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Nach monatelangem Lockdown machen die Museen in Frankfurt - wie das DFF - wieder auf. Rolf Oeser
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Nach monatelangem Lockdown machen die Museen in Frankfurt - wie das DFF - wieder auf. Rolf Oeser

Lockerungen

Frankfurt: Ohne Test ins Museum

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Auch der Frankfurter Palmengarten begrüßt wieder Gäste.

Vor dem Tower MMK am Taunustor hat sich am Vormittag noch keine Schlange gebildet. Sechs Besucher:innen habe sie in der ersten Stunde gezählt, berichtet eine Mitarbeiterin an der Kasse. Im hippen Café nebenan ist mehr los. Das Museum, ein Ableger des Museums für Moderne Kunst, das derzeit saniert wird, hat am Montag als eines der ersten in der Stadt nach coronabedingter Pause wieder eröffnet. Dank der sinkenden Inzidenzwerte greift nun nicht mehr die Bundesnotbremse, sondern es gelten die Corona-Regeln der hessischen Landesregierung.

Auch an der Kasse des Filmmuseums ist es am Montagvormittag ziemlich ruhig. Die beiden Mitarbeiter, die hinter Plexiglasscheiben sitzen, haben Zeit für einen kurzen Plausch. „Die Slots sind heute noch nicht ganz gefüllt“, sagt der eine und meint damit die Zeiträume, für die sich Besucher:innen im Internet anmelden können. So sei es möglich, dass auch mal Leute Zutritt bekämen, die sich nicht online registriert hätten. Der zweite Mitarbeiter berichtet, dass durchaus Interesse vorhanden sei, die Entscheidung über die Öffnung aber erst am vergangenen Donnerstag gefallen sei. Anrufe von Interessierten habe es jedenfalls schon mehrfach gegeben. Gleichzeitig dürften aktuell ohnehin nur maximal knapp 50 Menschen gleichzeitig in die drei Stockwerke mit Dauer- und Sonderausstellung.

Familie Ankerst aus Bad Soden zählt am Montag zu den ersten, die die Treppenstufen des Eckhauses am Museumsufer hinaufsteigen. „Mal was anderes sehen als Wald, See, Gras“, sagt Mutter Christina Ankerst, die ein Micky-Maus-T-Shirt trägt und den Ausdruck der Onlineanmeldung fürs Museum in der Hand hält. Die durch Corona ausgedehnte Zeit in der Natur hätten sie zwar durchaus genossen. Nun seien sie aber froh, endlich die Disney-Sonderausstellung im Filmmuseum besuchen zu können. Warum Museum? „Weil man da was lernen kann“, sagt der siebenjährige Alexander. Froh sind die Eltern darüber, dass sie ihre Kinder nicht testen lassen mussten. Das sei mit kleinen Kindern schwierig.

ÖFFNUNGEN in Frankfurt

In dieser und der kommenden Woche eröffnen nach und nach weitere Museen.

Ab Dienstag25. Mai, können das Kommunikations- und das Eintracht-Frankfurt-Museum besucht werden.

Am Mittwoch kommen unter anderem das Weltkulturen-, Senckenberg-, Caricatura-, das Historische und das Jüdische Museum dazu. Auch das Institut für Stadtgeschichte ist ab Mittwoch wieder frei zugänglich.

Am Freitag folgt das Goethe-Haus, in der kommenden Woche unter anderem das Archäologische Museum sowie der Frankfurter Kunstverein. cd

Ähnlich sieht das eine Mutter ein paar Kilometer weiter westlich im Palmengarten. Mit ihren beiden Söhnen Matteo (7) und Emmanuel (2) steht Maria, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, vor weiß und violett blühenden Pfingstrosen. Nach Monaten des Wartens haben sie gleich den ersten Tag genutzt, an dem die Pflicht, einen negativen Corona-Test vorzulegen, weggefallen sei. „Uns hat es total gefehlt, hierher zu kommen“, sagt die 39-Jährige und fügt hinzu: „Im Westend sind die Spielplätze übervoll und wir waren vorsichtig.“ Der Palmengarten dagegen sei „weitläufig“ und biete „naturnahe Räume für Kinder“.

In der Tat kommen sich Menschen auf dem riesigen, weitläufigen Areal kaum nahe. Während einige auf Liegen die Mittagssonne genießen, sitzen andere auf Bänken oder streifen durch das üppige Grün. Auch der Spielplatz wird genutzt, jedoch nur von wenigen. Matteo sagt, „ich mag die Rosen sehr gerne, die gelben sehen so schön aus“. Dem Jungen gefällt am Palmengarten vor allem, dass dort Pflanzen zu sehen sind, die im Rest der Stadt nicht wachsen.

Das Ehepaar Pees aus Osnabrück, das am Oktogonbrunnen sitzt, genießt ebenfalls seine Zeit in dem Park und kommt ins Schwärmen. Der Steingarten, wo der Rhododendron blühe, die Pfingstrosen im Rosengarten, Schildkröten im See, die sich dicht gedrängt auf einer Insel sonnten: Davon erzählt Dieter Pees und zeigt Fotos auf seinem Handy. Sigrid Pees sagt, „es ist schön, dass er wieder ohne Corona-Test offen ist“. Regelmäßig kämen sie in den Palmengarten, berichten die 79-Jährigen. Auf Konzerte in der Zukunft freue er sich schon besonders, sagt Dieter Pees.

Das wird allerdings wohl noch einige Zeit dauern. Die Entscheidung, ob auf dem kleinen See wieder Boote geliehen werden dürfen, soll am Mittwoch fallen. Das berichtet das Paar, das den Verleih betreibt und am Montag die Boote schon mal auf Hochglanz poliert.

Seit Montag darf der Frankfurter Palmengarten wieder ohne Testnachweis besucht werden. Rolf Oeser

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