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Frankfurt: Operationssäle ganz nah erleben

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Von: Steven Micksch

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Ein Blick in das Getinge Experience Center, in dem moderne Medinzintechnik zu sehen ist. Rolf Oeser
Ein Blick in das Getinge Experience Center, in dem moderne Medinzintechnik zu sehen ist. Rolf Oeser © ROLF OESER

In Gateway Gardens nahe des Frankfurter Flughafens gibt es eine Ausstellungsfläche mit modernen medizinischen Geräten. Dort wird gezeigt, wie ein OP auf dem neuesten Stand funktioniert.

Im Intensivbett hinter der schließbaren Glastür liegt eine Puppe mit Schlauch im Mund. An ihr kann die Funktionsweise der Beatmungsgeräte des Medizintechnikunternehmens Getinge demonstriert oder zu Schulungszwecken auch geübt werden. Die aus Schweden stammende Firma hat jüngst ihr sogenanntes Experience Center – was wie eine Ausstellung zum Anfassen daherkommt – von Rastatt nach Frankfurt verlegt. Im Bezirk Gateway Gardens nahe dem Flughafen wird der aktuelle Stand der Medizintechnik gezeigt.

Gleich zwei Hybrid-Operationssäle gibt es. Diese zeichnen sich durch bildgebende Anlagen aus, die dort integriert sind. Zwei unterschiedliche Röntgengeräte zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, um minimalinvasive Eingriffe durchzuführen. Dafür braucht es spezielle Operationstische, die das bildgebende Verfahren nicht beeinflussen. Schätzungsweise vier Millionen Euro kostet einer dieser Hybrid-OPs mit allen Geräten und Baukosten. Wobei die bildgebenden Geräte der Fremdfirmen etwa die Hälfte der Kosten ausmachen.

Auch ein ambulanter OP ist auf der rund 1000 Quadratmeter umfassenden Ausstellungsfläche aufgebaut. „Die ambulanten OPs nehmen zu“, sagt Sina Zwerger, zuständig für die Unternehmenskommunikation im deutschsprachigen Raum. Die ambulante Version wirkt entschlackter, aufs Wesentliche reduziert und trotzdem vollwertig modern. Überall gibt es Operationsleuchten, teilweise mit integrierter Kamera, Deckenversorgungsgeräte, Anästhesietechnik und mehr.

Die Ausstellung

Das Experience Center Frankfurt liegt im Erdgeschoss des Gebäudes in der De-Saint-Exupéry-Straße 10.

Vordergründig ist es für Kundenpräsentationen gedacht. Allerdings gibt es auch Schulungen für Mitarbeitende von Getinge und Workshops für medizinisches Personal. Auch interessierte Besucher:innen könnten die Geräte besichtigen.

Kontaktmöglichkeit per E-Mail an: sina.zwerger@getinge.com. mic

Gerade in der Corona-Zeit sei die Nachfrage nach Beatmungsgeräten groß gewesen. Die Firma habe auch ein Herz-Lungen-Unterstützungssystem, welches bei schweren Covid-19-Verläufen zur extrakorporalen Membranoxygenierung (Ecmo) genutzt wurde. Dadurch konnte Menschen geholfen werden, deren Lunge nicht mehr in der Lage war, den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Auch dieses Gerät findet sich in den Räumen in Frankfurt.

Ebenso wie die eingangs erwähnte geschlossene Intensivstation und eine offene. Spezielle Puppen, die bei der Schulung von Beatmungen auch Feedback geben, lagern zur Zeit noch in Rastatt. Die Technik in Frankfurt ist weitestgehend aufgebaut, an kleinen Stellen gibt es noch Installationsbedarf, wie ein Techniker zeigt, der am Besuchstag noch an einer Maschine arbeitet.

Insgesamt drei solcher Zentren von Getinge gibt es weltweit. Neben Frankfurt eines in Tokio, Japan, und ein weiteres in Wayne, einer Stadt in der Nähe von New York. Mit den beiden anderen Einrichtungen decke das Unternehmen den gesamten amerikanischen und asiatischen Raum ab. Frankfurts Ausstellungsfläche ist nicht nur für europäische Gäste gedacht, sondern beispielsweise auch für Afrika oder den mittleren Osten.

Der vorletzte Bereich im Ausstellungszentrum ist eine Zentralsterilisation. Dort wird in Krankenhäusern medizinisches Besteck desinfiziert. Es gibt einen klassischen unreinen Bereich, der durch eine rote Beleuchtung markiert wird, einen Arbeitsbereich und einen reinen Bereich, der mit grünem Licht gekennzeichnet ist.

Den Abschluss bildet ein Life-Science-Bereich. Dort werden Geräte gezeigt, die Labore für ihre tägliche Arbeit brauchen. Neben einem sogenannten Handschuhkasten (Isolator), also einem hermetisch abgeriegelten Kasten, in dem mit gefährlichen Stoffen gearbeitet werden kann, gibt es auch einen Bio-Reaktor, der das Wachstum von Zellen und Bakterien fördert.

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