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Fast wie ein Popstar: das neue Geschirrmobil auf dem Buchrainplatz. Foto: Rainer Rüffer

Oberrad

Frankfurt-Oberrad: Spülen auf dem Weihnachtsmarkt

Der Oberräder Gewerbeverein hat sich ein Geschirrmobil angeschafft, das am Sonntag erstmals auf dem Buchrainplatz in Aktion war. Nicht nur im Gärtnerdorf soll es künftig zum Einsatz kommen.

Grün ist die Farbe von Oberrad – ist das Gärtnerdorf doch die Heimat der Grie Soß’. Und seit Sonntag ist der Stadtteil noch ein kleines bisschen grüner – dank seines neuen Geschirrmobils. Das strahlt nicht nur in der Farbe, sondern leistet in erster Linie einen großen Beitrag zur Müllvermeidung. „Teller, Becher und Besteck aus Plastik sind ab 2021 auf öffentlichen Veranstaltungen verboten. Mit unserem Mobil liefern wir nicht nur das Geschirr, sondern bieten zugleich darin die Möglichkeit dies darin auch zu spülen“, erklärt Bernd Neumann, Vorsitzender des Gewebevereins Oberrad und Initiator des Projektes.

Kurz nach der Eröffnung des Weihnachtsmarktes kam das Geschirrmobil auf dem Buchrainplatz erstmals zum Einsatz. Eingepackt in einer graue Folie, verschnürt mit einer roten glitzernden Schleife reihte es sich ein zwischen den vielen kleinen Ständen im Herzen des Stadtteils. Von einer „ganz, ganz tollen Idee, die der Gewerbeverein da gehabt hat“, sprach Claudia Gabriel, Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt, ehe sie die Schleife löste und das Geschirrmobil seiner Bestimmung übergab.

Die Stabsstelle, die Kampagne #cleanffm sowie die Wirtschaftsförderung Frankfurt holte Bernd Neumann ins Boot, nachdem ihm bereits im März die Idee zu dem Mobil gekommen war. „Ich habe überall in Frankfurt danach gesucht, bin aber nur außerhalb fündig geworden. Da habe ich mir gedacht: Besorgen wir uns doch selber eins“, sagt er. Zwar gab es schon einmal von der Werkstatt Frankfurt ein Geschirrmobil, dass man für Veranstaltungen mieten konnte, doch dieses Angebot gibt es eben nun nicht mehr.

Rund 11 000 Euro kostete das Geschirrmobil, das in einem Verkaufsanhänger untergebracht ist. Inklusive der Einbauten wie Arbeitsplatten, Spülbecken und Spülmaschine. Ausgestattet ist es mit 350 kleinen und großen Tellern, 110 Suppentassen und Henkelbechern, sowie Messern, Gabeln, Löffeln und Pfandmarken – Ausreichend für 700 Menschen.

„Der Wagen ist ausgestattet für jegliche Veranstaltung. Freilich kann auch anderes Geschirr darin gespült werden“, erklärt Neumann. Denn das Mobil soll nicht nur auf Oberräder Veranstaltungen stehen. Es kann auch gemietet werden. Zwischen 80 und 200 Euro bewegen sich die Mietpreise pro Tag.

„Gerade bei den öffentlichen Veranstaltungen können wir einen wesentlichen Beitrag zur Sauberkeit in der Stadt leisten, indem wir alternative Mehrwegangebote wie ein Geschirrmobil anbieten“, hofft Claudia Gabriel zudem, dass andere Stadtteile sich an den Oberrädern ein Beispiel nehmen und nun vielleicht nachziehen. „Hier wurde zumindest schon mal ein Zeichen gesetzt“, sagt sie.

Worte, über die sich Bernd Neumann mindestens genauso freut, wie über das Geschirrmobil. „Wir können alle einen Beitrag leisten, das ist nur der Anfang“, sagt er.

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