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Im neuen Gemeindehaus (links neben der Kirche) sollen Ressourcen gebündelt werden. 

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Frankfurt-Nordend: Moderner und transparenter

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Sankt Petersgemeinde baut neues Gemeindehaus neben der Epiphaniaskirche am Oeder Weg. Zur Finanzierung soll dafür die Villa am Holzhausenpark verkauft werden.

Die Evangelische Sankt Petersgemeinde will ihr Gemeindehaus neben der Epiphaniaskirche am Oeder Weg durch einen Neubau ersetzen. Im Sommer sollen die Arbeiten starten, durch die sich die Protestanten auch stärker nach außen öffnen möchten. Zur Finanzierung des Projekts wird eine alte Villa am Holzhausenpark verkauft. Vertreter der Kirche, des Evangelischen Regionalverbands (ERV) und Architekten erläuterten die Pläne in der Sitzung des Ortsbeirats 3 am Donnerstag.

Das Gebäude am Oeder Weg ist marode und die Technik veraltet, sagt Ursula Stein vom Kirchenvorstand. Der Übergang ins Gotteshaus sei nicht barrierefrei: „Das Gemeindehaus ist fällig.“ Auch sei die Petersgemeinde derzeit auf drei Standorte verteilt. Büros seien in der Fürstenberger- und der Jahnstraße. Die meisten Besucher kämen dennoch an den Oeder Weg, „doch da ist tagsüber nur wenig los“. Die Gemeinde wolle ihre Ressourcen bündeln und besser sichtbar werden.

Dafür soll das Haus aus den 60er Jahren neben der Kirche abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Erste Schätzungen zufolge kostet das mindestens 2,8 Millionen Euro, sagt Antje Grell vom ERV. Die Planung sei nicht leicht gewesen, da das Areal klein ist. Auch stehe die Kirche unter Denkmalschutz. Zur Gegenfinanzierung soll das Gemeindehaus an der Fürstenbergerstraße, eine alte, denkmalgeschützte Villa, verkauft oder in Erbpacht vergeben werden.

Ursprünglich hätten die Arbeiten bereits im vergangenen Herbst starten sollen, so Grell. Wegen Schwierigkeiten mit den Behörden habe sich das Vorhaben verzögert. Jetzt soll das Haus im Sommer abgerissen werden. Die Pläne seien bereits mit der Stadt abgestimmt. Über ein Auswahlverfahren sei das Architekturbüro gefunden worden.

So soll das neue Gemeindehaus von Westen aus aussehen (links neben der Kirche. Im Erdgeschoss soll ein offener Saal entstehen.

Das Gemeindehaus am Oeder Weg sei „trostlos“und entspreche „nicht dem Geist der Gemeinde“, sagt Architekt Felix Waechter. Auch passe es nicht zur unter Denkmalschutz stehenden Epiphaniaskirche. Das soll sich mit dem Neubau, der sich an der Höhe der Nachbarhäuser orientiert, ändern. Der große Gemeindesaal etwa soll künftig mit einem Fenster zum Oeder Weg einsehbar sein, so Waechter. Über das Foyer, das auch für Veranstaltungen im Saal mitgenutzt werden soll, wird die Kirche barrierefrei erschlossen. Um Platz für das Pfarrbüro und einen Gruppenraum zu schaffen, soll auf der östlichen Seite der Kirche ein neues, flaches Seitenschiff entstehen.

Auch im Neubau wird es Wohnungen geben. Insgesamt vier - zwischen 40 und 100 Quadratmetern - sollen auf drei Ebenen über dem Gemeindesaal entstehen und an Mitarbeiter der Gemeinde und des ERV vergeben werden. Die bisherigen Mieter seien bereits in Alternativwohnungen umgezogen. Neue Parkplätze schaffe man nicht, da nicht mehr Nutzfläche entstehe.

Der Ortsbeirat lobte den Entwurf. Der Neubau sei „transparenter“ als das derzeitige Gemeindehaus, sagt Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne). Hans-Joachim Habermann (Linke) regte an, die Villa an der Fürstenbergerstraße an die ABG zu verkaufen, dass damit nicht nur Wohnraum für Besserverdienende entstehe.

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