+
Nicht nur Blaulicht: Alltag bei der Feuerwehr.

Tag des Notrufs

Beim Einsatz live dabei: Frankfurter Feuerwehr twittert aus ihrem Alltag

  • schließen

Zum „Tag des Notrufs 112“ twittert die Frankfurter Feuerwehr zwölf Stunden lang von ihren Einsätzen.

Rettungswagen-Einsätze wegen Atembeschwerden, allergischer Schocks oder Verkehrsunfällen, ein Schmorbrand in einem Verteilerkasten in Preungesheim und brennende Töpfe auf einem Herd im Dornbusch: Die Frankfurter Feuerwehr hat gestern zwölf Stunden lang alle paar Minuten auf Twitter von ihrer Arbeit berichtet. An der Aktion auf dem Kurznachrichtendienst haben sich unter dem Hashtag #112live parallel 41 Berufsfeuerwehren aus ganz Deutschland beteiligt – was unter anderem dazu führte, dass der Alltag von Feuerwehrleuten über Stunden das bundesweite Top-Thema auf Twitter war.

Man habe schon länger überlegt, die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr mit einer größeren Social-Media-Aktion sichtbar zu machen, sagte Rainer Heisterkamp, stellvertretender Leiter der Stabsstelle Kommunikation bei der Frankfurter Feuerwehr, der Frankfurter Rundschau. Letztlich habe man sich mit Kollegen aus dem ganzen Bundesgebiet darauf verständigt, dafür den „Europäischen Tag des Notrufs 112“ am 11. Februar zu nutzen. Dieser Aktionstag wurde vor zehn Jahren eingeführt, um die europaweit gebührenfreie Notrufnummer 112 bekannter zu machen.

Neben Informationen zum richtigen Verhalten in Notfällen solle die Twitter-Aktion vor allem zeigen, was die Feuerwehr alles leiste, sagte Heisterkamp. Damit wolle man unter anderem mehr Menschen für einen Job bei der Feuerwehr interessieren. „Viele stellen sich nicht unbedingt immer das Richtige vor.“ Eine Feuerwache sei beispielsweise kein Ort, an dem die Feuerwehrleute gelangweilt auf den nächsten Einsatz warteten, sagte Heisterkamp. „Hier ist immer was los.“

„Twitter-Gewitter“ in Frankfurt

Tatsächlich zeigte das „Twitter-Gewitter“, wie die Aktion von den teilnehmenden Feuerwehren auch genannt wurde, ein vielfältiges Bild vom Alltag der Feuerwehr in Frankfurt. Bereits ab 8 Uhr morgens war auf Fotos der Dienstantritt in einer Feuerwache zu sehen, es folgten Bilder vom Rückentraining im Dienstsport und Schnappschüsse aus der Kantine – in der Feuerwache 11 in Bergen-Enkheim gab es mittags beispielsweise Gyros mit Tsatsiki, in der Feuerwache 1 in Eckenheim Sahnehering mit Kartoffeln.

Daneben gab es für die Twitter-Nutzer den ganzen Tag über praktische Hinweise zum Absetzen eines Notrufs: Bürger sollten etwa keine Angst davor haben, beim Wählen der 112 etwas falsch zu machen. In der Leitstelle säßen Mitarbeiter, die stets alle relevanten Informationen abfragten. Außerdem sei es wichtig, am Telefon ruhig zu bleiben und nicht zu schreien. Menschen mit einer Hör- oder Sprachbehinderung könnten auch per Fax auf einen Notfall hinweisen.

Jeden Tag gingen im Durchschnitt 900 Notrufe in der Frankfurter Leitstelle ein, informierte die Feuerwehr in einem Tweet am Nachmittag. Daraus ergäben sich im Schnitt aber nur 300 Einsätze. „Die weiteren Anrufe sind Weiterleitungen, Auskünfte oder Handys in den Taschen.“

Tag des Notrufs

Der 11. Februarist seit 2009 in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union der „Europäische Tag des Notrufs 112“. An diesem Tag soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Notrufnummer 112 seit 1991 in der ganzen EU erreichbar ist – gebührenfrei aus allen Fest- und Mobilfunknetzen.

In diesem Jahrhaben bundesweit 41 Berufsfeuerwehren den Aktionstag genutzt, um auf Twitter unter dem Hashtag #112live aus ihrem Arbeitsalltag zu berichten, über das Verhalten im Notfall zu informieren und um Nachwuchs zu werben. Die Frankfurter Feuerwehr nutzte bei der Aktion zudem den Hashtag #frankfurt1212. (han)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare