+
Vor vier Jahren hat die Gärtnerei an der Dortelweiler geschlossen. Jetzt sollen dort bis zu 100 Wohnungen entstehen. 

Nordend

Frankfurt-Nordend: Wohnen auf dem Gärtnerei-Areal

  • schließen

Bis zu 100 Wohnungen können in dem Baugebiet „Nördlich Günthersburgpark“ entstehen. Ortsbeiräte kritisieren, dass zu viel und zu dicht gebaut werden darf.

Maximal hundert Wohnungen und eine Kindertagesstätte können auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Friedrich an der Dortelweiler Straße entstehen. Vertreter des Stadtplanungsamts stellten den Entwurf des Bebauungsplans „Nördlich Günthersburgpark“ am Donnerstagabend im Ortsbeirat 3 vor. Mehrere Stadtteilpolitiker kritisierten, dass zu viel und zu dicht gebaut werden könne.

Vor vier Jahren hat der Betrieb geschlossen. Da seine Töchter das Unternehmen, das seit 1894 in Familienbesitz ist, nicht fortführen wollten, sei es „generationsbedingt“ verkauft worden, hatte der ehemalige Eigentümer Gerhard Brandt mitgeteilt. Das Areal ist mehrfach weiterverkauft worden.

Der derzeitige Eigentümer möchte namentlich nicht genannt werden. Er sagte auf Anfrage der FR, dass er noch keine spruchreife Planung vorliegen habe und er mit der Umsetzung warten müsse, bis der Bebauungsplan verabschiedet wird. Das wird voraussichtlich frühstens in einem Jahr sein. Theoretisch könnte Mitte 2021 mit dem Bau begonnen werden.

Der Entwurf sieht auf dem Areal sieben Gebäude vor. Das größte, eine Blockrandbebauung entsteht an der Dortelweiler. In diesem wird eine Kita unterkommen. In den darüber liegenden Etagen soll es jeweils 15 Sozialwohnungen nach dem ersten und dem zweiten Förderweg geben. Maximal drei Vollgeschosse mit einer Höhe von elf Meter sind zur Straße hin zulässig, die gegenüberliegenden Häuser würden dadurch nicht verschattet, sagt Planer Ingo Weiskopf. Die Häuser im rückwärtigen Teil dürfen ein zusätzliche Stockwerk haben und höher werden. Sie sollen begrünte Flachdächer erhalten, über die 80 Prozent des Regenwassers zurückgehalten werden soll.

Im Inneren des Baugebiets ist ein Quartiersplatz sowie das Außengelände der Kita vorgesehen. Ein öffentlicher Fuß- und Radweg soll die geplante Erweiterung des Günthersburgparks anbinden. Rund um das Areal müssen Bäume gepflanzt werden. Im Süden ist ein öffentlicher Spielplatz geplant. Parken sollen die künftigen Bewohner in einer Tiefgarage. Zum Zuschnitt der Wohnungen und ob diese verkauft oder vermietet werden, konnten die Planer nichts sagen. Die Stadt habe den Entwurf aber so angelegt, „dass keine Luxus-Großwohnungen entstehen“, sagt der stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamts, Peter Kreisl.

Dennoch gibt es Kritik am Entwurf. Die Bebauung sei zu dicht, sagt etwa Michael Mirsch (Grüne). Wünschenswert seien „weniger Wohnungen und mehr Grün“. Ähnlich äußerte sich Manfred Zieran (Ökolinx), bis zu vier Stockwerke seien zu hoch. Martin Ried (Grüne) aus dem Bornheimer Ortsbeirat moniert, dass die Blockrandbebauung zu massiv sei. Er befürchtet, dass das Gebäude die „Winde aus der Wetterau“ beeinträchtigt. Hans-Joachim Habermann (Linke) kritisiert, dass keine Sonnenkollektoren vorgeschrieben seien.

Claudia Ehrhardt (CDU) begrüßte, dass durch das Quartier ein neuer Zugang zum Park entsteht. Sie befürchtet jedoch eine „Klagewelle“ der künftigen Bewohner bei „Lärm“ durch das Stoffel-Festival. Baurechtlich könne die Stadt „wenig tun, wenn es Halligalli“ im Park gebe, sagt Kreisl. Offen sei, wie der Baustellenverkehr abgewickelt werde. „Das wird eine Herausforderung“, so Kreisl. Die Flüssigkeit des Verkehrs müsse gewährleistet werden.

Teil des Bebauungsgebiets ist auch ein Gründerzeitgebäude. Dieses habe Bestandsschutz, sagt Weiskopf. Das Haus ist vermietet und gehört dem ehemaligen Gärtnerei-Eigentümer Brandt. Derzeit sei „nicht geplant, es abzureißen“, sagt er auf Anfrage.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare