1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Opfer von Gewalt im Sicherheitsausschuss des Römers

Erstellt:

Kommentare

27-Jähriger fordert von Stadtverordneten Maßnahmen vor Christopher-Street-Day am Wochenende.

Ein Opfer homophober Gewalt hat den Stadtverordneten im Sicherheitsausschuss die Leviten gelesen. „Alle in der Community haben Angst, Sie müssen bis Samstag etwas tun“, forderte der 27-Jährige am Montagabend im Plenarsaal des Römers. Der Mann war am vergangenen Wochenende nachts in der Innenstadt angegriffen worden. Der Angriff sei nicht provoziert gewesen. Ein Regenbogen-Sticker am Rucksack seines Freundes habe ausgereicht.

Dem 27-Jährigen war mit einem Schlagring der Kiefer gebrochen worden. Eindrücklich schilderte er die Folgen der Attacke. Obwohl der Vorfall bereits eine Woche her ist, müsse er noch immer Schmerztabletten nehmen. In den kommenden sechs bis acht Wochen müsse er zudem seine Nahrung über einen Strohhalm zu sich nehmen. Die Kriminalität im „Bermuda-Dreieck“ um Schäfergasse und Klaus-Mann-Platz habe in den vergangenen sechs Monaten zugenommen. „Es kann nicht sein, dass wir das akzeptieren“, mahnte der 27-Jährige.

Die Reaktion der Stadtverordneten schwankte zwischen Betroffenheit und zaghaftem Applaus. Albrecht Kochsieck, der sicherheitspolitische Sprecher der CDU, erinnerte daran, dass seine Partei bereits im April einen Antrag eingebracht habe, queerfeindliche Angriffe zu verurteilen. Der Koalition bescheinigte er „Lippenbekenntnisse“ und erinnerte daran, dass sie sogar die Kameras in der Innenstadt abbauen wolle.

Der SPD-Stadtverordnete Bäppi La Belle betonte, er sei seit 45 Jahren in der schwulen Szene unterwegs, aber so schlimm wie derzeit sei es mit den Anfeindungen noch nie gewesen. Sicherheitsdezernentin Annette Rinn (FDP) bezeichnete die Entwicklung als extrem besorgniserregend und geht von einer hohen Dunkelziffer an homophoben Anfeindungen aus. Aus Reihen der Grünen hieß es, die Polizeipräsenz in der Innenstadt zu erhöhen, obliege nicht dem Stadtparlament, sondern dem hessischen Innenministerium, einem CDU-Ressort. ote

Auch interessant

Kommentare