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Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) will die Menschen vor Ort in die Umgestaltung des Schweizer Platzes mit einbeziehen.
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Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) will die Menschen vor Ort in die Umgestaltung des Schweizer Platzes mit einbeziehen.

Ortsbeirat 5

Frankfurt: „Schweizer Platz soll aufgewertet werden“

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Der Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) spricht im Interview über Großprojekte im Süden von Frankfurt.

  • Frankfurt: Christian Becker von der CDU spricht über die Konsequenzen aus der Corona-Krise für den Einzelhandel in der Innenstadt.
  • Langfristig soll der Schweizer Platz im Stadtteil Sachsenhausen aufgewertet werden.
  • Der CDU-Politiker fordert außerdem mehr Fahrradwege in der Frankfurter Innenstadt.

Frankfurt - Christian Becker (CDU) ist seit 2011 Vorsteher im Ortsbeirat 5. Der 43-jährige Gymnasiallehrer ist in Oberrad aufgewachsen und seit 2001 Mitglied des Stadtteilgremiums.

Herr Becker, die Corona-Pandemie hat auch den Ortsbeirat 5 stark getroffen. Eine Sitzung ist ausgefallen, es gab nur zweimal Bürgerfragestunden, neue Projekte werden gar nicht mehr vorgestellt. Ist Ihr Gremium noch handlungsfähig?

Natürlich. Das Kerngeschäft ist nicht beeinträchtigt. Und wir sind für die Bürger nach wie vor ansprechbar. Wer möchte, kann uns telefonisch, per Post oder E-Mail erreichen – oder samstags auf dem Wochenmarkt mit entsprechendem Abstand. Leider gibt es im Ortsbezirk von der Saalbau nur das Oberräder Depot und den Südbahnhof. Und wegen der dortigen Hygienekonzepte bleibt lediglich Platz für elf Gäste – da fehlt der Raum für eine Vorstellung oder Gruppen, die sich präsentieren möchten. In Niederrad gibt es für uns derzeit keinen Ort, wo wir tagen können.

Frankfurt: „Straßenbahn bleibt“, aber mehr Fahrradwege für die Innenstadt

Die einzige Lösung wären Räume außerhalb des Ortsbezirks?

Ja, aber das möchten wir nicht. Und digital ist es für den Ortsbeirat nicht möglich.

Für Großprojekte wie die Umgestaltung der Schweizer Straße ist aber eine öffentliche Beteiligung unumgänglich?

Da muss es eine zeitnahe Bürgerbeteiligung geben, damit die Interessen der Sachsenhäuser einfließen können. Das ist bisher das einzige, wofür sich der Ortsbeirat ausgesprochen hat. Denn noch ist das Projekt am Anfang. In diesem Jahr wurden die Rahmenbedingungen erörtert, was dort möglich ist. Dazu gehört, dass die Straßenbahn bleibt, dass Rad- und Rettungswege berücksichtigt werden müssen und dass der Schweizer Platz am Ende noch als solcher zu erkennen ist – und aufgewertet wird.

Ganz am Anfang sind Sie auch noch, was mit den Mainwasen, eine Grünfläche in Sachsenhausen, wo zwei Sportvereine und ein Kleingartenverein untergebracht sind, geschieht. Die Aufregung im Stadtteil ist aber bereits groß?

Bislang gibt es dort nur Planungsspiele. Es gibt keine Beschlüsse, dass die Europäische Schule dort hinzieht oder die neue Sportplätze auf Oberräder Feldern entlang der Offenbacher Landstraße entstehen. Es ist wichtig, dass man den Menschen vor Ort nicht sagt, friss oder stirb!‘, sondern Ideen und Vorschläge diskutiert, die dann noch verbessert werden können.

Ortsbeirat 5

Der Ortsbezirk 5 ist mit fast 65 000 Quadratmetern Fläche der größte in Frankfurt. Fast 100 000 Menschen leben in den drei Stadtteilen Sachsenhausen, Ober- und Niederrad.

