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Mike Josef und Peter Feldmann: Gemeinsam wollen sie „Mieten stoppen“. (Archivbild)
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Mike Josef und Peter Feldmann: Gemeinsam wollen sie „Mieten stoppen“. (Archivbild)

Wohnungspolitik

Frankfurt-Nordend: Linke streitet für Familie Taouil - Mike Josef stellt ABG nicht infrage

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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  • Katja Thorwarth
    Katja Thorwarth
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Die für Ende Juni vorgesehene Zwangsräumung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG könnte erneut verschoben werden - abgesagt ist sie aber nicht.

Die sechsköpfige Familie Taouil muss ihre Wohnung im Frankfurter Nordend womöglich doch nicht zum 30. Juni räumen. Das geht aus einer schriftlichen Antwort von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) auf eine Anfrage hervor, die der Stadtverordnete Eyup Yilmaz (Linke) am Donnerstagabend gestellt hatte. „Um die Familie kurzfristig vor der Wohnungslosigkeit zu bewahren, gibt es Gespräche mit der ABG, den Räumungstermin zu verschieben“, teilte Josef mit.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft hatte der Familie mit vier Kindern gekündigt. Vorausgegangen war ein langjähriger Rechtsstreit, bei dem es um Schimmel in der Wohnung ging. Die Taouils hatten den Prozess verloren und sollen ihre Bleibe nun verlassen. Ein erster Räumungstermin war bereits verschoben worden.

Während ABG-Geschäftsführer Frank Junker argumentiert, die Familie habe die Wohnung verschimmeln lassen und die Kündigung sei rechtmäßig, regt sich Widerstand gegen das Vorgehen der Wohnungsbaugesellschaft. Am Donnerstagnachmittag gab es seitens der Initiative „Eine Stadt für alle“ vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung eine Kundgebung, um auf das Schicksal der Familie aufmerksam zu machen.

Planungsdezernent Mike Josef stellt sich hinter ABG

Mike Josef stellt das Vorgehen der ABG nicht infrage. Er betont aber, die Stadt habe der Familie Ersatzwohnungen angeboten und werde das auch weiterhin tun. Einen Umzug in eine 111 Quadratmeter große Wohnung hätten die Taouils abgelehnt. Wo sich diese Wohnung befindet, konnte Josefs Sprecher Mark Gellert am Freitag nicht sagen. Es handele sich aber um eine übliche Wohnung mit Küche und sanitären Anlagen,

NameMike Josef
ParteiSPD
PositionPlanungsdezernent, Vorsitz SPD Frankfurt
Alter37 (25. Januar 1983)
GeburtsortKameshly, Syrien

Dieser Darstellung widerspricht Eyup Yilmaz: „Was die Stadt angeboten hat, war eine Übergangsnotunterkunft – eine Übergangsnotunterkunft ist nicht eine Ersatzwohnung“, sagte der Linke-Stadtverordnete im Gespräch mit der FR. Zudem habe ein Familienmitglied eine Behinderung. Die Taouils seien deshalb auf eine behindertengerechte Wohnung angewiesen.

Familie wirft ABG vor, ein Exempel zu statuieren

Die Familie habe keine Mietschulden, sagte Yilmaz. Dass der Familie trotzdem gekündigt wird, zumal die Wohnung – wie auch Mike Josef bestätigt – in ordentlichem Zustand ist, hält der Stadtverordnete für einen Skandal. Die ABG wolle mit ihrem Vorgehen allen Mieterinnen und Mietern zeigen: „Wenn jemand gegen die ABG klagt, dann müssen sie mit einer Zwangsräumung rechnen.“

Yilmaz nimmt nun den Magistrat in die Pflicht. Für uns Linke ist das inakzeptabel, er müsse die Zwangsräumung von Familie Taouil und weitere Zwangsräumungen „einstellen und verbieten“. Jeder Mensch habe das Recht auf eine angemessene Wohnung. (Katja Thorwarth und Georg Leppert)

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