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Krisenchat

Frankfurt: Nothilfe per Chat

Frankfurter Psychotherapeutin ist als ehrenamtliche Beraterin bei Krisenchat tätig

Keine Partys, keine Ausflüge, keine Freunde treffen – für viele junge Menschen gibt es seit mehr als einem Jahr kaum noch Abwechslung im Leben. Manche kommen gut damit klar, manche weniger. Bei vielen jedoch nimmt der seelische Druck zu. Nicht immer gibt es die Möglichkeit, sich Freunden oder Verwandten mitzuteilen. Helfen kann das digitale Beratungsangebot „Krisenchat“.

Zu Beginn des ersten Lockdowns 2020 gründeten drei Abiturient:innen in Berlin das kostenlose Hilfsangebot. Der Chat, der mit Whatsapp verknüpft ist, kann 24 Stunden am Tag ohne vorherige Registrierung genutzt werden und richtet sich an Personen bis 25 Jahre. Die Chat-Beratung wird von einem Team von mehr als 250 Ehrenamtlichen geführt, die über ein umfangreiches Beratungstraining und einen Hochschulabschluss im psychologischen, medizinischen oder sozialen Bereich verfügen. Ziel des Angebots ist es, Kindern und Jugendlichen eine gut zugängliche Plattform zu bieten, an die sie sich zu jeder Uhrzeit bei Sorgen und Problemen wenden können.

Kai Lanz, Mitbegründer von „Krisenchat“, hebt die Wichtigkeit eines solchen Angebots zu Zeiten von Corona hervor: „Der Vorteil eines Chats ist, dass man unter seiner eigenen Decke lautlos laut sein kann.“ Besonders bei Themen wie häuslicher Gewalt oder Problemen innerhalb der Familie sei es sehr viel einfacher, sich anonym und leise per Chat mitzuteilen anstatt einen Telefonanruf zu tätigen. Auch Irene Kircher, ehrenamtliche Beraterin bei „Krisenchat“, ist begeistert von dem Angebot: „Ich finde es toll, was die jungen Leute auf die Beine gestellt haben“, erzählt die langjährige Psychotherapeutin. Kircher arbeitet seit 40 Jahren als Psychotherapeutin und hat ihre Praxis in Frankfurt. Die Dankbarkeit, die sie durch „Krisenchat“ erfahre, mache sie glücklich. Wie notwendig solch ein digitales Hilfsangebot ist, zeigt sich durch den großen Andrang an Nachrichten, von denen 50 Prozent zwischen 20 Uhr abends und 2 Uhr nachts geschrieben werden. Irene Kircher ist erschrocken darüber, wie viele junge Leute es gäbe, die niemanden zum Reden hätten. Zudem seien 90 bis 95 Prozent der Hilfesuchenden weiblich. „Das zeigt leider, wie fest verankert immer noch bestimmte Rollenbilder sind“, betont die Psychotherapeutin.

Aufgrund der hohen Nachfrage durch Menschen in der Altersgruppe über 25 Jahre würden die Betreiber:innen des Chats das Angebot gerne erweitern, doch die Kapazitäten dazu reichen momentan noch nicht aus.

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