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OB Feldmann wird auf Plakaten herabgesetzt: „Entmenschlichende Hetze“

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Von: Alexander Gottschalk

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Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wird auf Plakaten wie diesem beleidigt.
Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wird auf Plakaten wie diesem beleidigt. © Florian Leclerc

In Frankfurt tauchen Plakate auf, auf denen gefordert wird, den Oberbürgermeister zu „entsorgen“. Dieser reagiert geschockt.

Frankfurt – Unbekannte haben in Frankfurt Plakate aufgehängt, auf denen der umstrittene Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) herabgesetzt wird. Auf den Postern ist prominent der Schriftzug „Feldmann entsorgen. Jetzt!“ zu lesen, dazu ist eine Mülltonne neben einem Bild des Politikers abgebildet.

Außerdem finden sich auf den Plakaten Anspielungen auf die jüngsten Affären rund um Feldmann: Geldscheine, das SPD-Logo, der Europapokal und zweimal das Wort „Hormone“. Die Unterschrift lautet „Für ein sauberes Frankfurt!“, über allem prangt der Hashtag „#cleanffm“, der normalerweise zur städtischen Sauberkeitskampagne gehört.

Herabsetzende Plakate in Frankfurt aufgehängt: OB Feldmann „zutiefst verletzt“

Feldmann schrieb am Montag (30. Mai) auf Facebook und Twitter, ihm seien die Plakate auf dem Weg zur Arbeit aufgefallen. Fotos davon wolle er nicht teilen. „Ich möchte aber feststellen, dass mich diese Art der entmenschlichenden Hetze zutiefst verletzt und mich an schlimmste Zeiten erinnert“, so das Stadtoberhaupt.

„Inhaltlicher Kritik“ an seiner Arbeit stelle er sich „jeden Tag“, erklärte Peter Feldmann weiter, aber mit den Postern seien „Grenzen weit überschritten“ worden. Städtische Angestellte hätten die Plakate mittlerweile entfernt. Gemeldet wurden deren Sichtungen unter anderem an der Messe, an der Bockenheimer Warte und am Willy-Brand-Platz.

Frankfurt: OB Feldmann mit Plakatkampagne angegangen

Die unbekannten Plakatiererinnen und Plakatierer verwiesen mit ihrem „Werk“ offenkundig auf die lautstarken Rücktrittsforderungen, mit denen sich der Frankfurter Oberbürgermeister seit dem Europa League-Finale vermehrt konfrontiert sieht. Feldmann geriet bundesweit in die Schlagzeilen, weil er Eintracht Frankfurt-Profi Sebastian Rode bei der Siegesfeier den Pokal aus Händen riss.

Der Pokal-Diebstahl war zwar nicht der einzige Moment, in dem der 63-Jährige rund um die SGE-Feierlichkeiten eine schlechte Figur machte. Eine neue Dimension erreichte die Welle der Entrüstung aber erst, als ein Video auftauchte, in dem Feldmann mit einem sexistischen Kommentar auffiel.

Politisch noch schwerer wiegen wohl Feldmanns Verstrickungen in die AWO-Affäre. Am Montag (30. Mai) ließ das Landgericht die Anklage gegen den Oberbürgermeister zu. Gegen ihn besteht der Verdacht der Vorteilsnahme. Die Staatsanwaltschaft ermittelt und durchsuchte bereits vor mehreren Wochen das Büro des SPD-Politikers.

Frankfurt: Verantwortlichen der Plakat-Kampagne gegen OB Feldmann drohen Konsequenzen

Nicht nur vielen Bürgerinnen und Bürgern in Frankfurt, auch der Partei Feldmanns reicht es offenbar inzwischen. Die örtliche SPD forderte den Frankfurter OB zuletzt öffentlich zum Rücktritt auf. Weil dieser aber lediglich anbot, mit seinen Auftritten kürzerzutreten und seine Parteimitgliedschaft ruhen zu lassen, wird nun ein Abwahlverfahren vorbereitet.

Den unbekannten Verantwortlichen der Plakat-Kampagne drohen derweil Konsequenzen. Die „#cleanffm“-Kampagne distanzierte sich bereits in der „Bild“-Zeitung“ von den „gefälschten und diffamierenden Plakaten“ und kündigten für den „Missbrauch der Marke und der Initiative“ rechtliche Schritte an. (ag)

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