Verkehr

Frankfurt-Ost: Kein Parken an der Autobahn

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Der Vorschlag der SPD, Park+Ride Plätze auf einer der Spuren der A 66 einzurichten, stößt auf Kritik im Ortsbeirat 11.

Ein Park-and-Ride-Platz auf einer Autobahn? Über diesen Antrag der SPD gehen die Meinungen im Ortsbeirat 11 auseinander. Am Ende der A66 könnten vor der Ausfahrt Bergen-Enkheim eine oder mehrere der nördlichen Fahrspuren zu einem „P+R-Platz“ umgewidmet und von dort ein Fußweg zur U-Bahn-Haltestelle Hessencenter ausgeschildert werden, heißt es in der Vorlage.

Dass die Riederwälder, Fechenheimer und Seckbacher seit Jahren unter Stau und schlechter Luft durch Pendelverkehr leiden, darüber ist man sich im Gremium einig. Trotzdem äußerten sich viele Mitglieder kritisch.

Autobahnen seien Eigentum des Bundes, daher könne der Magistrat über diese Flächen nicht verfügen, sagte Benjamin Wiewiorra (CDU). Auch Sicherheitsgründe sprächen dagegen. „Ja, wir brauchen mehr öffentliche Verkehrsmittel und es gibt zu wenig städtische Parkflächen.“ Aber das gebe das Gesetz nicht her. Man mache sich als Ortsbeirat lächerlich, würde der Antrag verabschiedet.

Auch er hätte den Antrag witzig gefunden, sagte Stefan Klee (Linke). Der Weg zur Haltestelle sei zu weit und nicht angenehm zu laufen. Pendler würden sich von dieser Alternative kaum überzeugen lassen.

Johannes Bomba (FDP) bemängelte, der Vorstoß sei zu kurz gedacht. „Auch hier würden wir uns die Autos in die Stadt holen. Die Stadt muss auf die umliegenden Gemeinden zugehen. Es braucht ein Konzept, damit gar nicht erst nach Frankfurt reingefahren wird.“

Idee sorgt für Erheiterung

Dass die Idee für Erheiterung sorgt, habe sie schon befürchtet, so Susanna Bornmann (SPD). Ihr sei klar, dass dies nur eine temporäre Lösung sein könne. Man müsse aber nach kurzfristigen Lösungen Ausschau halten. „Die Sperrung der Wilhelmshöher Straße kommt, dazu der Bau am Riederwaldtunnel und der Stau am Erlenbruch. Wir werden eine chaotischere Verkehrssituation bekommen, als wir sie schon haben.“ Das dürfe man nicht ohnmächtig auf sich zu kommen lassen, sondern müsse alle Optionen in Erwägung ziehen.

„Eine solche Umwidmung ist mir bisher nicht bekannt“, sagte Hans Preißl, Referent des Verkehrsdezernenten auf Nachfrage. Ob der Vorstoß möglich sei, könne nur eine Prüfung ergeben. Eine Anfrage könne an die Bundesautobahngesellschaft weitergeben werden.

Preißl bestätigte, dass eine Prüfung von möglichen Park-und-Ride-Flächen im gesamten Stadtgebiet keine realisierbare Lösung ergeben habe. Langfristig stellte er die Nutzung einer Fläche nahe dem Riederwaldtunnel in Aussicht. „Wegen der Bauarbeiten steht sie derzeit nicht zur Verfügung. Nach Abschluss werden wir das natürlich erneut prüfen.“ Der Antrag der SPD wurde abgelehnt. 

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