Die 19 Mandatssitze sind wie folgt verteilt: CDU und SPD halten je fünf, die Grünen drei, die FDP und die Linke zwei, die BFF einen. Einen weiteren Sitz hält eine fraktionslose Politikerin inne.

Die nächste Ortsbeiratssitzung ist voraussichtlich am Freitag, 22. Januar, um 19 Uhr im Saalbau Südbahnhof, Hedderichstraße 51, Großer Saal.

Glauben Sie, dass man die Wünsche der Stadt, der Kleingärtner, die um ihre Parzellen bangen, der Sportvereine und der Oberräder, die durch einen neuen Sportplatz Lärm befürchten, unter einen Hut bringen kann?

Allen wird man es sicher nicht recht machen können. Wir werden schauen müssen, welche Kritik es gibt und welche Vorschläge von den Bürgern kommen. Letztendlich wird es einen größtmöglichen Kompromiss geben, um möglichst viele mitzunehmen und einzubinden.

CDU-Politiker aus Frankfurt: „Wir brauchen mehr Wohnraum“

Das haben die beiden Wohnungsbaugesellschaften, die in der Fritz-Kissel-Siedlung in Sachsenhausen modernisieren und erweitern, auch versucht. Dennoch gibt es Beschwerden.

Die Vonovia und die Nassauische Heimstätte haben zusammen mit dem Stadtplanungsamt dem Ortsbeirat vorab das Projekt sowie das Außen- und Verkehrskonzept vorgestellt – proaktiv! Bis auf wenige Wohnungen, in denen energetisch saniert wird, soll es keine Mieterhöhung geben. Und 30 Prozent der neuen Wohnungen werden sozial gefördert. Für Sachsenhausen ist das eine sehr erfreuliche Nachricht, wir brauchen neuen Wohnraum. Dass dabei auch Lärm entsteht, ist leider unumgänglich. Doch erfahren die Häuser dadurch eine Aufwertung, und auch die Mieter haben einen Mehrwert.

Laut wird es durch Aufstockung?

Ja, aber das ist besser als eine Nachverdichtung, wodurch Grün weggefallen wäre.

Abgeschlossen wurde im September der Verkehrsversuch am nördlichen Mainufer. Sind Sie froh, dass die Autos jetzt nicht mehr durch Sachsenhausen ausweichen?

Das war eine Zumutung für die Menschen vor Ort, für Autofahrer und Fahrradfahrer. Das war kein Gegenwert dafür, dass es im Norden ruhiger geworden ist. Die Stadt hat ohne ein Verkehrskonzept einfach eine Straße gesperrt und geschaut, wie der Verkehr dann fließt.

Was wäre nötig gewesen?

Die Stadt hätte etwa das ÖPNV-Angebot verbessern müssen, damit weniger mit dem Auto fahren. Auch hätte es neue Park-and-ride-Angebote geben können.

Mainufer in Frankfurt in der Diskussion

Sie möchten dennoch nicht, dass nur der Status quo vor dem Versuch wieder hergestellt wird?

Nein. Am nördlichen Mainufer sollte eine Spur für den Radverkehr eingerichtet werden. Und auch in Sachsenhausen müssen endlich Radwege geschaffen werden. Auf der Garten- und der Walter-Kolb-Straße etwa müssen Fahrradfahrer sicherer unterwegs sein können. Das ging wegen des Experiments nicht.

Erfreulich ist dagegen, dass die Kooperative Gesamtschule Niederrad im Mainfeld Anfang November offiziell eröffnet werden konnte?

Das ist schön, immerhin hat die KGS ihre Arbeit bereits 2017 aufgenommen. Positiv ist vor allem, dass dort nicht nur die Jahrgänge fünfte bis zehnte Klasse eingerichtet wurden, sondern eine gymnasiale Oberstufe, das ist für die Schule und den Stadtteil ein tolles Angebot. (Interview: Boris Schlepper)

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