Neuer Stadtteil

Frankfurt: Online mitreden über Quartiere an der A5

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Die Bürgerbeteiligung zum neuen Frankfurter Stadtteil geht im Internet weiter. Bürger können Studien zur Gestaltung des Gebiets im Nordwesten sehen und bewerten.

Die Stadt Frankfurt verlagert die Bürgerbeteiligung zum geplanten neuen „Stadtteil der Quartiere“ im Nordwesten notgedrungen zunächst komplett ins Internet. Eigentlich hatte das Planungsdezernat für den vergangenen Samstag zu einer großen Versammlung einladen wollen, bei der sieben Planungsteams ihre Entwürfe zur Gestaltung von Stadt- und Landschaftsräumen im Untersuchungsgebiet beidseits der A5 präsentieren sollten. Es wäre der dritte Bürgerdialog zur möglichen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme gewesen. Doch wegen der Corona-Pandemie musste die Stadt umplanen.

Nun können sich Bürger, die bei der Gestaltung der neuen Quartiere in Nähe der Steinbacher und Oberurseler Gemarkung mitreden wollen, bis 3. Juni auf der Plattform „Frankfurt fragt mich“ die in Texten, Bildern und Videos präsentierten Konzepte der Planungsteams ansehen und diese kommentieren.

Diese Anregungen und die Empfehlungen der Jury sollen die Büros bei der Weiterentwicklung ihrer Studien aufgreifen. Sie sollen im August erneut der Jury und den Bürgern zur Diskussion gestellt werden. Erst nach einer weiteren Überarbeitungsphase werden die Planungsteams im November ihre finalen Entwürfe präsentieren. Die dann von der Jury und weiteren Sachverständigen bewerteten Studien sollen die Grundlage für eine wirtschaftliche Betrachtung der Entwicklungsmaßnahme sein. Sie fließen in den Abschlussbericht zu den Untersuchungen ein. Erst dann, wohl frühestens Anfang 2022, werden die Stadtverordneten entscheiden, ob diese angegangen wird oder nicht.

Die Stadt treibt die Untersuchungen für das Areal, in dem mehrere Tausend Wohnungen entstehen könnten, voran, obwohl die Regionalversammlung im Dezember deutlich gemacht hat, dass sie eine Bebauung der Flächen zumindest westlich der Autobahn ablehnt, und obwohl auch Landesvorgaben, etwa zum Abstand der Bebauung zu den durch das Gebiet laufenden Stromtrassen, eine mögliche Bebauung zumindest sehr erschweren. Auch der Widerstand aus Oberursel und Steinbach, von Bürgern aus angrenzenden Frankfurter Stadtteilen und Naturschutzgruppen ist bisher nicht abgeebbt.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hat dieses Vorgehen immer wieder verteidigt. Es sei notwendig, jetzt auch schon Perspektiven für das Gebiet westlich der A5 zu entwickeln. Schließlich wisse man nicht, wie sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt weiter entwickele, argumentiert er. Klar ist aber auch, dass die Stadt zunächst den Bereich östlich der Autobahn angehen würde, in dem allein um die 6000 Wohnungen entstehen könnten.

Die Onlinebeteiligung läuft unter www.ffm.de/nordwest

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