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Currywurst und Impfung für Obdachlose, im Römerhöfchen. Foto: Christoph Boeckheler
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Currywurst und Impfung für Obdachlose, im Römerhöfchen.

Pandemie

Frankfurt: Obdachlose stehen Schlange für Corona-Schutzimpfung und Currywurst

Bei der Aktion der Bernd-Reisig-Stiftung bekommen Obdachlose und Hilfsbedürftige neben der Corona-Schutzimpfung auch noch eine Currywurst.

Eine lange Schlange hat sich vor dem Eingang zum Römerhöfchen am Frankfurter Rathaus gebildet. Die Menschen, die ganz hinten stehen, können den rot-weißen Food-Truck gar nicht sehen, der im Inneren des Hofs parkt. Wer aber weiter vorne wartet, kann erkennen, dass dort Lars Obendorfer in einem seiner „Best Worscht in Town“-Wagen steht und bereit ist, Currywurst und Pommes unter die Wartenden zu bringen.

Doch das ist nicht das Einzige, was dort am Dienstag angeboten wird. Vielmehr geht es darum, speziell Obdachlosen und Hilfsbedürftigen ein Impfangebot zu machen. Organisiert hat das Currywurstessen mit Option auf Piks die Bernd-Reisig-Stiftung.

„Hier besteht kein Zwang zur Impfung. Die Menschen können auch nur zum Essen kommen“, macht Bernd Reisig deutlich. Aber er freut sich, dass das Impfangebot von Beginn an rege angenommen wird. In den ersten zwei Stunden der Aktion seien schon 80 Leute geimpft worden, erzählt er. Das seien schon deutlich mehr als bei einem ähnlichen Angebot vor einem Monat, bei dem Moses Pelham im Ratskeller für etwa 200 Wohnungslose ein veganes Essen zubereitete. Bei diesem ersten Termin hätten sich lediglich 14 Menschen neben dem Essen für eine Spritze entschieden.

Diejenigen, die gestern darauf warten, in Zweiergruppen zum Impfen und/oder Essen eingelassen zu werden, sind nicht alle wohnungslos oder auf Hilfe angewiesen. Es hat sich in Frankfurt schnell herumgesprochen, dass es hier eine Impfmöglichkeit gibt, bei der die Schlange nicht so lang ist wie an der Messehalle. „Wegjagen werde ich keinen“, versichert Reisig und erzählt, dass er schon Verstärkung beim Gesundheitsamt habe anfordern müssen, um die Menge an Impfwilligen stemmen zu können.

Reiche Gemeinde

Während zahlreiche Interessent:innen gezielt wegen des Corona-Schutzes gekommen sind, nehmen einige nur das Essensangebot wahr – viele von ihnen sind schon geimpft. So wie eine Frau in der Mitte der Schlange, die ihren Namen nicht nennen möchte. „Wir sind dankbar, dass es so etwas in Frankfurt gibt. In anderen Städten sieht das anders aus“, erzählt sie. Sie habe zwar eine Wohnung, aber nachdem die Miete gezahlt sei, bleibe kein Geld mehr fürs Essen übrig. Sie appelliert an alle Jüngeren, sich impfen zu lassen, damit vor allem die ältere Generation nicht noch einmal einen einsamen Winter erleben müsse.

Als reiche Gemeinde müsse Frankfurt genau denjenigen helfen, „denen es am dreckigsten geht“, betont Reisig. Die Menschen auf der Straße seien auch in der Pandemie doppelt und dreifach gefährdet. Zwar sehe er, dass die Stadt einiges tue, sagt der Stiftungsgründer und ehemalige Manager des FSV Frankfurt. „Aber wir müssen es schaffen, das Armutsproblem zu minimieren und nicht nur zu verwalten.“

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