Am Ende des Abends auf dem Opernplatz in Frankfurt kehren Mitarbeiter der FES Zigarettenstummel zusammen.
+
Am Ende des Abends auf dem Opernplatz in Frankfurt kehren Mitarbeiter der FES Zigarettenstummel zusammen.

Kultursommergärten

Öffentliche Plätze in Frankfurt sollen zur Partyzone werden

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
    schließen

Die Stadt Frankfurt und Clubbetreiber haben nach Möglichkeiten gesucht, öffentliche Partys in der Innenstadt zu veranstalten. Nun gibt es eine Einigung.

  • In Frankfurt sollen öffentliche Partys in Corona-Zeiten in „Partyzonen“ möglich werden.
  • Finanziert werden sollen die Partyzonen aus Steuergeldern.
  • Die Lösung soll keine Antwort auf die Krawalle am Opernplatz sein.

Frankfurt – Um Clubbetreiber und Künstler zu unterstützen, soll die Frankfurter Innenstadt partytauglich gemacht werden. Auf dem Roßmarkt, dem Rathenauplatz, dem Goetheplatz und dem alten Uni-Campus in Bockenheim soll von Mitte August bis Mitte September eine Infrastruktur bereitgestellt werden, die Partymachern und Künstlern die Möglichkeit zu „Kultursommergärten“ ermöglicht. Auf die genannten Orte verständigten sich die Clubbetreiber sowie die Dezernenten Markus Frank (CDU) und Rosemarie Heilig (Grüne) am Freitag. Frank nannte die Einigung ein „Zeichen der Zuversicht“ für die finanziell gebeutelte Branche.

Meinungswechsel beim Thema Partyzonen in Frankfurt

Im Vorfeld hatte Franks Ordnungsdezernat noch betont, öffentliche Plätze nicht bespielen zu wollen, da das Einzäunen und andere logistische Arbeiten zu teuer seien. Stattdessen hatte das Dezernat, das auch für den Sport zuständig ist, Schwimmbäder und Sportplätze ins Gespräch gebracht. Die wiederum schloss Umweltdezernentin Heilig aus, da an diesen Orten mögliche Glasscherben ein großes Problem wären.

Auch das Mainufer ist als Partyzone kein Thema. Der Vorschlag sei von den Gastronomen auch gar nicht erst gekommen, so Heilig. Das schmale Mainufer sei in Sachen Fluchtwege etwas problematisch, so Heilig. Eine interessante Sichtweise, wo doch die mit Abstand größte Frankfurter Veranstaltung, das Museumsuferfest, alljährlich am Mainufer stattfindet.

Finanzierung der Partyzonen in Frankfurt aus Fonds der Tourismussteuer

Finanziert werden sollen die Umbauten zur Partyzone aus dem Fonds der Tourismussteuer. Der sei angesichts der vielen ausgefallenen Veranstaltungen recht prall gefüllt, verriet Stadtrat Frank. Die Dezernate, die von der Tourismusabgabe profitieren, müssen sich nur noch darauf einigen, wer welchen Anteil trägt.

Heilig zufolge gibt es noch einen weiteren Ort in Frankfurt, der im Gespräch, aber noch nicht spruchreif sei. Ohnehin komme der Kultursommer nur zustande, wenn die Gastronomen für die Plätze alsbald ein coronataugliches Konzept präsentieren könnten, das dann noch vom Land abgesegnet werden müsse.

Partyzonen keine Antwort auf Krawalle in Frankfurt

Heilig betonte, die Kultursommergärten seien keine Reaktion auf die Krawalle auf dem Opernplatz. Die Krawallmacher seien auch in den geplanten Partyzonen nicht erwünscht und kämen womöglich auch gar nicht rein.

Ungeachtet dessen dürfte sich der ein oder andere Anwohner rund um den Opernplatz oder auch im Nordend aber freuen, wenn die dortigen Plätze etwas von Nachtschwärmern entlastet würden. Besonders der Luisenplatz in Frankfurt hat sich in den vergangenen Monaten zum überfüllten Hotspot entwickelt, der Anwohner um die Nachtruhe bringt. Am Freitag (24.07.2020) tummelten sich auf dem kleinen Platz 400 Menschen. Neben denen, die sich dort ohnehin treffen, strömten zu später Stunde noch diejenigen herüber, die nach Sperrung des Friedberger Platzes weggeschickt wurden. Ein Mitarbeiter der Pizzeria Forno d’Oro am Luisenplatz sagte, dass sich angesichts der Überfüllung des Platzes auch einige Gäste des Restaurants unwohl fühlten und ausblieben.

Müssen Diskotheken noch geschlossen bleiben? In der Schweiz ist eine Diskussion über die Übertragung von Corona in Clubs entstanden.

Mehr zum Thema

Kommentare