Frankfurt-Nordwest

Frankfurt-Nordwest: Weniger Verkehr im neuen Stadtteil

  • Sonja Thelen
    vonSonja Thelen
    schließen

Der neue Stadtteil in Frankfurt soll größer werden, als zunächst geplant. Der Ortsbeirat 7 macht jetzt Vorschläge für eine klimagerechte Erweiterung. Er sieht noch viele Fragen offen.

Der neue Stadtteil im Frankfurter Nordwesten soll den angespannten Wohnungsmarkt der Stadt entlasten – auch wenn er maximal nur bis zur A5 reichen darf und damit kleiner wird als von der Stadt erhofft. Das hatte Ende 2019 die Regionalversammlung Südhessen beschlossen und Vorgaben für den oft als „Josefstadt“ titulierten neuen Stadtteil formuliert.

Auch der Ortsbeirat 7 möchte frühzeitig Einfluss auf das neue Quartier nehmen. Er hat jetzt „klimagerechte und ausgewogene“ Gestaltungsideen verabschiedet, die einfließen sollen. Bewohner der Nordweststadt kritisieren die bisherigen Voruntersuchungen. Das momentane Verfahren sei „nicht ergebnisoffen“, die Phase der Voruntersuchungen „willkürlich“ von zwei auf vier Jahre verlängert sowie die Anzahl geplanter Wohnungen erhöht, sodass mit zusätzlich 42 000 statt bisher kalkulierten 30 000 Stadtteilbewohnern zu rechnen sei.

Diese Kritik teilt auch Thomas Rätzke (CDU). Die Planungsbüros, die sich mit den Voruntersuchungen befassten, würden sich nicht an Vorgaben halten, zu wenig Klima- und Wasserschutzzonen berücksichtigen. Zudem fehlten Verkehrs- und Umweltgutachten. „Auch viele Kostenfragen sind nicht geklärt. Wir sehen hier viele Diskrepanzen.“

SPD-Fraktionschef Hans-Jürgen Sasse erwiderte: „Wir haben volle Kostentransparenz. Die CDU im Römer hat dem allem schon zugestimmt.“ Der Ortsbeirat lehnte mehrheitlich den dazu von der CDU eingebrachten Antrag ab. Ebenso einen Antrag der FDP, in dem diese den Bau einer Ortsumfahrung Niederursel zwischen Guericke-, Heer- und Rosa-Luxemburg-Straße befürwortet, um den Verkehr im neuen Stadtteil zu reduzieren.

Die Grünen hatten derweil einen detaillierten Antrag eingebracht, der mehrheitlich vom Stadtteilgremium verabschiedet wurde. So will die Partei den Anteil von gefördertem Wohnungsbau auf 50 Prozent erhöhen. „Fast 50 Prozent der Frankfurter haben Anspruch darauf. Wir müssen die Quote anpassen“, sagt Johannes Lauterwald.

Zudem seien Mikroklima und Landschaftsschutzzonen zu beachten, das Versiegeln von Flächen zu vermeiden. Die Gewässer Urselbach, Steinbach und Lachgraben müssten in großzügige Grünflächen nachhaltig erhalten werden.

Das neue Quartier soll „autoarm“, dafür Radfahrer-, Fußgänger- und ÖPNV-freundlich gestaltet werden. Zwischen neuen und alten Stadtteilen darf es keine bauliche harte Trennung geben, fordert der Ortsbeirat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare