist große Familien. Eine Familie, die wir gleich besuchen, hat zehn Kinder. Wir wollen aber nicht nur, dass sie mit Essen versorgt sind, sondern auch zusammen kochen, essen und eine schöne gemeinsame Zeit haben“, betont Kiefer. Schon an Weihnachten gab es eine Kochtüten-Aktion. Und damit es den Kindern nicht nach dem Essen langweilig wird, gibt es noch Gesellschaftsspiele dazu.

Einfach nachzukochen

Die Zutaten spendiert der Bio-Lebensmittelhersteller Ppura. Mitbegründer Cemal Cattaneo sagt: „2,8 Millionen Kinder in Deutschland leben unter der Armutsgrenze. Hunger ist ein großes Thema. Wir wollen den Wandel zu einer sozial gerechteren und klimapositiven Wirtschaft vorantreiben.“

Der gebürtige Schweizer erzählt, er selbst sei in der Schweiz, in einem „Ausländerstadtteil“ wie Griesheim als Sohn eines Türken und einer Italienerin groß geworden. „Ich war der Einzige, in meiner Familie und in meinem Stadtteil, der studiert hat. Ich hatte das Glück, dass meine Familie, alles dafür getan hat. Ohne Hilfe von außen ist dies aber in Familien mit wenig Bildung oft sehr schwer.“ Und damit es nicht irgendein Gericht wird, sondern ein besonderer Moment für die Familien, hatte er diesmal Jochim Busch, den Chefkoch des Frankfurter Zwei-sternerestaurants „Gustav“, gefragt. Er hat das Rezept für die Familien entwickelt. „Ich habe mich für Fusilli mit Linsenbolognese entschieden, weil es etwas sein sollte, dass die Familien easy nachkochen können, aber auch ein Gericht, was vollwertig und gesund ist, und den Kindern schmeckt. Ich habe meine eigenen zwei Kinder testen lassen“, sagt er und lacht.

Dann steht er mit Kiefer und Cattaneo vor der Tür eines Wohnhausblocks und klingelt. Die Mutter öffnet und strahlt wie der Vater und die drei der vier Töchter, die gerade zu Hause sind. „Eine wunderbare Überraschung“, sagt der Vater und findet das frische Gemüse toll. Die Familie ist 2013 aus Gambia nach Deutschland gekommen. Die Mutter erwartet ihr fünftes Kind. Der erste Sohn. Das bisherige Nesthäkchen Mariam (5) trägt einen blauen Tüll-Rock und findet alles ganz aufregend. Pasta mag sie, sagt sie. Auf die Frage, ob sie lieber Sterne-Köchin oder Ballerina werden möchte, hat sie eine eindeutige Antwort: „Ballerina.“

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