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Beim Upcyclingworkshop wurden neue Kerzen aus Kerzenresten gezogen. michael schick

Nordend

Nordend: Gemeinsam bewusster einkaufen

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Eine private Food-Kooperative stellt sich bei Tag der offenen Tür vor. Produkte werden regional bezogen.

In riesigen Behältern steht das Erdbeer-Müsli im Regal, daneben Gewürze in ebenso großen Mengen, außerdem Essig und Öl in Kanistern mit Zapfhähnen zum Abfüllen. Apfelsaft gibt es in Glasflaschen, Honig aus nachgefüllten Einweg-Gläsern. Eier stehen lose gestapelt auf Kartonagen.

Zum Tag der offenen Tür hat am Sonntag der „Futterkreis – Food–Coop Frankfurt“ eingeladen. Von außen unscheinbar hat die private Genossenschaft im Untergeschoss eines Wohnhauses im Bäckerweg ihre Lagerräume. Gründungsmitglied Rebekka Hahn erklärt der handvoll Interessenten, die sich neben ebenso vielen Mitgliedern in einem der kleinen Kellerräume eingefunden haben und bei Kaffee und Kuchen auf Klappstühlen sitzen, wie der Zusammenschluss privater Verbraucher funktioniert. „Wir kümmern uns um alles selbst und wollen Produkte beziehen, die so regional, so bio und so müllfrei wie möglich sind“, sagt Hahn, während die Filter-Kaffeemaschine röchelt.

Das erfordere vor allem viel Eigeninitiative und Recherche. Interessenten, die Mitglied werden wollten, müssten „wegkommen vom Service-Gedanken“ des herkömmlichen Einkaufens und sich klar sein darüber, dass die Kooperative etwas anderes als „Shoppen“ sei. Es gebe einen Putzdienst für das Lager, den alle Mitglieder mal übernehmen müssten, daneben Arbeitskreise, die sich mit verschiedenen Thematiken der Einkaufspolitik befassten.

Über einen Online-Shop können Mitglieder bis zum Dienstag einer Woche für ihren Bedarf bestellen. Jeden Samstag werden die Waren dann aus dem Keller verteilt. Auch hier wechseln sich die Mitglieder ab. Von mehr als zwei Dutzend Erzeugern kauft die private Genossenschaft aktuell Produkte. Soll ein neuer dazu kommen, beginnt die Prüfung durch eines der Mitglieder, die dann beim monatlichen Plenum ihre Mitstreiter von einem Produkt überzeugen muss. „Es gibt eine direkte Beziehung zum Erzeuger“, sagt Laura Völker. „Wir gucken uns einen Hof erstmal an, lernen die Leute kennen und gucken, ob deren Werte zu uns passen“, fügt die 34-Jährige hinzu, die seit zweieinhalb Jahren bei der Kooperative dabei ist. Bevor sie zu dem Verein gestoßen sei, habe sie sich bereits Gedanken darüber gemacht, wie sich ihr Konsumverhalten auf andere auswirke und das Bedürfnis gehabt, Menschen kennenzulernen, die ähnlich denken. Jedoch habe sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst plastikfrei und verpackungsarm eingekauft und das erst bei der Kooperative gelernt.

„Hier bekommt man einen direkten Bezug, was es in der Region und der Saison gerade gibt“, sagt Sammy Tszorf, und weiter: „Wenn man in den Supermarkt geht, gibt es immer Dinge aus der ganzen Welt“. Ein Mann will daraufhin wissen, welches Gemüse derzeit Saison habe. „Im Winter gibt es viel Kohl und Wurzelgemüse“, entgegnet Tszorf. Hinter ihm stehen neben zwei großen Kühlschränken eine Getreide- und eine Haferflocken-Mühle. Das „volle Korn“ bekommt die Kooperative in Säcken und geliefert und mahlt es selbst.

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