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Am Römer hängt das Schild schon. 

Frankfurt-Ost

Frankfurt-Ost: Einstimmig gegen Rassismus

Der Ortsbeirat 11 will Schilder für Respekt und gegen Rassismus an öffentlichen Gebäuden anbringen lassen.

Einstimmig für Respekt und gegen Rassismus hat sich der Ortsbeirat 11 in seiner Sitzung am vergangenen Montag ausgesprochen. Die Stadtteilpolitiker verabschiedeten einen Antrag, in dem der Magistrat aufgefordert wird, „allen Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen und öffentlichen Einrichtungen in Fechenheim, Seckbach und dem Riederwald“ ein „Respekt! Kein Platz für Rassismus“-Schild zur Verfügung zu stellen. Hintergrund der Vorlage der Linken war, dass die Frankfurter AfD ein Schild mit dieser Aufschrift am Römer entfernen lassen möchte.

„In der Sache bin ich dafür, aber ich bin kein Fan davon, alles mit Schildern zuzuhängen“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Benjamin Wiewiorra. Er lobte die neu eingerichtete Seite Hessen gegen Hetze, bei der rassistische Vorfälle gemeldet werden können. Doch weil sich die Liste mit „Kein Platz für“ um einige Begriffe, linke Gewalt zum Beispiel, erweitern ließe, habe sich die CDU zur Enthaltung entschlossen, hieß es zunächst.

Ähnlich ging es David Mund (BFF). Seine Partei wollte sich ebenfalls enthalten, da er es eine schlimme Entwicklung fände, dass „rechts immer auf links geht und links auf rechts schimpft“, wodurch sich die politische Stimmung aufgeheizt habe. Aus dieser Debatte wolle sich die BFF heraushalten.

Die Argumente wollten einige Ortsbeiräte so nicht stehen lassen. „Es stünde dem Ortsbeirat 11 gut, wenn diese Vorlage einstimmig verabschiedet werden könnte“, fand Thomas Dorn (Grüne). Es würde ihn freuen, wenn man sich ausdrücklich für die Wertegemeinschaft aussprechen könnte. „Das Schild hängt seit Jahren dort, es hat sich nie jemand daran gestört.“ Man dürfe nicht verharmlosen, dass plötzlich jemand darin die Neutralität verletzt sehe.

Appell an alle Bürger

„Wir sind hier alle gegen Rassismus und alle gegen linke Gewalt“, fügte Stefan Klee (Linke) an. „Aber wir befinden uns in einer Zeit, in der man diese notwendigen Symbole braucht.“ Ihn mache es stolz, in Frankfurt zu leben, in der das Theater mit leuchtenden Lettern darauf hinweist, dass die Stadt für ein friedliches Zusammenleben aller Nationen stehe.

„So etwas muss überall präsent sein“, findet Johannes Bomba (FDP). „Man muss sich vor Augen führen, dass man nicht akzeptiert, dass sich so eine Haltung breit macht.“ Auch Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) sprach sich dafür aus, besagte Schilder an öffentlichen Gebäuden anzubringen und appellierte an die Bevölkerung, sich ebenso deutlich gegen Rassismus zu positionieren. Dieses Zeichen zu setzen sei auch ihr wichtig, ließ sich Birgit Bushold (CDU) überzeugen.

„Für die Sache und ein gemeinsames Statement gegen Rassismus“, konnte der Antrag bei Applaus letztendlich die Stimmen aller 19 Ortsbeiräte gewinnen.

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