2015 machte die Blumen-Gärtnerei Friedrich an der Dortelweiler Straße zu. Jetzt soll dort ein Wohngebiet entstehen. Foto: Christoph Boeckheler
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2015 machte die Blumen-Gärtnerei Friedrich an der Dortelweiler Straße zu. Jetzt soll dort ein Wohngebiet entstehen. 

Nordend

Frankfurt-Nordend: Ortsbeirat will bessere Mischung im Baugebiet nördlich des Günthersburgparks

  • Boris Schlepper
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Die Stadt soll auf den Investor einwirken, die Pläne zu überarbeiten. Die Mehrheit des Stadtteilgremiums wünscht mehr geförderten Wohnungsbau.

Die Pläne zur Bebauung des Gebiets der ehemaligen Gärtnerei Friedrich an der Dortelweiler Straße sollen noch einmal überarbeitet werden. Dafür hat sich eine Mehrheit des Ortsbeirats 3 einem Antrag der Grünen folgend in seiner jüngsten Sitzung ausgesprochen. Den entsprechenden Bebauungsplan „Wohnen am nördlichen Günthersburgpark“, über den derzeit die Stadtverordnetenversammlung berät, hat das Gremium damit abgelehnt.

Die Stadtteilpolitiker kritisieren vor allem eine „mangelnde soziokulturelle Mischung“ des geplanten Quartiers. Auf der Seite zum Park hin seien Wohntürme mit gehobenen Wohnstandards geplant. Abgeschirmt werde das Gebiet durch eine lange Blockrandbebauung, die für geförderten Wohnungsbau entlang der stark befahrenen Dortelweiler Straße liege. Der Ortsbeirat lehnt das ab und fordert eine stärkere Mischung von gefördertem und freiem Wohnungsbau in verschiedenen Häusern. Wichtig ist dem Gremium auch, dass der geplante, öffentliche Weg von der Dortelweiler Straße zum Günthersburgpark so breit gebaut wird, dass dort Fußgänger und Radfahrer bequem unterwegs sein können.

Grundsätzlich sei der Plan nicht verkehrt, sagt Grünen-Chef Michael Mirsch. Doch seien „marginale Nachbesserungen“ nötig. In den „Parkvillen“ dürften nicht nur hochpreisige Wohnungen entstehen, sagt Manfred Zieran (Ökolinx). Zudem zerstöre der vorgesehene Wohnriegel an der Dortelweiler das Straßenbild.

Die Vorlage wurde gegen die Stimmen von SPD, CDU und FDP auf den Weg gebracht. Die Planung sei „wesentlich gelungen“, sagt die CDU Fraktionsvorsitzende Claudia Ehrhardt. Ob man hundert Meter näher oder weiter vom Park entfernt wohne, stelle „keine soziale Ausgrenzung“ dar. Auch die FPD lehnt eine Überarbeitung des Bebauungsplans ab. „Alle brauchen Wohnungen“, sagt Michael Rubin, „auch Banker“.

Die geforderten Änderungen seien zudem so substanziell, dass der Bebauungsplan dadurch noch einmal komplett überarbeitet werden müsste, sagt Rüdiger Koch (SPD). Zwar sei der Plan nicht die beste Lösung, doch besser als ein erster Entwurf, da weniger dicht. Da das Areal einer Privatperson gehöre, gehe er nicht davon aus, dass der Plan entscheidend optimiert werden könne, so Koch: „Die Eingriffsmöglichkeiten der Stadt sind begrenzt.“

Auf dem fast 1,17 Hektar großen ehemaligen Gärtnerei-Areal sieht der Bebauungsplan derzeit bis zu hundert Wohnungen und eine Kindertagesstätte vor. Insgesamt sind sieben Gebäude geplant. Zum Park hin sind maximal vier Vollgeschosse zulässig, zur Straße hin nur drei. Dort soll auch ein Wohnriegel entstehen, in dem eine Kita Platz findet. Darüber soll es jeweils 15 Sozialwohnungen nach dem ersten und dem zweiten Förderweg geben (die FR berichtete).

Ein Quartiersplatz ist im Inneren des Baugebiets vorgesehen, ebenso das Außengelände der Kita. Ein öffentlicher Fuß- und Radweg soll die geplante Erweiterung des Günthersburgparks anbinden. Im Süden soll ein öffentlicher Spielplatz entstehen. Vertreter der Stadt Frankfurt hatten die Pläne dazu in der Dezember-Sitzung des Ortsbeirats vorgestellt. Theoretisch könnte Mitte 2021 mit dem Bau begonnen werden.

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