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Auf der Ruhrorter Werft südlich der EZB sollen 43 Bäume gepflanzt werden.

Projekt

Einer der letzten Lücken im Frankfurter Grüngürtel wird geschlossen

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Das Grünflächenamt schließt die Lücke im Grüngürtel an der Ruhrorter Werft. Derzeit wird das Areal auf Kampfmittel untersucht.

Einer der letzten Lücken im Frankfurter Grüngürtel soll in diesem Jahr geschlossen werden. Das Grünflächenamt hat im Januar mit der Neugestaltung der Brache zwischen Ruhrorter Werft und Hafenpark begonnen. Derzeit wird in dem Gebiet nach Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht. Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, soll mit dem Bau begonnen werden.

Knapp 3,7 Millionen Euro stellt die Stadt für das Projekt an der Europäischen Zentralbank zur Verfügung. Die stellvertretende Leiterin des Grünflächenamts, Heike Appel, rechnet mit einer Bauzeit von einem Jahr. Ursprünglich sollten die Arbeiter bereits Mitte 2018 anrücken. Der Zugang zum angrenzenden Hafenpark, zur Weseler Werft sowie zum Lokal Oosten werden laut Appel nicht beeinträchtigt.

Rund 20 000 Quadratmeter groß ist die Fläche, die das Grünflächenamt angeht. Mainuferweg und Grüngürtel kreuzen sich dort. Im Norden schließt sich der Philipp-Holzmann-Weg an, an dem die Gedenkstätte liegt, die an die von der ehemaligen Großmarkthalle aus deportierten Juden erinnert. Für Appel stellt das Areal deshalb etwas Besonderes dar, „dort fließt alles zusammen“. Das soll gestalterisch aufgegriffen werden: Die Brache soll durch ein wurzelartig anmutendes Geflecht an Pfaden durchzogen werden. Am Mainufer soll der Untergrund ein Mix aus Plattenstreifen und Rasenflächen werden.

Die Gestaltung werde auch unter der Deutschherrnbrücke fortgesetzt, sagt Jürgen Burkert vom Grünflächenamt. Dafür müsse dort eine künstliche Bewässerung mit Mainwasser angelegt werden. Teile der benötigen Leitungen seien bereits im Zuge des Hafenparks verlegt worden.

Für knapp 3,7 Millionen Euro möchte die Stadt die Fläche zwischen Weseler Werft und Hafenpark aufwerten.

Teil der Maßnahme ist auch die Fertigstellung der Ruhrorter Werft, der Hochkai östlich der Weseler Werft. Dort gebe es bislang „nur Wiese und Bänke“, so Appel. Geplant ist, auf der Fläche 43 neue Bäume zu pflanzen, sagt Burkert. Die Stadt habe sich für Platanen, Gelbblühende Kastanien, Amerikanische und Schmalblättrige Eschen sowie Sumpfeichen entschieden. Arten, „die derzeit als klimatauglich und an diesem Ort passend angesehen werden“. Im Bereich des Lokals soll eine große Bank montiert werden, die an Ladegut erinnern soll, das einst an dieser Stelle mit Hafenkränen verladen wurde. Die verschiebbare Sitzgelegenheit soll zudem einen unterirdischen Zugang verdecken.

Direkt am Zaun zur EZB möchte das Grünflächenamt Schotterflächen für die dort heimischen Mauereidechsen schaffen. Vorgesehen seien auch Quartiere, so Burkert, in denen die Tiere überwintern können. Neu angesiedelt werden sollen dagegen Fledermäuse. Für diese möchte die Stadt an den Stützpfeilern der Eisenbahnbrücke Schlafplätze montieren.

Langfristig soll der Grüngürtel auch über die Hanauer Landstraße hinaus an den Ostpark angebunden werden, sagt Burkert. Geplant ist, dafür ein stillgelegtes Bahngleis zu entfernen. Dadurch soll ein rund zehn Meter breiter Grünstreifen entstehen, so Burkert, der bis zum Ostpark führt. Zugänge soll es am Philipp-Holzmann-Weg, am Ostbahnhof und an der Schwedlerbrücke geben. Bereits seit langem sei die Stadt mit der Bahn im Gespräch. Mit einer Umsetzung wird jedoch erst nach dem Bau der nordmainischen S-Bahn gerechnet.

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